Havixbecker Wirtschafts- und Klimagespräch
Erneuerbare Energien kombinieren

Havixbeck -

Von der CDU wurde das erste Havixbecker Wirtschafts- und Klimagespräch am Donnerstagabend im Restaurant Apollon veranstaltet, zugleich die einzige Havixbecker Veranstaltung zur Klimaschutzwoche des Kreises Coesfeld.

Sonntag, 15.09.2019, 07:00 Uhr
Über die Stromgewinnung durch Photovoltaikanlagen informierte Carl-Georg Graf von Buquoy beim Wirtschafts- und Klimagespräch. Weitere Informationen lieferten Andreas Kleefisch (kl. Bild l.) und Christian Leers (kl. Bild r.).
Über die Stromgewinnung durch Photovoltaikanlagen informierte Carl-Georg Graf von Buquoy beim Wirtschafts- und Klimagespräch. Weitere Informationen lieferten Andreas Kleefisch (kl. Bild l.) und Christian Leers (kl. Bild r.). Foto: Kerstin Adass

Von der CDU wurde das erste Havixbecker Wirtschafts- und Klimagespräch am Donnerstagabend im Restaurant Apollon veranstaltet, zugleich die einzige Havixbecker Veranstaltung zur Klimaschutzwoche des Kreises Coesfeld. Man wolle in Havixbeck keine Entscheidungen nur auf symbolischer Ebene treffen, sondern stattdessen konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz ergreifen, erläuterte Andreas Kleefisch vom CDU-Gemeindeverband eingangs. Damit nahm er Bezug auf die Entscheidung des Gemeinderates, in Havixbeck vorerst keinen „Klimanotstand“ auszurufen.

Dass beim Thema Klima und Umwelt Gesprächsbedarf besteht, wurde mit einem Blick auf den gut gefüllten Raum schnell klar. Darum plant der CDU-Gemeindeverband auch, die Klimagespräche in der Gemeinde weiterzuführen.

Den sich stetig verschlechternden Zustand des Klimas vor Augen, stellte Carl-Georg Graf von Buquoy von der Energie-Agentur NRW heraus, dass der Bedarf an Strom in Deutschland und auf der ganzen Erde stetig wachse. Die Frage nach der Art der Stromgewinnung gelte es mehr denn je möglichst nachhaltig zu lösen. Carl-Georg Graf von Buquoy sah die Zukunft bei Photovoltaik. Um den steigenden Energiebedarf bis 2040 abzudecken, müssten 0,6 Prozent der Bundesfläche mit Photovoltaikanlagen bedeckt werden. Eine durchaus gute Idee, befand der Leiter des Bereichs Photovoltaik bei der Energie-Agentur.

Doch obwohl in der Zukunft die Solarenergie viel Potenzial liege, räumte Buquoy auch ein, dass sich auf diesem Weg Hindernisse befinden. Vor allem eine fehlende Aufklärung bei Privathaushalten, Gemeinden und Unternehmen hindere viele daran, eine Photovoltaikanlage für sich in Betracht zu ziehen. Auch die vom Bund und Land aufgestellten Förderprogramme für erneuerbare Energien seien nicht überall bekannt, so Buquoy. Bei einer Investition in einen stationären Stromspeicher, der die gewonnene überschüssige Solarenergie zur Verfügung stellt, wenn die Sonne gerade einmal nicht scheint, könne je nach Größe des Speichers ein Zuschuss von 10 bis 50 Prozent beantragt werden.

Auch Christian Leers von Accelios Advisors, der im nächsten Teil des Gesprächs zu Wort kam, beschäftigte sich in seiner Präsentation mit der Gewinnung erneuerbarer Energie. „Ich liebe Photovoltaik, habe 1998 meine erste Anlage auf ein Dach geschraubt“, begrüßte der Experte für Solarenergie die Anwesenden. Nach einigen technischen und physikalischen Details zur Funktion von Photovoltaikanlagen stellte Leers zusammen mit Andreas Kleefisch ein konkretes Projekt für Havixbeck vor.

Das Dach der Tennishalle soll mit insgesamt 640 Photovoltaikmodulen bedeckt werden. Bei einer Investition von circa 160 000 Euro rechnet Leers mit einem jährlichen Ertrag von circa 14 500 Euro. Außerdem soll die selbst gewonnene Solarenergie für den durch Heizung, Licht und Bewässerungsanlagen entstehenden Strombedarf im Tennisclub zur Verfügung stehen. Des Weiteren ist der Einsatz eines stationären Speichers in Planung.

Christian Leers stellte klar, dass eine Gemeinde nicht nur mit Photovoltaik oder nur mit Windenergie leben könne, aber durch eine geschickte Kombination aus verschiedenen erneuerbaren Energien könnte fossiler Strom in der Zukunft in großen Teilen oder sogar gänzlich ersetzt werden. Auf die Frage eines Zuhörers, wann es sich denn lohnen würde, in Photovoltaik zu investieren, antwortete Leers ohne zögern: „Immer!“

Das erste Havixbecker Wirtschafts- und Klimagespräch zeigte vor allem in Zwischenfragen und Diskussionen, dass nicht alle Bürger einer Meinung sind, wenn es um Politik und Wirtschaft geht. In einem aber waren sich die Anwesenden aber einig: Es muss etwas für das Klima getan werden.

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