Infoveranstaltung zur Kanalnetzübertragung
„Wir müssen uns Fachleute mit ins Boot holen“

Havixbeck -

Der Lippeverband besteht seit 1926 als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Heute arbeitet der Verband gemeinsam mit der Emschergenossenschaft zusammen. „Wir sind eine Non-Profit-Organisation. Wir dürfen keine Gewinne erzielen, ebenso wie eine Kommune auch“, berichtet auf WN-Anfrage Thomas Fock, der für den Geschäftsbereich „Mitglieder und Recht“ zuständig ist.

Dienstag, 24.09.2019, 16:34 Uhr
Zahlreiche Kilometer an Abwasserleitungen wurden auf dem Gemeindegebiet schon mit Spezialkameras abgefahren.
Zahlreiche Kilometer an Abwasserleitungen wurden auf dem Gemeindegebiet schon mit Spezialkameras abgefahren. Foto: Klaus de Carné

Das Klärwerk und die Abwasserkanäle der Gemeinde Havixbeck sind in die Jahre gekommen. Zahlreiche Teilstücke sind sehr marode. Dies haben die Kamerauntersuchungen ergeben. Rund 100 Kilometer Abwasserleitungen schlängeln sich tief im Boden durch das Gemeindegebiet. 20 Kilometer davon sind hinüber.

„Wir müssen uns Fachleute mit ins Boot holen, die die umfangreichen Arbeiten bewerkstelligen können. Wir als kleine Kommune haben diese Möglichkeiten nicht mehr. Das Personal reicht dafür nicht“, erklärte Bürgermeister Klaus Gromöller im Vorfeld der Infoveranstaltung der Gemeinde. Am kommenden Donnerstag (26. September) findet die Bürgerveranstaltung um 18 Uhr im AFG-Forum statt.

Dabei kommt der Lippeverband mit ins Spiel, der die Aufgaben von der Gemeinde übernehmen soll. „Es geht nicht um den Verkauf der Kanäle. Es geht auch nicht um hohe Summen, die wir einspielen könnten. Nein, es geht um die Zukunft der Bewirtschaftung der Kanäle. Ähnlich wie wir es mit dem Klärwerk seit 1981 betreiben, so soll es mit den Kanälen werden“, so Gromöller.

Er erläutert einige Fakten zur Erklärung, die er während der Bürgerversammlung wiederholen wird. Der Lippeverband bewirtschaftet das natürliche Flussgebiet der Lippe. „Wir arbeiten rund um den Wasserkreislauf“, so Focke. Man sei gemeinsam mit der Emschergenossenschaft der größte Abwasserentsorger in der Bundesrepublik.

Mitglieder sind 45 Kommunen und 107 Unternehmen, vier Bergwerke sowie das Land NRW als geborenes Mitglied. Dieses zahlt 15 Millionen Euro an Beiträgen im Jahr, die Kommunen 130 Millionen, die Bergwerke 24 Millionen.

„Das Thema ist sehr umfangreich und mit ständig neuen Gesetzen versehen. Alleine die aktuelle Wasserrahmenrichtlinie von 2019 ist so umfangreich“, erklärt Gromöller. Ohne Übertragung der Aufgaben ginge es in Zukunft nicht. „Da benötigen wir Fachleute, die ständig mit den Themen zu tun haben und genau wissen, was richtig ist.“ Er verwies auf Nitrat im Abwasser, Umsetzung des Abwasserbeseitigungskonzeptes, Einhaltung der Selbstüberwachung und nicht zuletzt Mikroplastik im Wasser.

„Und das vor dem Hintergrund der unzureichenden Finanzausstattung, des Fachkräftemangels und wachsender Ansprüche aus der Bürgerschaft“, so Rechtsanwalt Michael Hoppenberg, der als Fachanwalt die Gemeinde Havixbeck berät.

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