Schul- und Gemeindebibliothek
Stellenplan wirft Fragen auf

Havixbeck -

Der Stellenplan der Schul- und Gemeindebibliothek wurde im Ausschuss für Jugend, Soziales, Schule und Sport diskutiert. Die Gemeindeverwaltung hatte vorgeschlagen, die eine mit einem Wegfallvermerk versehene Bibliothekarinnenstelle doch wieder zu besetzen.

Donnerstag, 26.09.2019, 06:00 Uhr
Mit je einer halben Stelle sind Anne Bräutigam (l.) und Regina Meinke als Bibliothekarinnen angestellt. Wie die Besetzung auf Dauer fortgeführt wird, bleibt zunächst noch offen.
Mit je einer halben Stelle sind Anne Bräutigam (l.) und Regina Meinke als Bibliothekarinnen angestellt. Wie die Besetzung auf Dauer fortgeführt wird, bleibt zunächst noch offen. Foto: Klaus de Carne

Die Schul- und Gemeindebibliothek ist seit 24 Jahren fester Bestandteil der Anne-Frank-Gesamtschule wie auch für die Bürger der Baumberge-Gemeinde da. Die Einrichtung stand immer wieder auf dem Prüfstand, ob sie in dieser Form weitergeführt werden soll. Dabei wurde vor einiger Zeit schon eine der beiden 50-Prozent-Stellen im Stellenplan der Gemeinde als „Kw-Stelle“ eingestuft. Soll heißen, diese kann auf Dauer entfallen. Geplant war der Weggang der einen Mitarbeiterin im Jahre 2021. Diese hat nun angezeigt, dass sie zum Ende des Jahres die Bibliothek verlässt.

Jetzt stellt sich die Frage für Verwaltung und Politik, wie es weitergehen könnte mit der Einrichtung. „Es muss eine Anpassung nach über zwei Jahrzehnten erfolgen“, berichtete Fachbereichsleiterin Monika Böse . Die Medien hätten sich verändert. Es ginge nicht mehr nur um das gebundene Buch. Auch die Öffnungszeiten müssten erweitert werden, um dem veränderten Rhythmus der Ausleiher Rechnung zu tragen.

Während der Sitzung des Sozialausschusses am Dienstagabend folgten die Mitglieder nicht dem Vorschlag der Verwaltung. Die wollte den „Kw-Vermerk“ streichen, um umgehend die Stelle schon jetzt neu ausschreiben zu können. Dies sahen die Mitglieder teilweise etwas anders. CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Webering stellte dar, dass erst im Januar ein Team von der Bezirksregierung Düsseldorf, Fachstelle Bibliotheken, dargestellt habe, dass Havixbeck mit zwei Bibliotheken über dem Soll liege.

Das Fachteam empfahl dringend, die vorhanden Ressourcen zusammenzulegen, um der Größenordnung der Kommune nachzukommen. Es würde auch nur eine Einrichtung gefördert, so die Aussagen.

Vor diesem Hintergrund verwies die CDU-Fraktion darauf, dass es eine Bibliothek auf ehrenamtlicher Basis am Kirchplatz gebe. Da die Gemeinde noch das Konzept für eine modernisierte Bibliothek vorlegen müsse, wolle man dies erst einmal abwarten. Frank Fohrmann (FDP) sah keinen dringenden Bedarf und schlug vor, erst bei den Haushaltsberatungen darüber zu diskutieren. SPD und Grüne sprachen sich ganz klar für eine modernisierte Schul- und Gemeindebibliothek aus. Keiner geht aber davon aus, dass es auf Dauer drei Vollzeitstellen geben könnte für die Einrichtung an der AFG, wie die Verwaltung in ihrer Begründung vorschlägt.

Und wie sieht der AFG-Schulleiter die für die Schule wichtige Einrichtung?

„Die Zusammenarbeit mit der Schul- und Gemeindebibliothek ist Bestandteil unserer alltäglichen schulischen Arbeit. Diese entwickeln wir kontinuierlich weiter. So waren beispielsweise Regina Meinke und Anne Bräutigam in der letzten Lehrerkonferenz und haben die Neuausrichtung der Bibliothek mit den zukünftigen digitalen Möglichkeiten vorgestellt.

Im Anschluss haben beide drei interne Fortbildungen für Lehrer angeboten. Meine Kollegen sind in der Bibliothek in die erweiterten Möglichkeiten der digitalisierten Arbeit eingeführt worden. Dieses Wissen nutzen nun die Kollegen für ihren Unterricht, der auch für einzelne Schüler in der Bibliothek stattfindet. So arbeiten wir ständig an einer Weiterentwicklung unserer Zusammenarbeit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Qualität der Zusammenarbeit mit einer halben Stelle einer Bibliothekarin erreicht werden kann.

Eine Reduzierung der Bibliotheksarbeit durch die Reduzierung der Arbeitsstunden halte ich – gerade in dieser sensiblen Zeit der Umstellung auf die digitalen Möglichkeiten – für sehr problematisch.“

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