Illustratorin bei Bücher Janning
Cover oft ein Bauchgefühl

Havixbeck -

Hannah Kolling kommt gebürtig aus Havixbeck und gestaltet beruflich für den Hoffmann und Campe Verlag in Hamburg Buchcover. Daher kehrte sie am Mittwochabend zurück in ihre Heimat und berichtete bei Bücher Janning zahlreichen literaturinteressierten Gästen über ihre Tätigkeit.

Donnerstag, 26.09.2019, 17:20 Uhr
Das Cover soll die Leser neugierig auf ein Buch machen. Buchhändlerin Beate Janning (l.) begrüßte die Illustratorin Hannah Kolling, die den Zuhörern über ihre Arbeit berichtete.
Das Cover soll die Leser neugierig auf ein Buch machen. Buchhändlerin Beate Janning (l.) begrüßte die Illustratorin Hannah Kolling, die den Zuhörern über ihre Arbeit berichtete. Foto: Luis Wahlers

Wer demnächst in die Buchhandlung seines Vertrauens geht und ein Buch im Regal anschaut, das einen direkt anspricht und nicht mehr loslässt, ist vielleicht in die „Falle“ der Illustratorin Hannah Kolling getappt, die mit ihren Buchcovern die Leser direkt anziehen möchte.

Hannah Kolling kommt gebürtig aus Havixbeck und gestaltet beruflich für den Hoffmann und Campe Verlag in Hamburg Buchcover. Daher kehrte sie am Mittwochabend zurück in ihre Heimat und berichtete bei Bücher Janning zahlreichen literaturinteressierten Gästen bei einem Glas Wein über ihre Tätigkeit.

„Ich habe zuerst Verpackungen gestaltet und bin dann zu den Buchcovern gekommen, welche im Grunde auch Verpackungen sind – ein Buchdeckel ist wie ein Schatz, den ich öffne”, erläuterte Hannah Kolling, wie sie zu dieser Arbeit gekommen ist. Die Gäste hingen an Kollings Lippen, die zusammen mit Buchhändlerin Beate Janning Rede und Antwort stand. Es entwickelte sich regelrecht ein Diskurs, in welchem alle enthusiastisch dabei waren und das Mysterium Buchcover mit viel Humor entschlüsselten.

Anhand des Buchs „Die Aussprache” von Miriam Toews zeigte Hannah Kolling, wie ein Buchcover entsteht. „Alles fängt an auf der Frankfurter Buchmesse”, so Hannah Kolling. Hier berät der Verlag, welche Bücher eingekauft werden. „Dann geht es darum, welcher Titel der Spitzentitel wird.“ Wenn dies entschieden ist, erfährt die Illustratorin, worum es geht und welche Stimmung das Buch vermittelt, woraus sie den ersten Coverentwurf erstellt.

Hannah Kolling zeigte zahlreiche Coverentwürfe vom Titel „women talking”, welche entweder zu spitz waren und damit zu wenig potenzielle Leser ansprachen oder die Atmosphäre nicht wiedergaben. Sie entschied sich dazu, den Titel zu ändern und das Cover prägt nun eine weibliche Identifikationsfigur, da das Buch eine weibliche Zielgruppe ansprechen soll. Die Bilder sind Stockfotos oder kommen von Bildagenturen. „Da es im Buch um Minoriten geht, habe ich aus Nike Sneakern Birkenstockschuhe gemacht”, berichtete Hannah Kolling lachend über ihre gestalterische Änderung der Coverfigur.

„Man probiert viel aus. Die Entscheidung über das passende Cover ist oft ein Bauchgefühl und nicht wirtschaftlich geprägt”, erläuterte Hannah Kolling den Entscheidungsprozess. Dabei werde immer eine bestimmte Zielgruppe angesprochen. Wie bei dem Buch „Immerjahn”, welches „die 40-jährigen Zeitleser ansprechen sollte“, lachte Hannah Kolling. „Man muss sich da reinhängen, das wollen und leben”, beendete die kreative Illustratorin ihren Vortrag.

„Es ist beachtlich, wie viel Herzblut in einem Buchcover steckt”, sprach Beate Janning für alle Besucher, welche sichtlich beeindruckt von Hannah Kollings Arbeit waren.

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