Psychische Erkrankung in der Partnerschaft
Beide Partner leiden

Havixbeck -

Zum Thema „Psychische Erkrankung in der Partnerschaft“ fand ein Vortrag des Vereins zur Förderung der psychosozialen Dienste im Kreis Coesfeld in Havixbeck statt.

Freitag, 27.09.2019, 10:30 Uhr aktualisiert: 30.09.2019, 17:56 Uhr
Andrea Stachon-Groth, Leiterin der EFL Bistum Münster, widmete sich ihrem Vortrag im Torhaus am Kirchplatz dem Thema „Psychische Erkrankung in der Partnerschaft“.
Andrea Stachon-Groth, Leiterin der EFL Bistum Münster, widmete sich ihrem Vortrag im Torhaus am Kirchplatz dem Thema „Psychische Erkrankung in der Partnerschaft“. Foto: Michael Tiltmann

„Wer hat noch nie mit psychischen Erkrankungen zu tun gehabt?“ und „Wer hat noch nie mit Beziehungen zu tun gehabt?“, so lauteten die Einstiegsfragen von Diplom-Psychologin Andrea Stachon-Groth . Der Verein zur Förderung der psychosozialen Dienste im Kreis Coesfeld hatte in seinem Jubiläumsjahr die Leiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Bistum Münster nach Havixbeck zu einem Vortrag eingeladen. Denn psychische Erkrankungen werden immer häufiger diagnostiziert, viele erstmals in der Altersspanne zwischen 30 und 40 Jahren.

In dieser Zeit leben die meisten Menschen in Partnerschaften. Stachon-Groth machte deutlich, dass nicht nur der erkrankte Partner leide, sondern auch der gesunde. „Eine Depression entwickelt sich häufig schleichend und sie geht nicht von alleine weg. Diese Erkrankung sitzt in der Partnerschaft sozusagen manchmal lange mit im Raum.“

So wichtig es ist, dass der erkrankte Mensch Zugang zu einer Behandlung finde, so sehr stellten alle Anwesenden fest, dass die Partner dabei häufig nicht wirklich einbezogen werden. Die Krankenkassen bezahlen nur ein beziehungsweise wenige Paargespräche und das, obwohl Untersuchungen zeigen, dass das Rückfallrisiko vor allem von der Qualität der Paarbeziehung bestimmt wird, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins zur Förderung der psychosozialen Dienste im Kreis Coesfeld. Deshalb sei flankierend die Unterstützung durch Beratungsangebote, die vor allem die Beziehung in den Blick nehmen, besonders hilfreich.

Paarberaterinnen und -berater führen heraus aus der einseitigen Sicht: hier der Kranke – dort der Gesunde. Hilfreich sei es, die Kommunikation zwischen den Partnern zu verbessern, sodass beide ihre Bedürfnisse und auch ihre Grenzen spüren und angemessen äußern lernen. Es könnten gemeinsam Strategien entwickelt werden, wie das Paar im Falle des erneuten Auftauchens von depressiven Zuständen damit umgehen wolle.

Gerade unter der vermehrten Belastung durch eine Erkrankung braucht es Unterstützung für beide. Besonders die Partner von psychisch erkrankten Menschen tragen ein erhöhtes Risiko, wegen einer länger andauernden Überforderungssituation selbst zu erkranken. Nicht vergessen werden sollte: Eine gelungene Bewältigung einer Krise kann die Qualität der Paarbeziehung auch wachsen lassen.

Zum Thema

Unterstützung bieten insbesondere die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen im Kreis Coesfeld, in denen unabhängig von Religion, Nationalität und Alter kostenfrei psychosoziale Beratungsgespräche möglich sind.

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