Kanalnetzübertragung an den Lippeverband
Fakten und Erfahrungen dargestellt

Havixbeck -

Die Chancen einer Übertragung des Kanalnetzes an den Lippeverband für die Gemeinde Havixbeck erläuterte Bürgermeister Klaus Gromöller gemeinsam mit weiteren Referenten bei einer Bürgerversammlung.

Samstag, 28.09.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 28.09.2019, 10:38 Uhr
Verdeutlichten die Grundlagen für eine Übertragung des Kanalnetzes und die gemachten Erfahrungen: (v.l.) Bernd Tönning (Kämmerer Nordkirchen), Thomas Fock (Geschäftsbereichsleiter Lippeverband), Bürgermeister Klaus Gromöller, Michael Hoppenberg (Fachanwalt für Verwaltungsrecht) und Uli Hess (Ex-Bürgermeister Meschede).
Verdeutlichten die Grundlagen für eine Übertragung des Kanalnetzes und die gemachten Erfahrungen: (v.l.) Bernd Tönning (Kämmerer Nordkirchen), Thomas Fock (Geschäftsbereichsleiter Lippeverband), Bürgermeister Klaus Gromöller, Michael Hoppenberg (Fachanwalt für Verwaltungsrecht) und Uli Hess (Ex-Bürgermeister Meschede). Foto: Klaus de Carné

Als der ehemalige Bürgermeister der sauerländischen Kommune Meschede, Uli Hess , das Mikro ergriff, brach das Eis nach den vielen Informationen über den Lippeverband und eine mögliche Kanalnetzübertragung von der Gemeinde Havixbeck. Gut 50 Bürger waren der Versammlung im Forum gefolgt, um sich über die Umstände informieren zu lassen.

Hess, der in Meschede vor über zehn Jahren die Übertragung mit dem Lippeverband eingeleitet hatte, sprach den Havixbeckern Mut zu. „Ich bin ein Mann der Praxis und sehe die Erfordernisse einer kleinen Kommune wie ihrer mehr denn je. Bauen sie Vertrauen auf. Nutzen sie die langjährige Freundschaft mit dem Lippeverband. Bauen sie diese Partnerschaft aus, weil sie selber keine professionellen Mitarbeiter haben oder bekommen können“, so Hess, der heute ehrenamtlicher Bürgermeister in Wyk auf Föhr ist. Er sei gerne Pionier, auch heute noch. „Sie geben nichts aus der Hand. Sie behalten die Planungshoheit bei allen Dingen.“

Die Schäden am Kanalnetz in Havixbeck sind inzwischen sehr groß. Diese Tatsache war den anwesenden Kommunalpolitikern nicht unbekannt. Durch die schlechte Finanzlage der Gemeinde, die fast in eine Haushaltssicherung gelangt wäre, wurde an den Kanälen sehr wenig repariert. „Diesem Umstand geschuldet, wird es langsam Zeit, dies in Angriff zu nehmen“, so Bürgermeister Klaus Gromöller . Er zeigte auf, dass die Kommune fast 100 Kilometer an Abwasserkanälen unterhält. 25 Kilometer sind stark beschädigt und müssen in nächster Zeit saniert werden. „Alleine der Gesetzgeber drängt mit neuen Erlassen, dies auch nun endlich zu unternehmen“, sagte Gromöller, der fast keinen anderen Ausweg mehr für Havixbeck sieht. „Dass sich die Kosten auf Dauer für die Bürger erhöhen, dürfte jedem klar sein. Dies geschehe mit oder ohne den Lippeverband.“

Wie eine Partnerschaft mit dem Lippeverband aussehen kann, berichtete der Kämmerer der Gemeinde Nordkirchen, Bernd Tönning. Seit dem 1. Januar 2019 managt der Lippeverband das Kanalnetz der Gemeinde. „Unsere Motivation lag darin begründet, dass wir kein Personal und keine technischen Voraussetzungen dafür hatten“, so Tönning.

Nordkirchen war vor einigen Jahren finanziell ähnlich in der Klemme. „Wir hatten eine hohe Zinslast und konnten nicht mehr viel bewegen“, so der Kämmerer. Intensive Gespräche seien vorausgegangen, um diese Partnerschaft einzugehen. „Ich habe unseren Bürgermeister Bergmann an einem Sonntag mal in Gummistiefeln vom Acker gerettet. Er wurde gerufen, weil ein Notfall aufgetreten und keiner zu erreichen war“, berichtete Tönning eindrucksvoll.

Seit 30 Jahren sei Nordkirchen mit dem Klärwerk schon beim Lippeverband unterwegs und bestens zufrieden. Die Maßnahme sei vom dortigen Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Der Haushalt sähe besser aus, dies sei ein positiver Effekt nebenbei.

„Wir wollen Profis für unser Kanalnetz an der Hand haben, mit denen wir auch in Zukunft eine gute Gebührenpolitik betreiben können, im Sinne der Bürger“, so Klaus Gromöller.

Jetzt muss die Gemeinde mit dem Rat überlegen, ob es weitere Gespräche geben soll oder nicht. Dies könne noch ein langer Prozess werden. Vielleicht sogar im ganzen nächsten Jahr. Der mögliche Geldgewinn sei Nebensache, aber auch ein zusätzlicher Effekt, um die Gemeinde voranzubringen.

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