Strom so teuer wie noch nie
Tarifexperten helfen beim Wechseln

Havixbeck -

Privathaushalte zahlen für Strom derzeit so viel wie noch nie. Neben dem Energiesparen kann der Wechsel des Energieversorgers dabei helfen, die Kosten zu senken.

Samstag, 28.09.2019, 17:00 Uhr
Tobias Weßeler und Jens Branse (vorne) kennen das Geschäft mit den Energieversorgern. Sie sind immer auf der Suche nach Alternativen und werden auf jeden Fall fündig.
Tobias Weßeler und Jens Branse (vorne) kennen das Geschäft mit den Energieversorgern. Sie sind immer auf der Suche nach Alternativen und werden auf jeden Fall fündig. Foto: Klaus de Carné

Strom für Privathaushalte in Deutschland ist erstmalig so teuer wie nie zuvor. Am Stichtag 1. April ermittelte die Bundesnetzagentur einen durchschnittlichen Strompreis von 30,85 Cent pro Kilowattstunde – fast ein Cent mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2018.

Die Bundesnetzagentur ermittelt die Preise, indem sie die Daten von mehr als 1000 Stromlieferanten auswertet und daraus einen Durchschnittswert über alle Vertragsarten errechnet. Der Anstieg ist fast vollständig den von Lieferanten beeinflussbaren Kosten zuzurechnen: Der Anteil für Beschaffung, Vertrieb und die Handelsspanne der Versorger stieg um 0,91 Cent auf 7,61 Cent je Kilowattstunde. Damit schlug sich vor allem der Anstieg der Großhandelspreise auf private Stromrechnungen durch. Der größte Posten auf der Stromrechnung sind mit mehr als der Hälfte des Gesamtpreises aber Steuern, Abgaben und Umlagen.

Diesen Umstand bestätigen die beiden Tarifexperten der Havixbecker Firma „Tarifzauber“ auf Anfrage unserer Zeitung. Jens Branse und Tobias Weßeler sind seit neun Jahren auf dem Gebiet tätig. Sie ermitteln immer wieder die preiswertesten Energieversorger für ihre Kunden. „Wenn die Preise steigen, haben die Menschen sofort eine Nachricht vom Versorger im Briefkasten. Wenn die Werte mal fallen, auch das kommt vor, meldet sich bestimmt keiner“, erklärt Tobias Weßeler. Vom heutigen Stand ausgehend bezahlen die rund 3500 Kunden von Tarifzauber wesentlich weniger als der Durchschnitt. „Und das sind zurzeit 24 Cent im Mittel“, erklärt Jens Branse. Es sei von der Kommune und den Verbräuchen des Einzelnen abhängig.

Das Energiesparen in den eigenen vier Wänden immer an erster Stelle stehen müsse, sei nicht allen Bürgern klar. „Wir verschwenden nicht nur Strom, sondern auch Lebensmittel“, ärgert sich Jens Branse. Aber das sei ein anderes Thema.

Bevor man jahrelang über das Aufstellen von Windkraftanlagen diskutiere, müsse der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern oder auch auf großen Flächen viel stärker erfolgen. Denn so könne der Einzelne auch Strom erzeugen, sind sich die beiden Tarifexperten einig. Windräder fänden sie nicht grundsätzlich schlecht, aber die Anlagen dürften die Menschen nicht krank machen.

90 Prozent der Haushalte überprüfen ihre Strom- und Gasrechnungen nicht umfangreich genug. Das wissen Weßeler und Branse aus Erfahrung. Bei so manchem Haushalt würden so Verluste bei Strom und Gas von rund 500 Euro im Jahr eingefahren. Das zeige die fast zehnjährige Erfahrung. Wechslen könnten Verbraucher immer. Bei Gas sei der beste Zeitpunkt vor der Heizperiode. Bei Strom sei das im ganzen Jahr möglich. „Die Menschen sind mit unserer Dienstleistung zufrieden. Jeden Tag durchforsten wir die Energiebörsen für Strom und Gas und stoßen dabei immer wieder auf preiswertere Versorger. Da ist ein risikoloser Wechsel immer möglich“, so Branse und Weßeler.  

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