Haushaltsentwurf 2020
Freude über positives Ergebnis

Havixbeck -

Der Haushaltsentwurf 2020 der Gemeinde Havixbeck ist strukturell ausgeglichen und verzeichnet ein klares Plus. Entsprechend gut gelaunt präsentierten Bürgermeister Klaus Gromöller und Kämmerer Stefan Wilke dem Gemeinderat das Zahlenwerk.

Freitag, 11.10.2019, 19:30 Uhr
Stellten den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr 2020 vor (v.l.): stellvertretender Fachbereichsleiter Frank Ahrens, Bürgermeister Klaus Gromöller und Kämmerer Stefan Wilke.
Stellten den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr 2020 vor (v.l.): stellvertretender Fachbereichsleiter Frank Ahrens, Bürgermeister Klaus Gromöller und Kämmerer Stefan Wilke. Foto: Frank Vogel

Die Stimmung bei Bürgermeister Klaus Gromöller , Kämmerer Stefan Wilke und dem stellvertretenden Fachbereichsleiter Frank Ahrens war ausgesprochen gut, als die drei im Pressegespräch den Haushaltsentwurf 2020 vorstellten. Und auch im Gemeinderat am Donnerstag kündigte der Bürgermeister gleich zu Beginn an, dass er Erfreuliches mitzuteilen habe. So früh wie seit vielen Jahren nicht mehr liege das Zahlenwerk vor. „So kann der Rat den Beschluss zum Haushalt schon in diesem Jahr treffen.“ Was aber noch wichtiger sei: Der Etatentwurf sei strukturell ausgeglichen und verzeichne ein Plus von 726 000 Euro. Gromöller: „Statt dass wir unser Eigenkapital angreifen müssen, können wir es aufstocken.“

Die im Laufe des Jahres befürchtete „Delle“ sei nicht eingetreten, freute sich Gromöller. Und man habe vorsichtig gerechnet. Positive Effekte, die sich ergeben können, wenn das Baugebiet südwestlich der Münsterstraße realisiert wird, seien noch nicht eingerechnet.

Es sei in der Zukunft allerdings auch viel zu stemmen, verwies der Bürgermeister auf eine ganze Reihe von Projekten wie den Anbau für die Anne-Frank-Gesamtschule, den Ausbau der Kitaplätze, Straßensanierungen, die Erweiterung des Feuerwehrhauses Havixbeck und des Sandstein-Museums, die Sanierung des Freibades, Klimaschutz und Mobilität.

Dafür wolle man das Personal in der Verwaltung moderat aufstocken, erinnerte Gromöller auch daran, dass zudem einige „Wissensträger“ ersetzt werden müssen. Die Vereine und damit das Ehrenamt würden weiter unterstützt, betonte er.

„Wir haben nach vielen Jahren der Beschränkung jetzt eine sehr, sehr schöne Situation“, fasste der Bürgermeister im Pressegespräch zusammen. Zugleich mahnte er aber auch, darauf zu achten, mit Augenmaß zu investieren. „Haushalte werden nicht in schlechten Zeiten, sondern in guten Zeiten ruiniert.“ Seinen Dank sprach Gromöller am Donnerstag neben allen Mitarbeitern vor allem auch Stefan Wilke und Frank Ahrens aus. Wilke hatte seinen letzten Haushaltsentwurf für die Gemeinde erarbeitet. Er wechselt zum 1. November als Fachbereichsleiter Zentrale Dienste nach Waltrop.

Der Kämmerer untermauerte den positiven Ausblick des Bürgermeisters mit einigen Zahlen. Gründe für das Plus seien die guten Erträge aus Steuern und ähnlichen Abgaben (13,7 Mio.). „Sollte sich der Gesamthaushalt 2020 bis 2023 umsetzen lassen, ist weiterhin keine Steuererhöhung geplant. Damit hätten wir die realistische Chance, zehn Jahre in Folge konstante Hebesätze realisieren zu können.“

Positiv hervorzuheben sei auch, dass die Schlüsselzuweisungen weiter steigen (3,3 Mio. Euro).

Auf der anderen Seite stünden Personalaufwendungen, die um 380 000 Euro steigen werden unter anderem wegen der neuen Stellen für die Digitalisierungsthemen und im Hausmeisterpool, den Erhalt des Sozialpädagogen im Bereich Integration, die Demografiestelle und den Wegfall des kw-Vermerkes für eine Ingenieursstelle. Diese Aufstockung sei notwendig, um die Gemeinde „gewissenhaft“ auf die nächsten Jahre vorzubereiten. Die Herausforderungen am Arbeitsmarkt (Fachkräftemangel etc.) bedürften allerdings guter Ideen und Strategien.

Überdurchschnittlich hoch seien die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen (6,9 Mio. Euro), hier fallen auch um 400 000 Euro erhöhte Ansätze bei der Unterhaltung von Straßen und Entwässerungsanlagen ins Gewicht. Steigen werden auch die Transferaufwendungen (zum Beispiel die Kreisumlage), sie erreichen 7,3 Mio. Euro (330 000 Euro mehr als im laufenden Jahr).

Das Investitionsvolumen liege, so Wilke, bei über 13 Mio. Euro – 5,8 Mio. für den Kauf von Grundstücken und Gebäuden, 7,5 Mio. Euro für Baumaßnahmen. Dafür müssen Kredite aufgenommen werden (6 Mio. Euro allein in 2020). In den nächsten drei Jahren werde das Kreditportfolio noch weiter steigen. Durch die Erschließung und Vermarktung neuer Baugebiete könne aber Geld wieder zurückfließen und der Verschuldungsgrad zurück „auf ein gewöhnliches Niveau“ sinken.

„Die Situation ist sicherlich entspannter“, fasste Wilke zusammen. Man müsse in finanziell guten Zeiten aber die richtigen Entscheidungen treffen. Im Auge behalten müsse man dabei das steigende Kreditniveau, die steigenden Zinsaufwendungen, konjunkturbedingte verringerte Steuereinnahmen, höhere Transferaufwendungen an den Kreis und die Unsicherheiten bei der Zuweisung von Flüchtlingen in den nächsten Jahren. Besonders der investive Teil des Haushaltsplanentwurfes biete aber „vielfältige Möglichkeiten, die Geschicke der Gemeinde Havixbeck zu gestalten.“

Daran, so wünsche er sich, sollten Politik und Verwaltung gemeinsam zum Wohl der Gemeinde arbeiten, bedankte sich Wilke beim Rat für die „zu jeder Zeit interessante, spannende und kontroverse Diskussionskultur“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6994588?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F
Vainstream gibt erste Acts bekannt
Rock-Festival: Vainstream gibt erste Acts bekannt
Nachrichten-Ticker