Europäischer Tag der Restaurierung
Faszination für Kulturgut vermittelt

Havixbeck -

Beim zweiten Europäischen Tag der Restaurierung war in diesem Jahr auch wieder die Havixbecker Werkstatt „Restauratorinnen Münsterland“ vertreten. Die drei Frauen vermittelten ihren Gästen einen hochspannenden Beruf.

Dienstag, 15.10.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 16.10.2019, 16:18 Uhr
Auch Birgit Engel-Bangen (Mitte), auf die Konservierung und Restaurierung von Holzobjekten spezialisiert, erläutert den Gästen ihre Arbeit.
Auch Birgit Engel-Bangen (Mitte), auf die Konservierung und Restaurierung von Holzobjekten spezialisiert, erläutert den Gästen ihre Arbeit. Foto: Ina Geske

Nach der erfolgreichen Premiere fand nun zum zweiten Mal der Europäische Tag der Restaurierung statt. Auch die Werkstattgemeinschaft der Restauratorinnen Sabine Heitmeyer-Löns , Birgit Engel-Bangen und Heike Pelzer nutzte die Möglichkeit, Interessierten ihre Arbeit näherzubringen. Die drei Frauen, die seit fast 28 Jahren gemeinsam arbeiten und ihre Werkstatt gegenüber von Haus Stapel etabliert haben, präsentierten zum diesjährigen Motto des Tages der Restaurierung „Gesichert: die Spuren der Zeit“ ihre Arbeit an Tapisserie, alten Möbeln mit eindrucksvollen Intarsien und Marketerien und völkerkundliche Objekte.

„Es ist interessant, den Leuten zu zeigen, wie das Alte erneuert wird, und dass man nicht alles neu kaufen muss. Es ist toll, Menschen zu begeistern und ihren Blick zu schärfen, Sachen nicht so schnell wegzuwerfen“, erklärte Restauratorin Heike Pelzer. Und ihre Kollegin Birgit Engel-Bangen, die sich wie Pelzer auf die Konservierung und Restaurierung von Objekten aus Holz spezialisiert hat, pflichtete ihr bei: „Man kann so den Menschen die Faszination für das Kulturgut näherbringen.“

Tag der Restauration

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Beide Frauen haben ihren Weg zur Restauratorin mit einer Tischlerlehre begonnen. „Ich wollte schon immer schöne Möbel bauen“, war Pelzer früh klar. Nach einer Zeit der Weiterbildung in Frankreich und einer Ausbildung zur Ebenistin sowie drei Jahren mit verschiedenen Praktika absolvierte sie ein Studium zur Diplom-Restauratorin.

Auch Birgit Engel-Bangens Weg zur ausgebildeten Restauratorin war lang. Nach der Lehre und erst sechs Jahren mit Restaurierungspraktika machte sie sich selbstständig. „Leider ist der Beruf noch nicht geschützt. Jeder kann sich so nennen“, bedauerte sie, dass der Beruf trotz des langen Ausbildungsweges immer noch nicht ausreichend anerkannt und respektiert werde.

Im Gegensatz zu ihren Mitstreiterinnen hat sich Sabine Heitmeyer-Löns in den Räumlichkeiten nebenan auf Textilien spezialisiert. Nach einem Lehramtsstudium für Kunstpädagogik und Textilgestaltung, das ihre Leidenschaft für Kunst- und Sozialgeschichte der Textilien weckte, schlug sie mit einer Ausbildung den Weg zur Textilrestauratorin ein. Manchmal kann sie nur noch Stücke entstauben und Fehlstellungen reparieren, aber sie macht ihre Arbeit gern, auch wenn sie oft nicht ganz einfach sei. „Am besten bleiben Textilien erhalten, wenn man sie verschließt. Das Wesentliche ist, sie keinem Licht auszusetzen“, erklärte Heitmeyer-Löns mit einem Augenzwinkern den interessierten Besuchern, denn natürlich sollen die schönen Textilien gezeigt und nicht weggesperrt werden. In ihrer Werkstatt hat sie einige Artefakte, die viel erzählen: „Es steckt immer eine Geschichte dahinter.“

Meist arbeiten die drei Restauratorinnen, die deutschlandweit Aufträge von Privatpersonen aber auch von öffentlichen Trägern wie Kirchen und Museen annehmen, für sich. Doch hin und wieder gibt es Gemeinschaftsprojekte, so wie ein Puppentheater, an dem Holzarbeiten sowie Textilarbeiten an den Puppen im Team durchgeführt werden können.

Die Besucher ließen sich mitreißen in die Welt der Restauration – und der eine oder die andere hatte sogar ein kleines Schmuckstück im Gepäck. So konnten gleich vor Ort Fachfragen geklärt werden ...

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