Kämmerer Stefan Wilke verlässt Havixbeck
Digitalisierung vorangebracht

Havixbeck -

Kämmerer Stefan Wilke verlässt nach dreieinhalb Jahren die Gemeinde Havixbeck. Am 1. November übernimmt der 35-Jährige bei der Stadt Waltrop die Leitung des Fachbereichs Zentrale Dienste.

Freitag, 18.10.2019, 20:00 Uhr
Der digitale Haushalt ist ein Steckenpferd von Kämmer Stefan Wilke. Während seiner Zeit in der Gemeindeverwaltung hat er die Digitalisierung mit vorangebracht. Am Monatsende verlässt Wilke Havixbeck.
Der digitale Haushalt ist ein Steckenpferd von Kämmer Stefan Wilke. Während seiner Zeit in der Gemeindeverwaltung hat er die Digitalisierung mit vorangebracht. Am Monatsende verlässt Wilke Havixbeck. Foto: Frank Vogel

Den Haushaltsplanentwurf gemeinsam anschauen? Kein Problem. Stefan Wilke tippt am Schreibtisch auf seine Computertastatur, und schon erscheint auf dem riesigen Bildschirm an der gegenüberliegenden Wand eine Grafik zur Ergebnisplanung für die Jahre 2020 bis 2023. „Ein sehr schönes Bild“, schmunzelt der Kämmerer. Die grünen Abschnitte im Balkendiagramm signalisieren: Die Gemeinde wird ihren Haushalt dauerhaft ausgleichen können und sogar ein Plus machen. „Aber“, und da meldet sich sogleich der besonnene Finanzfachmann, „man muss die Risiken im Auge behalten und die prognostizierte gute Entwicklung mit klugen und weitsichtigen Entscheidungen nutzen.“ Das wünscht er der Gemeinde Havixbeck für die Zukunft. Seine eigene beginnt mit dem Stichtag 1. November in der Stadt Waltrop. Dort übernimmt der 35-Jährige die Leitung des Fachbereichs Zentrale Dienste.

In Havixbeck habe es ihm gut gefallen, sagt Stefan Wilke nach mehr als dreieinhalb Jahren als Kämmerer. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen in der Verwaltung sei vertrauensvoll und gut gewesen. „Auch in schwierigen Zeiten haben wir hier zusammengehalten.“ Beim Gemeinderat hatte er sich in seiner Rede zur Einbringung des Haushaltsentwurfes für die „zu jeder Zeit interessante, spannende und kontroverse Diskussionskultur“ bedankt. Trotzdem geht er. Warum?

Es gibt zwei wichtige Gründe: Einmal liegt Waltrop näher an Wilkes Wohnort Kamen. Zum Zweiten ist die Stadt etwa dreimal so groß wie die Gemeinde Havixbeck – eine neue Herausforderung für Stefan Wilke, die er bewusst sucht. „In Waltrop bin ich nicht mehr Kämmerer, sondern vor allem für die Personal- und Organisationsentwicklung zuständig – eines meiner Steckenpferde“, freut er sich auf die neue Aufgabe.

Zum Thema Personal- und Organisationsentwicklung hatte er auch schon in Havixbeck Vorschläge zu einer neuen, verschlankten Verwaltungsstruktur gemacht. Diese hatten allerdings keine Mehrheit im Rat gefunden. Die Herausforderung, auf Fachkräftemangel, Konkurrenz und Überalterung adäquat zu reagieren, bleibe aber bestehen, betont Wilke, der auch als Arbeitgebervertreter im Prüfungsausschuss des Studieninstitutes Westfalen-Lippe für Verwaltungsfachangestellte mitgearbeitet hat. „Wir müssen gute Mitarbeiter stärken und gute neue Leute mit interessanten Angeboten dazuholen.“ Das gelte nicht nur für Havixbeck.

Ein anderes Steckenpferd Wilkes ist der digitale Haushalts. Das umfangreiche Zahlenwerk liegt dank seiner Initiative in Havixbeck seit einigen Jahren nun auch elektronisch und nicht nur als gedruckte Fassung vor. „Die digitale Variante ist noch detailreicher als das gedruckte Exemplar“, erklärt der Kämmerer. „Damit hat jeder Einzelne, Politiker wie Bürger, ein mächtiges Werkzeug, den Haushalt komplett zu sezieren.“ Verläufe, Veränderungen und prozentuale Verteilungen können an Zahlen und Verlaufsgrafiken, Kuchen und Diagrammen abgelesen werden. „Das ist transparent und auch eine perfekte Hilfe, um einen Haushalt zu erklären.“

Überhaupt die Digitalisierung der Ratsarbeit: Wilke gehört zur Generation für die das Digitale selbstverständlich ist. Für einige Ratsmitglieder sei es am Anfang schwierig gewesen, sich mit dem digitalen Ratsinformationssystem anzufreunden. Inzwischen seien die meisten aber firm darin. „Ich hoffe, dass in der neuen Wahlperiode dann alle auf digital umstellen.“ So zu arbeiten sei zeit- und papiersparend. Und: „Vielleicht ist es auch eine Chance, jüngere Leute für die Politik zu begeistern, wenn sie sehen, dass hier mit aktueller Technik gearbeitet wird.“

Was er der Gemeinde aber vor allem wünsche sei, dass Politik und Verwaltung durch kons­truktive Zusammenarbeit zu „effizienten Entscheidungs- und Umsetzungsprozessen“ zum Wohl der Havixbecker kommen.

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