Ludger Hecking veröffentlicht neues Buch
Dialoge mit dem Vater auf Tonband aufgezeichnet

Havixbeck -

In den 1980er-Jahren zeichnete Ludger Hecking Dialoge mit seinem Vater über dessen Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg auf. Diese dienten ihm nun als Grundlage für sein Buch „Wie ein Lokführer den Krieg durchlebte“.

Freitag, 01.11.2019, 14:00 Uhr
Neu erschienen ist das Buch „Wie ein Lokführer den Krieg durchlebte“ von Ludger Hecking.
Neu erschienen ist das Buch „Wie ein Lokführer den Krieg durchlebte“ von Ludger Hecking. Foto: Lies MAL ANDERS Verlag

Vor 80 Jahren begann der Zweite Weltkrieg und vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer. Diese Zäsuren der deutschen Geschichte waren Grund genug für den Wahl-Havixbecker Ludger Hecking , der in Bocholt aufwuchs, wichtige Geschehnisse zu beleuchten.

Zugute kamen ihm die Dialoge mit seinem Vater in den 1980er-Jahren, die er auf einem Tonband aufgenommen hatte. Der Vater war Lokführer und hatte als solcher auch etliche Male die Strecke Bocholt–Münster über Havixbeck befahren.

Die Dialoge bilden den Kern des Buches mit dem Titel „Wie ein Lokführer den Krieg durchlebte“. In diesem Buch erläutert Hecking intensiv, wie es zum Krieg kommen konnte und wie der Wandel zu einem neuen Deutschland nach Kriegsende vonstatten ging.

Heckings Vater durchlitt fast den gesamten Krieg an der Ostfront und gelangte bei den vielen Fahrten bis kurz vor Moskau. Dramatische Szenen spielten sich ab, wenn er zum Beispiel nach Angriffen unter der zerstörten Lokomotive hervorkriechen musste, oder wie er auf einem Nebelwerfer hockend dem Kessel um Orscha entfliehen konnte.

„Die Gefangenschaft war nicht weniger dramatisch. Erst amerikanisch, dann über Nacht sowjetisch“, berichtet Ludger Hecking im Gespräch mit unserer Zeitung. In Viehwagen ohne, ausreichende Versorgung, wurden die Gefangenen hinter Moskau gebracht, haben dort unter härtesten Bedingungen überlebt. Ein geklauter Kürbis wurde über Nacht unter dem Kopf gehalten und war am anderen Morgen von Ratten zerfressen.

Das Buch bringt tiefe Erkenntnisse über das geschundene Leben der russischen Landbevölkerung in der getroffenen Gegend.

Ebenfalls für viele bislang unbekannt und vom Autor thematisiert, ist der Umgang der Veteranen mit Familien und Mitbürgern nach dem Krieg und deren Sichtweise auf Vergangenes und die Zukunft.

Die Freundschaft zwischen den „Bett“-Nachbarn in Kriegsgefangenschaft hat sich übrigens auf die nächste Generation übertragen. So konnten geflüchtete Freunde aus der DDR 1989 aufgenommen werden. Um eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Aussagen des Vaters zu ermöglichen, hat Hecking dieses mit Hinweisen versehen.

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Das Buch ist erschienen im „LIES MAL ANDERS Verlag“, ISBN 978-3-00-063328-7, und erhältlich für 6,90 Euro über den Buchhandel oder unter „lies-mal-anders.de“. Der WN-Servicepartner Bücher Janning hat das Buch vorrätig.

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