Fotoimpressionen und Kulinarisches
In indischen Familien gelebt

Havixbeck -

Asienspezialist Peter Witt präsentierte seinen Multivisionsvortrag „Keine Angst vor Indien“ im neuen Kulturprogramm des Café Arte im Baumberger-Sandstein-Museum.

Montag, 04.11.2019, 06:00 Uhr
Witold Wylezol (r.) will im „Café Arte“ im Baumberger-Sandstein-Museum die Kultur auf eine neue Ebene bringen und zum Beispiel Kunst und Kulinarisches verbinden. Der Multivisionsvortrag von Peter Witt über Indien machte den Anfang.
Witold Wylezol (r.) will im „Café Arte“ im Baumberger-Sandstein-Museum die Kultur auf eine neue Ebene bringen und zum Beispiel Kunst und Kulinarisches verbinden. Der Multivisionsvortrag von Peter Witt über Indien machte den Anfang. Foto: Ina Geske

Der angenehme Geruch indischer Gewürze zog vom neuen „Café Arte “ durch das Sandstein-Museum in das Obergeschoss. Es war eine Ankündigung für ein Kulturevent der besonderen Art. Etwa vierzig Liebhaber der indischen Küche verköstigte der Kulturmanager und Pächter des Cafés, Witold Wylezol , mit indischen Spezialitäten als Einstimmung auf den Multivisionsvortrag des Asienspezialisten Peter Witt unter dem Titel „Keine Angst vor Indien“.

„Herzlich willkommen und Namaste. Meine Seele grüßt ihre Seele“, begrüßte Witt die Besucher zu einer Rundreise durch Indien, die fünf Monate währte und bei der 15 000 Kilometer vom Himalaya bis zum tropischen Süden, von der Wüste im Westen bis in den wenig bekannten Nordosten zurückgelegt wurden.

Warum der Titel „Keine Angst vor Indien“? Wenn man an die Schlagzeilen von Vergewaltigungen, von Armut bis hin zu sterbenden Menschen auf den Straßen denke, dann sei Indien für viele, die gereist seien, dennoch aufregend. Diese Bilder gäbe es natürlich, stellte der Fotograf fest, aber sie seien genauso häufig wie die Themen, die bei uns in den Schlagzeilen auftauchen würden. Indien sei mit einem sehr hohen Tempo auf dem Weg in die Moderne, mit einer sehr hohen Kluft zwischen Arm und Reich.

„Warum sind so viele Inder so tiefenentspannt?“, war die große Frage, die sich der Experte am Anfang seiner Reise stellte. Inder scheinen so eins zu sein mit ihrem Leben, was den Europäern doch oft schwer falle. „Die wichtigste Antwort liegt in der gelebten Spiritualität, in der Religiosität der Menschen“, zeigte Peter Witt in den Bildern auf. „Wir haben uns in Indien sicher und wohl gefühlt. Das liegt natürlich hauptsächlich an den Indern mit ihrer enormen Freundlichkeit, ihrer Gastfreundschaft bis hin zur Fürsorglichkeit, die uns wirklich beeindruckt haben. Es zählt die menschliche Begegnung. Die Inder sind viel weniger durch den Materialismus eingenommen.“ Mit seinem zweistündigen Vortrag und vielen Porträts, gespickt mit historischen Rückblicken, wolle er nicht nur Indien zeigen, sondern den Indern für die tolle Zeit in ihrem Land danken. So nahm er alle mit auf eine beeindruckende Reise.

„Indien ist ein Land der Kontraste.“ Ihm präsentierten sich Großstädte, in denen man ohne Mund- und Gehörschutz nicht auf die Straße gehen könne, aber auch kleine Dörfer, gelegen am Fuße des Himalaya und abgeschnitten von der Stromversorgung, die nur zu Fuß erreicht werden könnten. Doch nicht nur die Landschaft und ihre Tierwelt präsentierte sich Peter Witt. Beeindruckende Bauten mit einer architektonischen Komplexität und gigantische Tempel, die vor tausenden vor Jahren aus schier übermenschlicher Kraft teilweise aus Felsen heraus gearbeitet wurden, waren überall auf der Reise zu entdecken.

Die meiste Zeit reiste Witt mit der Bahn. Bei 30 km/h habe man genug Zeit, auch die Menschen kennenzulernen, denn man sei dort mitten im Leben. „Wer in Indien nicht Bahn fährt, der hat Indien nicht wirklich erlebt“, weiß Witt. Teilweise wurde er unerwartet Gast im Hause vieler indischer Familien. Wie selbstverständlich wurde er aufgenommen und durfte zum Essen bleiben. „Wer in Indien gut essen gehen will, der wartet auf eine private Einladung oder geht in einem Tempel essen“, gab Witt seinen Geheimtipp. „Und indisches Essen ist nicht nur einfach scharf“, schuf er den Bogen zum Einstieg des Abends.

Café-Betreiber Witold Wylezol zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des ersten Kulturabends: „In Zukunft wollen wir auf eine besondere Art Kultur präsentieren und sie mit dem Kulinarischen verbinden.“

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