Novembertage
„Krieg? Ohne uns!“

Havixbeck/Nottuln -

Desertion und Militärstreik im I. Weltkrieg – das ist das Thema einer szenischen Lesung in Havixbeck und in Nottuln.

Mittwoch, 06.11.2019, 22:00 Uhr
Rudi Friedrich (l.) und Talib Richard Vogl lesen und musizieren in Havixbeck und Nottuln zum Thema Desertion im I. Weltkrieg.
Rudi Friedrich (l.) und Talib Richard Vogl lesen und musizieren in Havixbeck und Nottuln zum Thema Desertion im I. Weltkrieg. Foto: Connection e.V.

Zu einer Lesung besonderer Art laden die Friedensinitiative Nottuln (FI) und der Friedenskreis an der Anne-Frank-Gesamtschule Billerbeck-Havixbeck (FK) im Rahmen der Novembertage ein: „Krieg? Ohne uns! – Desertion und Militärstreik im I. Weltkrieg“. In einer szenischen Lesung werden Rudi Friedrich von Connection e.V. und der Gitarrist Talib Richard Vogl denjenigen Raum geben, die sich mit ihrer Desertion oder auf andere Weise gegen den I. Weltkrieg wandten. Mit Texten unter anderem von Dominik Richert, Ernst Toller, Wilhelm Lehmann und Richard Stumpf, mit Gedichten, Liedern und Musik werden sie ihren Erlebnissen, Gedanken, Motiven und Konsequenzen nachgehen, auch mit Verweis auf die aktuelle Bedeutung.

Die Lesungen finden statt in Havixbeck am 24. November (Sonntag) um 11 Uhr in der Schul- und Gemeindebibliothek und in Nottuln am 25. November (Montag) um 19.30 Uhr im Forum des Rupert-Neudeck-Gymnasiums. Der Eintritt beträgt jeweils 5 Euro.

In der Einladung erläutern FI und FK die geschichtlichen Hintergründe: „Am I. Weltkrieg (1914 bis 1918) beteiligten sich 40 Staaten, 70 Millionen Soldaten standen unter Waffen. Insbesondere in Westeuropa, auf dem Gebiet Frankreichs und Belgiens, entwickelte sich eine Material- und Menschenschlacht. Für die Soldaten wurden die über Jahre hinweg industrialisiert geführten Gefechte in den Schützengräben zur alltäglichen Realität. Fast zehn Millionen Soldaten starben, die Anzahl der zivilen Opfer wird auf weitere sieben Millionen geschätzt.

In Deutschland war 1914 die Kriegsdienstverweigerung so gut wie unbekannt. Trotz einer anfänglichen Kriegsbegeisterung entzogen sich aber zunehmend Rekruten und Soldaten der Beteiligung am I. Weltkrieg. In den Marinehäfen traten 1918 Soldaten in den Streik. Zwischen 750 000 und 1 Million Männer entzogen sich auf unterschiedlichste Art dem Dienst oder verschwanden in der Etappe. Insbesondere im zaristischen Russland und in Deutschland desertierten 1917 und 1918 sehr viele Soldaten. Sie wendeten sich damit gegen die Weiterführung eines Krieges.“

Rudi Friedrich (Trompete, Lautpoesie, Lesung) und Talib Richard Vogl (Gitarre, Lautpoesie, Lesung) bieten mit einer tiefsinnig und kurzweilig gestalteten szenischen Lesung einen aufschlussreichen Einblick in die damalige Zeit. Nach der Lesung gibt es die Möglichkeit für ein Gespräch.

 

 

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