Geschichtsunterricht an der AFG
„Meine Freundin Anne“

Havixbeck -

„Sie genoss es so sehr, dieses kleine, kurze Leben, das sie hatte. Als ob sie wusste, dass es nur ein kurzes Leben ist.“ Jaqueline van Maarsen erinnert sich an ihre beste und wohl auch berühmteste Freundin: Anne Frank.

Montag, 11.11.2019, 06:11 Uhr aktualisiert: 11.11.2019, 06:20 Uhr
Holografische Erzählungen stehen im Mittelpunkt des AFG-Geschichtsunterrichts.
Holografische Erzählungen stehen im Mittelpunkt des AFG-Geschichtsunterrichts. Foto: Emily Stevermüer

In einem Sessel sitzend, lässt die hochbetagte Frau im Klassenzimmer der Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ) ihre gemeinsame Vergangenheit Revue passieren. Dabei ist sie nicht leibhaftig nach Havixbeck gereist, sondern bringt den Jugendlichen ihre Geschichte mittels App auf I-Pads nahe.

„Augmented Reality“ nennt sich das Projekt des Westdeutschen Rundfunks (WDR), der in einem Mix aus Interviews, Filmszenen und animierten Bildern ein Format gestaltet, das die Neuntklässler der AFG auf lebensnahe Weise mit deutscher Geschichte konfrontiert. Straßenszenen aus Amsterdam werden sichtbar, Kinderbilder von Anne und Jaqueline; wo Dokumente fehlen, ergänzen Bleistiftzeichnungen die Szenerie.

„Das Projekt ist beeindruckend“, sagt Emily Stevermüer , Vorsitzende des Fachbereichs Gesellschaftskunde der AFG. „Man hat das Gefühl, als würde Jaqueline van Maarsen tatsächlich vor einem sitzen.“ Schon allein die Technik spreche die Schülerinnen und Schüler an. „Kaum jemand schreibt heute noch Tagebuch. Aber Mit IPads und Apps, da kennen sich die meisten aus.“

Dass es noch Freundinnen und Weggefährtinnen gibt, die von Anne Frank erzählen können, sei den meisten Jugendlichen gar nicht bewusst, deshalb habe sie das WDR-Team eingeladen, dem neunten Jahrgang diese holografische Erzählung zu präsentieren.

In den vergangenen Jahren beschäftigte sich der 9. Jahrgang der AFG immer wieder intensiv und auf vielfältige, individuelle Weise mit Anne Frank. Emily Stevermüer, koordiniert diese Arbeit und ist sich sicher, damit wichtige Aufklärung zu leisten: „Jacqueline und auch Hannah Goslar, eine weitere Vertraute, die hier ihre Geschichte erzählt, sprechen für die, die es nicht mehr können. Sie möchten erinnern und wachrütteln. Damit die Schüler erfahren, was es bedeutet, von einer ganzen Gesellschaft ausgeschlossen und bedroht zu werden.“

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