Weiterbildung
In zwei Jahren zum Altenpfleger

Havixbeck -

„Es war sehr gewöhnungsbedürftig, plötzlich wieder in der Schule zu sitzen und den ganzen Tag zuhören zu müssen“, erzählt Benedikt Meis.

Sonntag, 17.11.2019, 06:00 Uhr
Informierten über das Weiterbildungsangebot (v.l.): Dr. Alfred Knierim, Geschäftsführer des Seniorenstiftes Alte Weberei, seine neue Fachkraft Benedikt Meis, Norbert Borgert von der Agentur für Arbeit und Einrichtungsleiter René Stigt.
Informierten über das Weiterbildungsangebot (v.l.): Dr. Alfred Knierim, Geschäftsführer des Seniorenstiftes Alte Weberei, seine neue Fachkraft Benedikt Meis, Norbert Borgert von der Agentur für Arbeit und Einrichtungsleiter René Stigt. Foto: Agentur für Arbeit

„Es war sehr gewöhnungsbedürftig, plötzlich wieder in der Schule zu sitzen und den ganzen Tag zuhören zu müssen“, erzählt Benedikt Meis . Der 30-jährige Havixbecker hat vor einem Jahr eine Weiterbildung zum examinierten Altenpfleger abgeschlossen und dabei auch die Berufsschule besucht. Einen Weg, den er sich zunächst gar nicht vorstellen konnte.

Mit einer Ausbildung zum Gesundheits- und Pflegeassistent arbeitete Benedikt Meis im Seniorenstift Alte Weberei in Coesfeld. Dort half er den Altenpflegern bei der Grundpflege. Da er seinen Job sehr gut machte, sah die Leitung der Einrichtung in ihm mehr Potenzial. „Wir bekommen unseren Bedarf an Fachkräften längst nicht mehr über die Auszubildenden gedeckt, sondern versuchen, im Haus gute Leute im Helferbereich zu fördern“, berichtet Einrichtungsleiter René Stigt.

So ist man auch auf Benedikt Meis zugegangen und hat ihm angeboten, eine Ausbildung zum Altenpfleger in der Einrichtung zu machen. „Das habe ich zunächst abgelehnt. Nur mit einer Ausbildungsvergütung hätte ich meinen Lebensunterhalt gar nicht bestreiten können“, sagt Meis. Aus Erfahrungen heraus konnte Geschäftsführer Dr. Alfred Knierim ihm diese Sorge jedoch nehmen: „Mit Unterstützung der Agentur für Arbeit konnten wir bereits mehrere Mitarbeiter zu Fachkräften qualifizieren, und das ohne finanzielle Einbußen für sie.“

Meis willigte ein und brachte die Ausbildung in zwei Jahren hinter sich. „Da er bereits eine Vorbildung im Bereich der Pflege hatte, konnte die dreijährige Ausbildung verkürzt werden“, erklärt Norbert Borgert, Arbeitsvermittler im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Coesfeld. Er prüfte die Fördervoraussetzungen und bewilligte die finanziellen Hilfen. Neben den Lehrgangs- und Fahrtkosten gab es auch einen Zuschuss zum Gehalt von Benedikt Meis, das sein Arbeitgeber während der Weiterbildung wie gewohnt weitergezahlt hat.

Heute, ein Jahr nach Ende der Qualifizierung, findet sich Meis in einem vielseitigeren Arbeitsumfeld wieder. Er lernt andere Nachwuchskräfte an, macht die medizinische Dokumentation, verabreicht Medikamente und führt die Behandlungspflege durch. „Der große Vorteil daran, eine Ausbildung als Altenpfleger zu haben, ist mir erst nach dem Abschluss bewusst geworden“, so der Havixbecker.

„Das Förderangebot der Arbeitsagentur ist ein wichtiger Baustein für uns, um die Fachkräfteproblematik in den Griff zu bekommen,“ berichtet Knierim. Schließlich benötigt er für die Einrichtung und die 90 Bewohner ausreichend gut qualifizierte Pflegekräfte.

„Mit dem Qualifizierungschancengesetz haben wir als Agentur für Arbeit die Möglichkeit, Unternehmen dabei zu helfen, in den eigenen Reihen gute Mitarbeiter entsprechend weiterzubilden. Wir hoffen, dass in Zukunft noch mehr Arbeitgeber diese Möglichkeiten nutzen, so wie es die Alte Weberei im Fall von Herrn Meis gemacht hat“, wirbt Norbert Borgert.

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