Lokale Wirtschaft
Pfiffiger Filter sorgt für sauberes Wasser in Afrika

Havixbeck -

Ein halbes Jahr lang tüftelten Lars Trappe und Kristin Skibba an einem neuen Aufbereitungssystem für Wasser. Über die Neuentwicklung, die vor allem in Afrika eingesetzt werden soll, informierte sich nun MdB Marc Henrichmann.

Sonntag, 17.11.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 17.11.2019, 18:32 Uhr
Ganz einfach gepumpt: Wie schnell der neuartige Filter sauberes Wasser liefert, demonstrierte Lars Trappe dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann.
Ganz einfach gepumpt: Wie schnell der neuartige Filter sauberes Wasser liefert, demonstrierte Lars Trappe dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann. Foto: Büro Marc Henrichmann

Ein neuartiger Filter aus Havixbeck sorgt für sauberes Wasser in Afrika. Lars Trappe und Kristin Skibba haben das Aufbereitungssystem entwickelt und wurden dafür für den Innovationspreis des Münsterland e.V. nominiert. „Wir möchten langfristig in Afrika selbst produzieren“, berichtete Trappe jetzt dem heimischen Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann .

Der CDU-Politiker war im September mit der Projektgruppe „Afrikapartnerschaften“ seiner Fraktion selbst in Ghana. Er erlebte dort, wie sinnvolle einzelne Projekte immer mehr die herkömmliche Entwicklungshilfe, „deren Effekte oft verpuffen“, ersetzen. Fotovoltaik bringt beispielsweise Strom in entlegene Gebiete, Plastik soll wiederverwertet werden statt als Müll am Strand zu landen, heißt es in eine Pressemitteilung des Abgeordneten.

„Wir Europäer haben großes Interesse daran, dass Ghana und der Kontinent insgesamt weiter auf Erfolgskurs kommen“, betonte Henrichmann. Chancen dafür sieht auch Trappe: „Afrika hat viele gut ausgebildete Menschen, aber keine Jobs“, stellte er bei seinen Besuchen, unter anderem mit dem Bundeswirtschaftsministerium, fest.

Arbeitsplätze könnte in Zukunft vielleicht auch sein Unternehmen „what a bird“ bringen, sauberes Wasser liefert es schon heute. Trappe stellte dem Abgeordneten die ebenso simple wie effektive Technik vor: Der schmale Filter passt in jeden der in Afrika häufig verwendeten Kanister. Das Wasser wird durch winzige, 100 Nanometer kleine Öffnungen – „die kleinsten Bakterien sind doppelt so groß“ – gepumpt und kann sofort getrunken werden.

Ein halbes Jahr tüftelte der Entwickler an Prototypen, ein weiteres halbes Jahr benötigte er für seinen Business-Plan, jetzt hat die Serienproduktion begonnen. Über Hilfsorganisationen hat er erste Pilotprojekte gestartet und schon Kontakte zu interessierten Firmen vor Ort geknüpft.

Als nächstes Etappenziel möchte Trappe über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und größere Nicht-Regierungsorganisationen höhere Stückzahlen des praktischen Filters verkaufen. Der soll nach seinem Wunsch bald überall in Afrika erhältlich sein, „am liebsten in jedem Kiosk“.

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