Anne-Frank-Gesamtschule: Schüler putzen Stolpersteine
„Unglaublich stolz, dass ihr hier seid“

Havixbeck -

Die Schülervertretung der Anne-Frank-Gesamtschule hat zu einer Gedenkveranstaltung der besonderen Art eingeladen: Schülerinnen und Schüler putzten die Stolpersteine im Ort und gedachten der Opfer des Nationalsozialismus.

Mittwoch, 29.01.2020, 11:40 Uhr aktualisiert: 29.01.2020, 13:52 Uhr
Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen beteiligten sich an der Putzaktion. Darüber freuten sich der ehemalige AFG-Lehrer Robert Hülsbusch (Mitte) und Merle Hellbrügge (Mitte mit Schal) von der Schülervertretung. Die SV hatte die Aktion organisiert.
Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen beteiligten sich an der Putzaktion. Darüber freuten sich der ehemalige AFG-Lehrer Robert Hülsbusch (Mitte) und Merle Hellbrügge (Mitte mit Schal) von der Schülervertretung. Die SV hatte die Aktion organisiert. Foto: Lasse Thoms

„Niemals vergessen!“ Unter diesem Motto putzten Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck-Billerbeck ( AFG ) am Montag – dem Holocaust-Gedenktag und Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz – die Stolpersteine in Havixbeck. Die kleinen Messingplatten sind an der Hauptstraße und an der Bergstraße zu finden, wo vor und in der Zeit des Nationalsozialismus Menschen jüdischen Glaubens gewohnt haben. Ihre Namen sind in die Messingplatten eingelassen. Das Putzen der Stolpersteine war von der Schülervertretung (SV) organisiert worden. Es beteiligten sich fast 20 Schülerinnen und Schüler daran.

„Am Gedenktag sollten wir uns bewusst werden, wie sinnlos die Ermordung von Millionen von Menschen war“, sagte Merle Hellbrügge (SV) einleitend. „Wir wollen den Tag nutzen und all der Opfer gedenken, die ermordet wurden und unter dem Nationalsozialismus gelitten haben.“ Das taten die Anwesenden durch die symbolische Geste, die Stolpersteine zu putzen.

AFG: Schüler reinigen Stolpersteine

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  • Hand in Hand arbeiteten die Schüler und die Lehrkräfte.

    Foto: Lasse Thoms
  • Hand in Hand arbeiteten die Schüler und die Lehrkräfte.

    Foto: Lasse Thoms
  • Gründlich säuberten die Schülerinnen und Schüler die Stolpersteine.

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  • Gründlich wurden die Messingplatten vom Schmutz der Zeit befreit.

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  • Die Stolpersteine erinnern an die ehemaligen jüdischen Mitbürger in Havixbeck.

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  • Mit vereinten Kräften reinigten die Jugendlichen die Messingplatten.

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  • Die Stolpersteine erinnern an die ehemaligen jüdischen Mitbürger in Havixbeck.

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  • Hand in Hand arbeiteten die Schüler und die Lehrkräfte.

    Foto: Lasse Thoms
  • Die Stolpersteine erinnern an die ehemaligen jüdischen Mitbürger in Havixbeck.

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  • Die Schüler suchten die Orte auf, an denen die Stolpersteine ins Pflaster eingelassen sind.

    Foto: Lasse Thoms

Obwohl das Wetter regnerisch war, waren die Jugendlichen, begleitet von ihren Lehrkräften, mit vereinten Kräften damit beschäftigt, die Stolpersteine wieder sichtbar zu machen. Mit warmem Wasser, Zitronensäure und Schwämmen sorgten sie dafür, dass der Schmutz, der sich angesammelt hatte, von den Gedenktafeln gewaschen wurde.

An den drei Stellen, an denen die Platten in Havixbeck liegen, nahm man sich auch Zeit, der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Die SV erzählte allen Anwesenden etwas über die Leben der Menschen, an die mit den Stolpersteinen erinnert wird. Das jüngste der Havixbecker Opfer, Yvonne Gerson, war nur sechs Jahre alt. „Es ist wichtig, uns der Gräueltaten des Nationalsozialismus bewusst zu sein und bewusst zu werden“, so Hellbrügge. „Denn nur so können wir dafür sorgen, dass so etwas nicht noch einmal geschieht.“ Auch setze man damit ein Zeichen gegen Diskriminierung, so Hellbrügge weiter. „Wir zeigen so eine starke Haltung gegen Ungerechtigkeit.“

Robert Hülsbusch, ehemaliger Lehrer an der AFG und jetzt Pate für „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“, ein Titel, den die AFG trägt, richtete ebenfalls einige Worte an die Anwesenden. Er betonte, wie wichtig es sei, dass man nicht vergesse, was geschehen ist. Und er erklärte den Schülerinnen und Schülern: „Ihr tragt für das, was passiert ist, zwar nicht die Verantwortung, aber für das was heute passiert.“ Hülsbusch appellierte an die Jugendlichen, sich Rassismus konsequent entgegenzustellen. Er dankte allen für ihre Beteiligung: „Ich bin unglaublich stolz, dass ihr hier seid.“

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