Anne-Frank-Schule
Grenzen überwinden: Kreativ und unterstützend

Havixbeck -

Zum Halbjahreswechsel verlassen Nikola Hamacher-Moseler und Wolfgang Weiser die Anne-Frank-Gesamtschule. Schulleiter Dr. Torsten Habbel verabschiedete beide, indem er auf ihre Lebenswege zurückblickte.

Sonntag, 02.02.2020, 17:54 Uhr
Schulleiter Dr. Torsten Habbel (l.) verabschiedete Nikola Hamacher-Moseler und Wolfgang Weiser in den Ruhestand.
Schulleiter Dr. Torsten Habbel (l.) verabschiedete Nikola Hamacher-Moseler und Wolfgang Weiser in den Ruhestand. Foto: Anne-Frank-Gesamtschule

Schule bedeutet Bewegung. Dazu gehört nicht nur das Wachsen von Kindern und Jugendlichen, auch das Kollegium verändert sich. Jüngere rücken nach, profitieren von der Erfahrung gestandener Pädagogen, die auf eine verdienstvolle Arbeit zurückblicken können. Zum Halbjahreswechsel verlassen Nikola Hamacher-Moseler und Wolfgang Weiser die Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ). Schulleiter Dr. Torsten Habbel verabschiedete beide, indem er auf ihre Lebenswege zurückblickte.

Schüler wie Lehrer der AFG kennen Wolfgang Weiser als freundlichen, aufgeschlossenen Menschen. Dass er seine Unterlagen stets in einem alten Schulranzen verstaute, passt zu seiner jungen Art, die den Kontakt mit Schülern leicht macht, berichtet die Schule in einer Pressemitteilung. Dass er auf eine eher schwierige Bildungsbiografie zurückblickt, kam Weiser an der Gesamtschule, die sämtliche Leistungsniveaus bedient, zugute. Als Mathematik- und Sportlehrer entschied sich der Lehrer vor über 20 Jahren für die AFG, „weil sie genau zu mir passt.“

Als Schüler hatte er zunächst die Hauptschule besucht, auf dem Aufbaugymnasium musste sich der Siebtklässler erst beweisen. An die Schulzeit erinnert sich Weiser dementsprechend mit gemischten Gefühlen, sodass er als Junglehrer vor allem eins anstrebte: „Es besser zu machen“. Die Mathematik – für viele Schüler ein herausforderndes Fach – sollte verständlicher werden, auch wenn er sie im Rückblick nicht leichter machen konnte.

Einfach war sein Start als Lehrer nach einem Studium in Münster mit Referendariat in Hagen nicht: Auch seine Fortbildung zum Motopäden verhalf Weiser in Zeiten des Lehrerüberschusses nicht zur festen Stelle. Dafür unterstützte er bei der „Lernhilfe“ sozial schwache Schüler, sammelte Erfahrungen an einem bischöflichen Gymnasium und wurde zur Stütze von Berufsschülern mit schulischen Problemen, bevor sich 1998 an der AFG die Türen öffneten. Hier baute er die Kanu-AG auf und machte damit seine persönliche Leidenschaft zum Beruf. Schulleiter Dr. Torsten Habbel lobt seine Gelassenheit. Die Fähigkeit „Kon­struktiv mit Grenzen umgehen – den eigenen, wie mit denen der anderen –, in sich selbst zu ruhen und diese innere Kraft auszustrahlen“, habe Wolfgang Weiser stets ausgezeichnet.

Ästhetik ist der zentrale Begriff für Nikola Hamacher-Moselers Arbeit als Kunst- und Französischlehrerin. An beiden Fachbereichen schätzt sie die Schönheit. Eine Sprache will gesprochen, gehört und gelebt werden. Daher gehörten Austausche mit Frankreich im Unterrichtsalltag wie selbstverständlich dazu.

Neben ihrem Beruf als Lehrerin galt ihre zweite Leidenschaft der Bildhauerei. „Das Fach Kunst zu unterrichten, hat mir Spaß gemacht. Ich konnte das, was mir wichtig war, umsetzen“, sagt Hamacher-Moseler im Rückblick. Nach dem Motto des berühmten Aktionskünstlers Beuys: „Jeder Mensch ist ein Künstler“ gelang es der Kunstlehrerin in ihrer mehr als zehnjährigen Lehrtätigkeit an der AFG junge Menschen zu ermutigen, kreativ zu werden. Auch wenn es nicht immer leicht gewesen sei, die Technik zu vermitteln, auf den – politischen – Inhalt kam es ihr an. So gelangen Kunstwerke gegen Rassismus, Gewalt, Diskriminierung und für die Integration von Minderheiten. Die vielfältigen Ausstellungen im Foyer des Neubaus machen Nikola Hamacher-Moselers engagierte Arbeit deutlich.

Nach mehr als zehnjähriger Tätigkeit wird sich die Lehrerin nun ganz auf die freie Kunst konzentrieren. Man darf gespannt sein, wo man ihren Werken begegnen wird . . .

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