Erörterungstermin zum Windkraftanlagen-Bau in Herkentrup
BI erwartet klare Stellungnahmen der Politik

Havixbeck -

Die Bürgerinitiative (BI) Gegenwind Havixbeck-Hohenholte traf sich, um über ihr weiteres Vorgehen gegen die Errichtung der Windkraftanlagen vor Hohenholte zu beraten.

Samstag, 22.02.2020, 07:00 Uhr
Zwei der drei geplanten Wind-Großkraftwerke mit Höhen von 200 Metern und Rotordurchmessern von 150 Metern. Diese Visualisierung zeigt den Blick vom Ponyhof Moormann Richtung Hohenholte. Die dritte Anlage befände sich weiter rechts, ebenfalls im Landschaftsschutzgebiet. Entnommen aus den öffentlichen Bauantragsunterlagen des Kreises Coesfeld.
Zwei der drei geplanten Wind-Großkraftwerke mit Höhen von 200 Metern und Rotordurchmessern von 150 Metern. Diese Visualisierung zeigt den Blick vom Ponyhof Moormann Richtung Hohenholte. Die dritte Anlage befände sich weiter rechts, ebenfalls im Landschaftsschutzgebiet. Entnommen aus den öffentlichen Bauantragsunterlagen des Kreises Coesfeld. Foto: Enveco

Die Bürgerinitiative (BI) Gegenwind Havixbeck-Hohenholte traf sich, um über ihr weiteres Vorgehen gegen die Errichtung der Windkraftanlagen vor Hohenholte zu beraten. Das Thema Gesundheit der Bevölkerung hatte die höchste Priorität, da neueste Studien an norddeutschen und finnischen Windparks eindeutig die zunehmenden Gesundheitsschäden durch Infraschall bei abnehmendem Abstand zu den Wohnhäusern belegen würden, berichtet die BI Gegenwind in einer Pressemitteilung.

„Die geplanten Großkraftwerke im Landschaftsschutzgebiet Schonebeck-Herkentrup hätten eine Höhe von 200 Metern und wären nur zwischen 460 m und 500 Metern von Anwohnern entfernt. Eine solche Nähe zu den geplanten, 150 Meter messenden Rotoren mit Geschwindigkeiten von circa 350 Stundenkilometern an den Flügelspitzen, kann nicht ohne gesundheitliche Folgen bleiben“, so die BI.

Die von diesen Maschinen erzeugten Druckwellen, der sogenannte Infraschall, stellten eine unerträgliche Belastung für die dort lebenden Menschen dar. Dies sei kürzlich auch im Deutschen Ärzteblatt thematisiert und ein dringender Forschungsbedarf festgestellt worden.

Beim BI-Treffen wurde zustimmend zur Kenntnis genommen, dass das Oberlandesgericht ( OLG ) Schleswig-Holsteins kürzlich urteilte, dass durch untergeordnete Gerichte mehr als nur die geltende Verwaltungsvorschrift TA Lärm bei Betroffenen-Klagen geprüft werden muss, also auch die Schadwirkung des Infraschalls. Anfang dieses Jahres nahm auch das OLG Hamm zum Thema Infraschall wie folgt Stellung: „Die Existenz dieser Schallwellen ist nicht streitig“. Sollte sich ihre schädigende Wirkung in Beweisverfahren herausstellen, könnten laut BI auf die Betreiber derartiger Anlagen Schadensersatzansprüche in unbekannter Höhe zukommen.

Einer der Teilnehmer berichtete, dass die Deutsche Schutzgemeinschaft Schall (dsgs.info) bereits viele Betroffene, die unter diesen Emissionen leiden, betreut. Entsprechend groß sei die Sorge, dass derartige rücksichtslose Planungen auch in Havixbeck Realität werden.

Die Gemeinde Havixbeck hatte ihr Einvernehmen zu diesen Planungen gegenüber dem Kreis Coesfeld bereits versagt, da sie gegen den bestehenden Flächennutzungsplan verstoßen, teilte die BI weiter mit. Man fordere die Verantwortlichen und Mandatsträger im Kreis Coesfeld auf, die Entscheidung der Gemeinde Havixbeck zu respektieren und nicht zu übergehen. Der Gesundheitsschutz der Bürger sei oberstes Gebot und man erwarte im anstehenden Wahlkampf klare Stellungnahmen der Parteien und des Landrats zu diesem Thema.

Weiterhin kam zur Sprache, dass die bereits erfolgte Zerstörung geschützter Landschaftsbestandteile im Bereich der geplanten Anlagen dokumentiert und angezeigt wurde. Man erwarte in dieser Woche die avisierte Antwort der Bezirksregierung Münster.

In Kürze erfolge durch die BI eine Verteilung von Informationsmaterial, um alle Einwender (circa 250) und die interessierte Öffentlichkeit auf den Erörterungstermin zur möglichen Genehmigung der Windkraftanlagen aufmerksam zu machen. Der Termin findet am 24. März ab 9 Uhr in der Bürgerhalle Coesfeld, Osterwicker Straße 1, statt. Alle Einwender hätten Rederecht und alle interessierten Bürger dürften teilnehmen, so die Bürgerinitiative Gegenwind.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7280413?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F
Nachrichten-Ticker