Förderverein Baumberger-Sandstein-Museum blickt positiv in die Zukunft
Ausstellung beleuchtet Zeit nach 1945

Havixbeck -

„Die Mutigen sind heute gekommen“, freute sich Vorsitzender Ulrich Lork über die Anwesenden bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins Baumberger-Sandstein-Museum, die unabhängig vom Coronavirus durchgeführt werden sollte. Einige Vorstandsmitglieder ließen sich dennoch aufgrund der aktuellen Lage entschuldigen.

Montag, 16.03.2020, 10:40 Uhr
Ein leicht dezimierter Vorstand des Fördervereins Baumberger-Sandstein-Museum präsentierte sich bei der Mitgliederversammlung: (v. l.) Beisitzer Horst Plate, Schatzmeister Klaus Höhn, Museumsleiter Dr. Joachim Eichler, Vorsitzender Ulrich Lork, Beisitzer Bernd Golisch sowie Geschäftsführer Helmut Meyer.
Ein leicht dezimierter Vorstand des Fördervereins Baumberger-Sandstein-Museum präsentierte sich bei der Mitgliederversammlung: (v. l.) Beisitzer Horst Plate, Schatzmeister Klaus Höhn, Museumsleiter Dr. Joachim Eichler, Vorsitzender Ulrich Lork, Beisitzer Bernd Golisch sowie Geschäftsführer Helmut Meyer. Foto: Ina Geske

„Die Mutigen sind heute gekommen“, freute sich Vorsitzender Ulrich Lork über die Anwesenden bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins Baumberger-Sandstein-Museum, die unabhängig vom Coronavirus durchgeführt werden sollte. Einige Vorstandsmitglieder ließen sich dennoch aufgrund der aktuellen Lage entschuldigen.

Zunächst berichtete Geschäftsführer Helmut Meyer über das turbulente vergangene Jahr, das vor allem durch den Bürgerentscheid zur Weiterentwicklung des Sandsteinmuseums zum Kompetenzzentrum für Naturstein und Baukultur geprägt war.

„Das Projekt haben circa Dreiviertel der Wähler abgelehnt. Daraus mussten die Konsequenzen gezogen werden. Daraufhin haben wir im Förderverein beratschlagt: Wie reagieren wir?“, berichtete Meyer. Es sei nach vielen Gesprächen und Sitzungen schlussendlich ein Arbeitskreis einberufen worden, der sich vor allem mit dem Hauptargument der Wähler, den großen Kosten für den Umbau, beschäftigt und nach alternativen Projekten wie der Verlegung des Einganges des Haupthauses und Einrichtung einer Dauerausstellung, der Sanierung der Sandsteinscheune zu einem Raum für Wechselausstellungen und Veranstaltungen mit Garderobe und Foyer sowie ein dem Anbau eines Flachdachgebäudes mit sanitären Anlagen, denn eine Weiterentwicklung des Museums sei grundsätzlich erwünscht.

Das Versprechen eine Remise zu bauen und zu finanzieren bestehe zusätzlich weiterhin. „Entwürfe und Empfehlungen an den Rat für eine Nutzungsordnung und ein Betriebskonzept und insbesondere den Personaleinsatz kommen demnächst auf den Arbeitskreis zu“, schloss der Geschäftsführer dazu seine Ausführungen.

Rückblickend auf 2019 berichtete Helmut Meyer über den neuen Betreiber des Sandsteincafés durch das Kulturforum Arte mit Witold Wylezol, die Anschaffung neuer Sonnenschirme für die Terrasse sowie neuer Vorhänge zur Verdunklung des Wintergartens.

Zugunsten des Museums sei der versprochene Doppelwindofen endgültig angeschafft worden. Zusätzlich sind eine Marienstatue und ein Sandsteinhofwappen des Hofes Frahling in den Museumsbestand übergegangen.

Doch es gab nicht nur Arbeiten und Anschaffungen für den Förderverein. Zweimal habe es im vergangenen Jahr einen Sandsteintreff gegeben und man habe Fahrten nach Köln mit Dom- und Stadtbesichtigung sowie nach Lingen inklusive einer Stadtbesichtigung sowie einer Besichtigung des Kernkraftwerkes durchgeführt. Weiter gab es einen Fotowettbewerb, bei dem vor allem Kinder an das Museum herangeführt werden sollten, und ein ziemlich verregnetes Weinfest.

Nach dem Bericht galt es Teile des Vorstands neu zu wählen, da turnusmäßig nach drei Jahren eine Amtszeit ende, so Ulrich Lork. Dieser wurde von der Versammlung erneut in seinem Amt bestätigt und wird in Zukunft mit seinem Amt als Vorsitzender weiter die Geschicke des Fördervereins leiten. Außerdem galt es seinen Stellvertreter, den Geschäftsführer und einen Beisitzerposten neu zu besetzen. Hier gab es allerdings keine Änderungen nach abgeschlossener Wahl. So werden zukünftig auch Wolfgang Geschwinder (stellvertretender Vorsitzender), Helmut Meyer (Geschäftsführer) und Bernd Golisch (Beisitzer) ihre alten Posten innehaben.

„Ich bedanke mich bei allen, die die Wahl so leicht gemacht haben“, schloss Lork die Wahlen ab und übergab das Wort an Museumsleiter Dr. Joachim Eichler für seinen Vortrag zu „1945 – Befreiung und Neuanfang im Kreis Coesfeld“ anlässlich des Tages des Befreiung, der sich am 8. Mai 2020 zum 75. Mal jährt und zu dem es im Museum auch eine Sonderausstellung mit Blick auf die Zeit nach 1945 inklusive eines Vortrages von Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer geben soll.

In seinem Vortrag gab Dr. Joachim Eichler einen Einblick auf das Ende des Krieges in Westfalen, vor allem auf die stark zerstörten Orte Dülmen und Coesfeld und den Einfluss der Nachkriegszeit auf die Dörfer und Menschen im Umkreis. „Es ist der dunkle Teil des Abends“, mahnte der Museumsleiter. Dennoch wolle er an diese Zeit des Wiederaufbaus erinnern. So ging er auf die Rückkehr von Kriegsgefangenen und traumatisierten Vätern zu ihren Familien, den Einsatz und die Integration von Zwangsarbeitern und die unverhältnismäßige Entnazifizierung ein.

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