17. Internationale Junior Science Olympiade 2020
Junge Forscher experimentieren mit Tinte

Havixbeck -

Was passiert, wenn Blumen Tinte „trinken“? Ilka Grzelak, Greta Hemker, Justus Wehner, Josephine Look und Hendrik Veelker, allesamt Sechstklässler der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) Havixbeck-Billerbeck, wollten es genau wissen.

Sonntag, 22.03.2020, 12:18 Uhr aktualisiert: 22.03.2020, 17:34 Uhr
Über den Erfolg bei der Internationalen Science Olympiade freuten sich wenige Tage vor der Schließung der Schulen noch (v.l.) die AFG-Schüler Ilka Grzelak, Josephine Look, Greta Hemker, Hendrik Veelker, Justus Wehner, Schulleiter Dr. Torsten Habbel und Chemielehrerin Barbara Plettendorff.
Über den Erfolg bei der Internationalen Science Olympiade freuten sich wenige Tage vor der Schließung der Schulen noch (v.l.) die AFG-Schüler Ilka Grzelak, Josephine Look, Greta Hemker, Hendrik Veelker, Justus Wehner, Schulleiter Dr. Torsten Habbel und Chemielehrerin Barbara Plettendorff. Foto: AFG

Tinte kennt jeder. Schüler schreiben damit seitenweise Hefte voll und schon die Kleinsten wissen, dass man die Farbe mithilfe von „Tintenkillern“ „verschwinden“ lassen kann. Aber wo ist die Farbe eigentlich, wenn man sie „ausradiert“ hat? Was passiert, wenn Blumen Tinte „trinken“? Und woraus besteht der Farbstoff?

Ilka Grzelak , Greta Hemker, Justus Wehner , Josephine Look und Hendrik Veelker, allesamt Sechstklässler der Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ) Havixbeck-Billerbeck, wollten es genau wissen. Im Rahmen der 17. Internationalen Junior Science Olympiade 2020 experimentierten sie unter der Leitung von Chemielehrerin Barbara Plettendorff mit Tinte, Pflanzen, Zucker und noch weiteren Materialien. Sie bauten ein Tintenthermometer, stellten selbst „Eisentinte“ her, färbten die Leitungsbahnen in Rosen und erklärten die Wirkungsweise von Tintenkillern.

„Hier erkennt man, wie sich die Farbmoleküle im Wasser ausbreiten“, erläutert Greta, die einen der Versuche gemeinsam mit ihren Mitschülern noch einmal demonstriert. Justus und Hendrik hatten die Zuckerwürfel in rote und blaue Farbe getränkt und sie dann in eine Schale Wasser gelegt. Nach wenigen Minuten ist das Wasser zur Hälfte blau und rot gefärbt. Als Justus einen weiteren – ungefärbten – Zuckerwürfel hinzugibt, bildet sich dort eine weiße Stelle, die immer größer wird. „Der Zucker löst sich auf und reißt die Farbstoffteilchen mit, das nennt man Diffusion“, weiß Ilka. Dass die Farbe nach einer ganzen Weile überall gleich aussehen wird, erklären die jungen Forscher mit der „Brownschen Molekularbewegung“.

Drei Monate lang hat sich die Gruppe zwei- bis dreimal in der Woche getroffen, um neben dem Experimentieren naturwissenschaftliche Zeichnungen und Tabellen anzufertigen, Zusatzwissen zu recherchieren und Ergebnisse auszuwerten. Barbara Plettendorff ist stolz auf ihre Schüler, die in diesem anspruchsvollen Wettbewerb gegen 16-Jährige antraten, denn von der fünften bis zur zehnten Klasse hatten alle dieselben Aufgaben und wurden in der Bewertung nicht getrennt.

„Der theoretische Hintergrund geht weit über das Schulwissen hinaus“, sagt Plettendorff, die sich über den großen Einsatz ihrer Schüler freut. Dass Ilka die Qualifikation für die nächste Wettbewerbsrunde knapp verpasste, wertet sie als „tolle Leistung“. Den Kindern macht das Experimentieren sichtlich Spaß: „Beim nächsten Mal sind wir auf jeden Fall wieder dabei.“

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