Karfreitagsliturgie im Fernsehen
Das Leiden der Welt

Havixbeck -

Die Karfreitagsliturgie wird in diesem Jahr im Fernsehen gezeigt. Im Canisianerhaus in Münster wird ein Gottesdienst aufgezeichnet und am Karfreitag übertragen.

Montag, 06.04.2020, 11:44 Uhr aktualisiert: 06.04.2020, 12:48 Uhr
Am Rande von Münster, mitten im Grünen, liegt das Canisianerhaus. Aus der Kapelle überträgt Phoenix die Feier vom Leiden und Sterben Christi.
Am Rande von Münster, mitten im Grünen, liegt das Canisianerhaus. Aus der Kapelle überträgt Phoenix die Feier vom Leiden und Sterben Christi. Foto: Canisianer Münster

Der Altar ist abgeräumt, die Glocken schweigen, der Tabernakel ist leer. An Karfreitag gedenkt die Kirche des Leidens und Sterbens Jesu. Auch während der Corona-Krise, in der alle öffentlichen Gottesdienste ausfallen, sollen Gläubige die Möglichkeit bekommen, die Liturgien in der Karwoche mitzufeiern. Die Bischöfliche Pressestelle teilt mit, dass ein Gottesdienst aus Münster im Fernsehen zu sehen sein wird: Aus der Klosterkapelle des Canisiushauses überträgt Phoenix die Feier vom Leiden und Sterben Christi am Karfreitag (10. April) um 15 Uhr.

Zelebrant ist Pfarrer Ludger Bornemann , der viele Jahre in Israel gelebt hat. Er wird in seiner Predigt dem Gedanken nachgehen, wie angesichts des Leidens in der Welt noch geglaubt werden kann. Dabei spannt er einen Bogen vom Leiden Jesu in Jerusalem über die Pest im Mittelalter bis zur Corona-Pandemie heute.

Die Corona-Krise beeinträchtigt auch das gemeinschaftliche Leben der Ordensgemeinschaft der Canisianer, aus deren Kapelle der Gottesdienst übertragen wird. Dennoch treffen sich die Brüder regelmäßig zum Gebet und zum Gottesdienst unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Klosterkapelle. Dabei halten sie gebührenden Abstand voneinander, schreibt das Bistum. So auch in der Liturgie an Karfreitag, die mit den Brüdern und zwei Sprecherinnen vorab aufgezeichnet wird.

Die Liturgie beginnt zur überlieferten Todesstunde Jesu um 15 Uhr. Im Gottesdienst wird die Passionsgeschichte Jesu vorgetragen und in einem großen Fürbittgebet die Not der Menschen vor Gott getragen. Zur besonderen Kreuzverehrung wird das sogenannte Pestkreuz aus dem münsterschen Dom ausgeliehen, das seit dem Mittelalter den Menschen in Zeiten von Not Trost und Zuversicht spendet.

Die Gemeinschaft der Canisianer wurde vor mehr als 160 Jahren in Kevelaer am Niederrhein gegründet und verfolgt drei Ziele: in Gott verwurzelt zu sein, verbunden in Gemeinschaft zu leben und den Menschen verpflichtet zu sein. Die Brüder sind vor allem in sozialen Bereichen tätig, wie der Kranken- und Altenpflege. Neben Konventen in Kevelaer, Recklinghausen, Rheine und Vreden lebt eine kleine Kommunität am Rande von Münster.

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