Baugebiet Masbeck
Planungsbüro macht Entwürfe

Havixbeck -

Das neue Wohnbaugebiet in Masbeck könnte in verschiedener Hinsicht etwas Besonderes werden. Die Gemeinde und ein Planungsbüro arbeiten mit Hochdruck daran.

Donnerstag, 09.04.2020, 20:55 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 21:00 Uhr
Das Flurstück hinter der Bebauung entlang der Münsterstraße soll zum Wohngebiet werden. Die Gemeinde lässt dafür jetzt die Pläne entwickeln.
Das Flurstück hinter der Bebauung entlang der Münsterstraße soll zum Wohngebiet werden. Die Gemeinde lässt dafür jetzt die Pläne entwickeln. Foto: Gemeinde Havixbeck 

Die Gemeinde Havixbeck plant ein neues Wohnbaugebiet in Masbeck westlich der Münsterstraße. Es handelt sich um ein Areal von rund 110 000 Quadratmetern. Nach Abzug von Straßen und Wegen, Regenrückhaltebecken, Spielplätzen und Grünflächen bleiben ca. 75 000 m² für den Wohnungsbau. Welche Möglichkeiten gibt es, diese besondere Fläche gut und bedarfsgerecht zu gestalten? Drei Schwerpunktthemen sind dabei in den Fokus gerückt: Wohnraumbedarf, Mobilität und Klimaschutz.

„Die Nachfrage nach Wohnraum in unserer Gemeinde mit ihrer familienfreundlichen Infrastruktur sowie der Nähe zu Münster ist ungebrochen hoch“, weiß Bürgermeister Klaus Gromöller . Nachgefragt werden sowohl Ein- als auch Mehrfamilienhäuser. „Die überaus schnelle Vermarktung und Bebauung Am Habichtsbach sowie die Mehrfamilienhäuser im Zentrumsbereich sprechen eine deutliche Sprache.“ Gleichzeitig sei festzustellen, dass es Bedarf an preisgünstigem Wohnraum gibt, viele öffentlich geförderte Wohnungen fallen in nächster Zeit aus der Zweckbindung heraus.

So wird auch für dieses Baugebiet ein „Sowohl als auch“ angestrebt, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde. Vorstellbar seien neben der gewohnten Einfamilien- und Doppelhaussiedlung sogenannte Wohnhöfe, also eine Gruppierung von Mehrfamilienhäusern um einen gemeinsamen Innenhof(garten).

„Mit kurzen Wegen zum Ortskern, zum Bahnhof, in die Baumberge und direkt an der geplanten Veloroute Richtung Münster haben wir gute Chancen, Mobilität möglichst klimaschonend zu organisieren“, erklärt der Bürgermeister. Mobilstationen im Gebiet, um E-Mobilität zentral zu organisieren, könnten dies unterstützen.

„So kam es uns gerade recht, dass unsere Bewerbung im Landesprogramm ‚Bauland an der Schiene‘ erfolgreich war“, freut sich Klaus Gromöller. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung fördert städtebauliche Rahmenplanungen mit 50 Prozent der anfallenden Planungskosten. Mit dabei sind die Bahnflächenentwicklungsgesellschaft NRW sowie weitere Ministerien. Ziele sind unter anderem nachfragegerechtes Maß an gefördertem Wohnungsbau, angemessene höhere Dichtetypologie, attraktive Anbindung an Bahnhöfe, Ausweitung von Mobilitätsstationen. Auch das direkte Bahnhofsumfeld wird in die Betrachtung einbezogen.

Mittlerweile ist das Entwurfsbüro für Architektur und Städtebau „De Zwarte Hond“ mit Standorten in Groningen, Rotterdam und Köln nach einer europaweiten Ausschreibung beauftragt, teilt Gromöller mit. Erste Ergebnisse werden vor den Sommerferien erwartet.

Vordringlich wird im Rathaus daran gearbeitet, die Straßenanbindung an die Münsterstraße zu planen. Weiterhin soll in einem vorgezogenen Bebauungsplanverfahren erreicht werden, vorab eine Kindertagesstätte an der Münsterstraße bauen zu können.

Auch der Klimaschutz sollte bei dieser Entwicklung möglichst vorbildlich sein, idealerweise sollte ein CO-neutrales Gebiet entstehen, stellt sich die Gemeinde vor. Havixbeck war 2018 bekanntlich NRW-weit die Gemeinde mit dem höchsten Zubau an Erdwärmeheizungen. „Das sollte Ansporn sein, innovative Lösungen auch in Masbeck umzusetzen“, findet der Bürgermeister. „Wenn es gelänge, den Strom für die damit verbundenen Pumpen durch die Mitwirkung vieler Bauherren weitestgehend regenerativ zu erzeugen, hätte solch eine Lösung Vorzeigecharakter.“

Das geplante Wohnbaugebiet biete gute Gestaltungsmöglichkeiten, freut sich Klaus Gromöller. „Und wenn es uns als i-Tüpfelchen gelingt, das notwendige Regenrückhaltebecken nicht einzäunen zu müssen, sondern als Wasserfläche mit Aufenthaltscharakter anzulegen, wäre das ein großer Gewinn.“

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