Rabertshof: Sandstein-Museum ab heute wieder geöffnet
Blick in die Zukunft gerichtet

Havixbeck -

Ab dem heutigen Freitag (8. Mai) ist das Baumberger-Sandstein-Museum wieder für die Besucher geöffnet. Auch inhaltlich kann der Blick nach vorne gerichtet werden.

Freitag, 08.05.2020, 07:16 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 07:20 Uhr
Das Sandstein-Museum soll auch in Zukunft wieder ein Ort der Begegnung sein, der sowohl durch die Dauerausstellung sowie anderen Aktionen Menschen anzieht.
Das Sandstein-Museum soll auch in Zukunft wieder ein Ort der Begegnung sein, der sowohl durch die Dauerausstellung sowie anderen Aktionen Menschen anzieht. Foto: Maxi Krähling

Ab dem heutigen Freitag (8. Mai) ist das Baumberger-Sandstein-Museum wieder für die Besucher geöffnet. Auch inhaltlich kann der Blick nach vorne gerichtet werden. Unmittelbar an den Ratsbürgerentscheid im Februar 2019 startete ein bürgerschaftlich geprägter Dialogprozess, in dessen Verlauf die Entwicklungsziele für den Raberts-hof erarbeitet wurden, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde Havixbeck.

In einem Arbeitskreis arbeiten alle gemeinsam konstruktiv an einem neuen Konzept. „In acht abendlichen Sitzungen mit intensiven Diskussionen sind wir zu einem Konsens gekommen. Das ehrenamtliche Engagement ist hier sehr hoch“, unterstreicht Museumsleiter Dr. Joachim Eichler .

Fachbereichsleiterin Monika Böse spricht von einer Aufbruchstimmung: „Die erarbeiteten Entwicklungsperspektiven basieren auf einem bürgerschaftlichem Engagement, das in den Bevölkerungsschichten verankert ist.“

„In den Sitzungen wurde Konsens erzielt, dass ein Um- und Ausbau der Sandsteinscheune zu einem hochwertigen Begegnungs- und Kulturort anzustreben ist“, erläutert Dr. Eichler. Die Sandsteinscheune ist dabei das Herzstück für die künftige Entwicklung.

Damit wird ein Ort geschaffen für Bildungs- und Kulturveranstaltungen mit bis zu 120 Besuchern. Das können Konzerte, Theateraufführungen, Vorträge oder Lesungen sein. „Feiern sind nicht erlaubt“, betont Joachim Eichler. Auch die regelmäßigen Wechselausstellungen des Museums werden in der Sandsteinscheune ihren Platz finden.

„Die Sandsteinscheune kann mit ihren sichtbaren Bruchstein- und Ziegelsteinwänden und der alten Balkenlage einen besonderen und stimmungsvollen Ort der Begegnung und des Austauschs bieten. Das ist jetzt schon zu erkennen.“

Damit wird in Havixbeck ein Ort geschaffen, der der Kommune und besonders den Vereinen schon lange fehlt. Bereits im Entwicklungsprozess des integrierten städtebaulichen Handlungskonzeptes wurde der Bedarf nach einem mittelgroßen und gestalterisch hochwertigen Veranstaltungsraum formuliert. Viele Havixbecker Gruppen wie die Musikschule, die Theatergruppe „Das Törchen“, der Verein KulturGut oder das Kulturforum Arte begrüßen die Neuinszenierung des Rabertshofs als Kulturort.

Deutlich aufgewertet wird auch die Hoffläche, die nach einer Umgestaltung als Außenveranstaltungsfläche genutzt werden soll. Über den Hof erfolgt künftig der Zugang zu allen Gebäudeteilen des Museums.

Der gesamte Rabertshof wird außerschulischer Lernort. Das bedeutet: Die 1993 erbaute Remise wird als Ort der aktiven Bildhauereigenutzt. An 15 Arbeitsplätzen können Schulklassen dort künftig den praktischen Umgang mit dem Baumberger Sandstein erproben. Ein Lagerraum für Sandstein und Werkzeug wird abgesetzt, das Gebäude zur Wohnbebauung hin schallgedämmt.

Die Sandsteinscheune wird zum Klassenraum. Dort können Schüler, die zuvor in der Ausstellung verschiedene Themen erarbeitet haben, ihre Ergebnisse schriftlich oder in gemalter Form niederlegen.

In der neuen Remise wird die Ausstellung zur Arbeit im Steinbruch präsentiert. Der Förderverein Baumberger-Sandstein-Museum hat zugesagt, den Aufbau dieser zusätzlichen Remise mit einer Spende von bis zu 30 000 Euro zu fördern.

Der Sandstein als Merkmal der regionalen Identität und Baukultur wird in der Ausstellung im Haupthaus präsentiert. Diese wird nachneuesten Erkenntnissen umgestaltet. Der bisherige Wechsel- und Veranstaltungsraum im Obergeschoss wird Bestandteil der Dauerausstellung.

Für dieses Konzept fand sich im Arbeitskreis eine breite Mehrheit, wobei die Bedenken aus der Nachbarschaft zum Thema Lärm und Verkehr durch die Planung von verkehrslenkenden Maßnahmen und die Festlegung des Veranstaltungsendes auf 21.30 Uhr berücksichtigt werden sollen.

Die Kosten für die Umsetzung des neuen Konzeptes werden mit rund 1,8 Millionen Euro veranschlagt. „Bis zu 80 Prozent dieser Summe können durch das Förderprogramm „Heimatzeugnis“ gefördert werden“, erläutert Monika Böse. Aktuell werden die Fördermodalitäten im Detail mit der Bezirksregierung geklärt. „Sollten wir ein positives Signal für die Förderung erhalten, werden die Detailplanungen in Abstimmung mit der Politik zügig fortgesetzt, damit möglichst bald mit der konkreten Umsetzung gestartet werden kann“, so Böse.

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