Grasernte der Landwirte
Hand in Hand für den Wildtierschutz

Havixbeck -

Wenn die Landwirte jetzt die erste Grasernte einfahren, dann sind sie besonders vorsichtig. Denn jetzt ist auch die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere.

Dienstag, 12.05.2020, 17:31 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 14:06 Uhr
Für die Milchviehbetriebe ist einer der wichtigsten Zeitpunkte im ganzen Jahr gekommen: die erste Grasernte. Dabei müssen die Landwirte besonders auf die Jungtiere – wie dieses Rehkitz – achten.
Für die Milchviehbetriebe ist einer der wichtigsten Zeitpunkte im ganzen Jahr gekommen: die erste Grasernte. Dabei müssen die Landwirte besonders auf die Jungtiere – wie dieses Rehkitz – achten. Foto: WLV

Nachdem auf den meisten Betrieben die Maisbestellung beendet ist, folgt für die Milchviehbetriebe nun einer der wichtigsten Zeitpunkte im ganzen Jahr: die erste Grasernte. Das berichtet der Landwirtschaftliche Kreisverband.

„Der erste Schnitt ist für uns deshalb so wichtig, da er sowohl von der Menge als auch von der Qualität am besten ist. Die Grassilage, die bei luftdichter Lagerung daraus entsteht, ist eine der wertvollsten Futtergrundlagen für unsere Rinder. Gerade nach zwei Jahren witterungsbedingter Futterknappheit steigt die Bedeutung noch einmal“, erklärt Frank Große Verspohl, Vorsitzender des Milchviehausschusses des Kreisverbandes. Doch leider fehlte, nach einem nassen Februar, im März und April der Regen, sodass die Menge in diesem Jahr geringer ausfallen dürfte. „Es bleibt zu hoffen, dass das Gras nach diesem Schnitt gute Wachstumsbedingungen hat, sodass wir in diesem Jahr wieder die Möglichkeit haben, weitere drei bis vier Schnitte zu ernten.“

Anfang Mai beschäftigt die Landwirte darüber hinaus aber noch eine weitere besondere Situation, denn dies ist zudem die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere. So sind Weiden, Wiesen und Felder die Kinderstube für Rehe, Hasen und viele Bodenbrüter. „Kein Landwirt möchte, dass diese Wildtiere zu Schaden kommen. Gerade im Kreis Coesfeld wird, unter anderem mit Blühstreifen oder Lerchenfenstern, viel für den Erhalt der Artenvielfalt getan. Und so machen sich auch viele Landwirte vor der Grasernte Gedanken, wie man Wildtiere schützen kann“, weiß Kreisverbandsvorsitzender Michael Uckelmann.

Der Draht zu den Jägern sei oft kurz, und so werden nach Absprache die Flächen zum Beispiel vorher mit dem Hund abgelaufen. Die Geruchsspuren bewirken dann, dass das Rehkitz von der Ricke auf andere Flächen gebracht wird. Aber auch das Absuchen mit Wärmebildkameras, die Vertreibung mit Hilfe von Flatterbändern, Knistertüten oder elektronischen Wildscheuchen sowie der Einsatz von akustischen Wildtierrettern an Trecker oder Mähwerk helfen, Wildtierverluste zu vermeiden. „Zusätzlich haben die Tiere bis zuletzt noch die Chance zu fliehen, da von innen nach außen oder von der einen zur anderen Seite gemäht wird. Viele Wildtierverluste können so vermieden werden, nichtsdestotrotz wird von Seiten der Jäger und Landwirte stetig an weiteren Vermeidungsstrategien gearbeitet“, so Uckelmann.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7406297?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F
Nachrichten-Ticker