Bauhof kontrolliert Bestand
Die Bäume nicht aus den Augen lassen

Havixbeck -

Nicht nur den Eichenprozessionsspinner muss der Bauhof der Gemeinde Havixbeck im Blick behalten. Auch die anderen Bäume im Gemeindegebiet stehen „unter Beobachtung“.

Dienstag, 19.05.2020, 17:51 Uhr aktualisiert: 19.05.2020, 18:04 Uhr
Baumkontrolleurin Beate Wahlers bei der Arbeit. Dazu muss die Mitarbeiterin des Bauhofes auch schon einmal ins Unterholz eindringen.
Baumkontrolleurin Beate Wahlers bei der Arbeit. Dazu muss die Mitarbeiterin des Bauhofes auch schon einmal ins Unterholz eindringen. Foto: Gemeinde Havixbeck

Die Vorbereitungen für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sind in vollem Gange. „Die notwendigen Materialien wie Schutzkleidung, -masken und Sprühkleber sind bestellt“, erläutert Bauhofleiter Christian Halsbenning . Zudem wurden alle Eichen kontrolliert, die zum Gemeindegebiet gehören. Ein ganz besonderes Augenmerk gilt dabei den Spiel- und Sportplätzen, Schulen und Kindergärten sowie weiteren öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde. „Das Thema brennt“, weiß auch Fachbereichsleiter Dirk Wientges.

Regelmäßig fahren die Mitarbeiter des Bauhofs raus, um Eichen auf den Befall zu kontrollieren. Auch verfolgen sie Hinweise, die von Bürgern kommen, schreibt die Gemeindeverwaltung in einer Pressemitteilung. Bauhofmitarbeiterin und Baumkontrolleurin Beate Wahlers konnte im Umweltausschuss berichten, dass durch regelmäßige Kontrollen ein guter Überblick bestehe und durch das Entfernen von Nestern die Eichenprozessionsspinner bisher nachhaltig bekämpft werden konnten.

In Havixbeck gab es eine politische Diskussion um die Frage, wie der Eichenprozessionsspinner im Gemeindegebiet zu bekämpfen ist. Inwieweit sollen Chemikalien zum Einsatz kommen? Dazu gab der Umweltausschuss die Empfehlung, „die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners weiterhin vorrangig im mechanischen Verfahren durchzuführen“. Damit auch die Meisen ihren Beitrag zur EPS-Bekämpfung leisten können, wurden 160 Nistkästen an Bäumen aufgehängt. Meisen gelten als die natürlichen Fressfeinde der Raupen.

Bei einer mechanischen Bekämpfung werden die Raupen samt Gespinst mit Saugern eingesaugt oder abgebrannt, erläutert die Gemeindeverwaltung. Die Nester können auch von Hand abgesammelt werden. „Das sind wirkungsvolle Verfahren, jedoch für die ausführenden Arbeiter nicht ungefährlich. Daher müssen diese zwingend Schutzanzüge tragen“, erklärt Christian Halsbenning.

In den kommenden Wochen stehen die Baumkon­trollen an. Rund 3500 Bäume sind im Gemeindegebiet zu überprüfen. Die Fachfrau im Bauhof ist Beate Wahlers, seit 2012 ist sie Baumkon­trolleurin. Für die Gemeinde hat sie ein Baumkataster erstellt, das alle relevanten Daten enthält, die für die Bestandsaufnahme und Identifizierung der einzelnen Bäume nützlich sind: Das sind die Baumnummer, der Standort, die Gattung, seine Dicke, das Alter sowie der Vitalitätszustand. Die Daten sind elektronisch gespeichert.

„Kontrollen sind notwendig, um die Verkehrssicherheit an öffentlichen Straßen zu garantieren“, erläutert Beate Wahlers. „Sie geben uns auch einen Überblick, welche Pflegemaßnahmen unser Baumbestand benötigt.“

In Havixbeck steht die Gesunderhaltung von Bäumen im Vordergrund, betont die Verwaltung. Wenn ein Baum dennoch gefällt werden muss, sollte möglichst eine Ersatzbepflanzung vorgenommen werden, so die Empfehlung des Umweltausschusses. Zusätzlich versuche man, neue Flächen für Bepflanzungen zu schaffen.

Beim Thema Neupflanzungen hat Beate Wahlers abschließend noch eine Bitte: „Bei der Trockenheit haben es frisch gepflanzte Bäume schwer. Daher wäre es schön, wenn Anwohner junge Bäume bei Bedarf mit einer Kanne Wasser versorgen würden.“

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