Baugebiet Masbeck diskutiert
Häuser nicht verstecken, besser präsentieren

Havixbeck -

Städteplaner Matthias Rottmann vom Planungsbüro „De Zwarte Hond“ aus Köln hielt einen engagierten Vortrag zur Rahmenplanung des Gebiets zwischen Münsterstraße und Bahnhof.

Samstag, 30.05.2020, 13:50 Uhr aktualisiert: 01.06.2020, 16:40 Uhr
Zunächst soll eine Kita auf dem Gelände des neuen Baugebiets entstehen. Die Straßenführung bleibt allerdings schon im Vorfeld ein Knackpunkt.
Zunächst soll eine Kita auf dem Gelände des neuen Baugebiets entstehen. Die Straßenführung bleibt allerdings schon im Vorfeld ein Knackpunkt. Foto: Büro De Zwarte Hond

Fest steht eigentlich nur, dass bislang wenig feststeht. Im Mittelpunkt des Bauausschusses stand die Entwicklung des Baugebietes an der Münsterstraße und des Bahnhofsumfelds. Städteplaner Matthias Rottmann vom Planungsbüro „De Zwarte Hond“ aus Köln hielt einen engagierten Vortrag zur Rahmenplanung des Gebiets zwischen Münsterstraße und Bahnhof.

„Wir haben dabei mit dicken Stiften gezeichnet“, sagte der Architekt. Soll heißen, es sind alles nur angedachte Vorstellungen, die nicht nur zum Tragen kommen müssen. Die Topographie des Geländes habe ihn beim ersten Besuch doch etwas erstaunt. Das Münsterland sei ja gar nicht nur platt. „Die Unterschiede in Richtung Baumberg habe ich auf der Fläche festgehalten“, so Matthias Rottmann.

Weiterhin schlug er vor, eine weitgehend offene Regenwasserhaltung vorzusehen. „Das Wasser muss nicht in einen teuren Kanal abgeleitet werden und weg ist es. Warum es nicht teilweise der Natur zurückgeben, bei den wenigen Niederschlägen der letzten Jahre.“ Auf dem großen Acker eine wunderbare Sache, die sich verwirklichen ließe.

Auf dem Rahmenplan sind zahlreiche Häusergruppen in verschiedenen Größen zu sehen. Auch dies sei nur „aufgestempelt“ und noch nicht die Reinzeichnung. Es diene alles nur zur Ansicht und Diskussion. Eine Mischung aus allen Hausgrößen sei vorstellbar. Dabei soll es entlang der Landesstraße keine großen Lärmschutzwälle geben. „Die Häuser dürfen sich präsentieren und nicht verstecken.“

Das Büro mit Niederlassungen in Köln, Rotterdam und Groningen hatte sich für das Modellprojekt „Bauland an der Schiene“ qualifiziert. Einen Streifzug mit Ausblick in Richtung Bahnhof unternahm der erfahrene Planer ebenfalls. Schön hätte das Gebäude aus den Gründungsjahren ausgesehen, fand Rottmann. Mit einigen Handgriffen könne aus dem nicht so schmucken Haus etwas entstehen. Für einen kurzen Aufenthalt, den die meisten Menschen dort nur verbringen würden, sei eine Art Wintergarten eine Möglichkeit. Rottmann brachte das Thema „essbarer Bahnhof“ ins Spiel. Dort könnten Obstbäume stehen, wovon sich so manch Reisender einfach bedienen könne. Der Bahnhof biete die Möglichkeit, mit einem schnellen Takt ins Oberzentrum Münster oder in die Kreisstadt zu gelangen. Die Mitglieder des Bauausschusses zollten dem Architekten Applaus für die Ausführungen, obwohl die Mikrofontechnik versagt hatte.

Dass der Verkehr nur über die Münsterstraße laufen soll, sei utopisch, so die Mitglieder des Ausschusses. Die CDU-Fraktion hatte sich im Vorfeld umfangreich Gedanken zum neuen Baugebiet Masbeck gemacht. Andreas Kleefisch trug die Ergebnisse vor, die die CDU schon im Vorfeld mit in die Planungen einbringen möchte. „Und nicht wenn es zu spät ist.“

Eine klimagerechte Bauleitplanung fordert die CDU. Eine zentrale Versorgungseinrichtung für Kraft, Wärme und Kälte (BHKW-Lösung) schlug Kleefisch vor. Die einzelnen Häuser erhalten Übergabestellen und werden allenfalls noch als „Backup“ solitär beheizt. Ladeeinrichtungen für E-Fahrzeuge und P&R-Treffpunkte müssten Standard werden, so die CDU-Fraktion.

Kleefisch erwähnte die bislang noch nicht eingeplante zweite Zufahrt zum Baugebiet. „Wir möchten mehrere Zufahrten zum Baugebiet und einen Anschluss an die Veloroute von allen Seiten.“

Die CDU-Fraktion sieht das neue Baugebiet unter dem Titel „Klimaquartier Masbeck 2025“. Sie möchte, dass die Gemeindeverwaltung auch für weitere Gebiete in der Gemeinde einen ganz neuen Denkansatz verfolgt. „Wir müssen nicht wieder wie im Habichtsbach bauen. Wir sollten auch aufpassen, dass Wohnraum für alle Bürger bezahlbar bleibt“, so Andreas Kleefisch.

Die CDU-Fraktion hatte gleich einen neuen Beschlussvorschlag mitgeliefert, der vom Vorschlag der Verwaltung abwich. Mit diesem Beschluss konnten sich alle Mitglieder anfreunden. Und so kam es zu einer einstimmigen Empfehlung an den Gemeinderat. Bis zur Ratssitzung soll es weitere Erkenntnisse geben. Fest steht, dass auf jeden Fall so schnell nicht gebaut wird.

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