Freibad Havixbeck
Ein Ort der Begegnung

Havixbeck -

Die Gemeinde Havixbeck erhält für die Umgestaltung des Freibads durch das Land Nordrhein-Westfalen einen Zuschuss von rund einer Million Euro. Die Aspekte der Integration und des sozialen Zusammenhalts in der Gemeinde sollen in den Fokus genommen werden.

Donnerstag, 04.06.2020, 06:06 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 19:08 Uhr
Abschließende Vorbereitungen für den Start der Freibadsaison am Freitag: Schwimmmeister Georg Börger (l.) und Schwimmmeister-Geselle Volker Mucks stellen die letzten Bänke auf. Foto: Johannes Oetz
Abschließende Vorbereitungen für den Start der Freibadsaison am Freitag: Schwimmmeister Georg Börger (l.) und Schwimmmeister-Geselle Volker Mucks stellen die letzten Bänke auf. Foto: Johannes Oetz Foto: Johannes Oetz

Große Freude herrscht in Havixbeck darüber, dass das Land Nordrhein-Westfalen die Umgestaltung des Freibades aus dem Topf der Städtebauförderung mit rund einer Million Euro bezuschusst. So kann jetzt das lange geplante Projekt „Investitionspakt Soziale Integration“ in die Tat umgesetzt werden.

Das Nichtschwimmerbecken des in den 1960er-Jahren erbauten Freibades ist in den 2000er-Jahren erneuert worden. Ferner ist das Bad durch Maßnahmen wie Errichtung des Matschbeckens, der Matschrutschbahn oder des Beachvolleyballfeldes erfolgreich für Kleinkinder und Jugendliche attraktiver gemacht worden. Nun sollen die Aspekte der Integration und des sozialen Zusammenhalts in der Gemeinde in den Fokus genommen werden.

Zentrale Maßnahme ist die Sanierung des Schwimmerbeckens. Alle am Projekt beteiligten Akteure – Verwaltung, Politik, Architekt, Verein zur Förderung des Freibades etc. – waren und sind sich einig, dass diese Maßnahme von großer Bedeutung ist, um den Schul-, Vereins- und Breitensport zu gewährleisten: „Nur durch den Fortbestand des Schwimmerbeckens kann es gelingen, den Kindern, Schülern und auch Erwachsenen das Schwimmen beizubringen.“ Gerade geflüchtete Menschen und Menschen mit Behinderung können oftmals nicht schwimmen. Die Gemeinde hat es sich deshalb zum Ziel gemacht, durch besondere Angebote diesen Menschen das Schwimmen beizubringen und dadurch die Integration und den sozialen Zusammenhalt zu fördern.

Trotz der gestiegenen Beliebtheit des Freibades müsse die Funktionalität und Attraktivität auch für andere Besuchergruppen weiter gesteigert werden, um den dauerhaften Erhalt des Bades zu sichern. Deshalb haben Gemeinde und Förderverein sich grundsätzlich mit der weiteren Ausrichtung des Freibades beschäftigt. „Dieses soll für Jung und Alt, für Menschen mit und ohne Behinderung, egal welcher Kultur ein Ort der Begegnung sein“, fasst Bauamtsleiter Dirk Wientges zusammen.

Hierzu hat der Förderverein eine umfangreiche Ideensammlung ausgearbeitet. Ein Planungsbüro wurde, ergänzend zum Sanierungskonzept für das Schwimmerbecken, mit der Erarbeitung eines Konzepts zur Attraktivierung beauftragt. Dieses beinhalte zwar einzelne Aspekte bezüglich einer barrierefreien Nutzung der Badeplatte sowie der Schwimm- und Badebecken. Ein vollständiges barrierefreies Konzept für das gesamte Freibad gibt es indes nicht, weil die Kosten dafür zu hoch wären, so Wientges weiter.

Die geplanten und vom Gemeinderat vorrangig beschlossenen Maßnahmen sind neben der Sanierung des Schwimmerbeckens, das komplett in Edelstahl ausgekleidet werden soll, neue Aufenthaltsbereiche in der südwestlichen Ecke des Beckenumgangs am Nichtschwimmerbecken und in der nordöstlichen Ecke des Beckenumgangs am Schwimmerbecken, außerdem die Gestaltung des Übergangs vom Schwimmer- zum Nichtschwimmerbecken.

Schließlich sollen noch einige Sonderausstattungen angeschafft werden: barrierefreie Einstiege sowohl für das Schwimmerbecken wie auch für das Nichtschwimmerbecken, ein Sonnensegel auch für den Matschplatz, eine Kletterwand sowie Maßnahmen für Sehbehinderte beziehungsweise blinde Menschen.

Bei allen Maßnahmen wird der Blick auch immer auf die Barrierefreiheit gerichtet. Es sollen im Rahmen der Sanierung des Schwimmerbeckens nicht nur die Wege, sondern auch die Durchschreitebecken des Freibades barrierefrei umgestaltet werden.

Für sehbehinderte beziehungsweise blinde Menschen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkreten Maßnahmen benannt. Im Rahmen der Entwurfsplanung sollen der notwendige Umfang und die Details mit dem Behindertenbeauftragten besprochen werden. Erste Ideen sind etwa Piktogramme im Eingangsbereich anzubringen, die der besseren Orientierung dienen, und ein kontrastreicher Anstrich der Türen der Umkleide- und Sanitärgebäude sowie an Ecken und Vorsprüngen. Durch die umlaufende Rinne mit einem Rinnenrost um das neue Becken ist bereits eine deutliche, kontrastreiche und auch tastbare Abgrenzung zwischen Wegen, Beckenumgang und Wasserflächen gegeben.

Im Rahmen der Konzeptentwicklung wäre auch zu prüfen und zu diskutieren, welche Maßnahmen zur taktilen oder visuellen Wegeführung darüber hinaus sinnvoll sind. Möglich wäre zum Beispiel, über einen entsprechenden Pflasterbelag die Zugänge zum Wasser (Einstiegstreppe, Einstiegsleiter) hervorzuheben.

In Eigeninitiative soll im Bereich des Beachvolleyballfeldes ein attraktiver Aufenthaltsraum für Jugendliche geschaffen werden. Ferner soll eine ins Wasser ragende Kletterwand installiert werden. „Dieses Element wird zukünftig ein Alleinstellungsmerkmal des Freibades in der Baumbergeregion sein“, freuen sich die Verantwortlichen.

Als nächster Schritt wird die Planung ausgeschrieben. Im kommenden Jahr nach der Freibadsaison könnte die Umsetzung der Pläne dann beginnen.

 

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