DLRG-Ortsgruppe
Wasserretter per Video geschult

Havixbeck -

Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie machen auch vor den Rettungsschwimmern der DLRG-Ortsgruppe Havixbeck nicht halt. Die Helfer haben sich intensiv und anders als üblich auf die neue Situation vorbereitet.

Sonntag, 14.06.2020, 16:23 Uhr
Die Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer der DLRG-Ortsgruppe haben sich auf den Wachdienst in der Freibadsaison unter Corona-Bedingungen vorbereitet. Unter anderem musste auch die Schutzausrüstung aufgestockt werden.
Die Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer der DLRG-Ortsgruppe haben sich auf den Wachdienst in der Freibadsaison unter Corona-Bedingungen vorbereitet. Unter anderem musste auch die Schutzausrüstung aufgestockt werden. Foto: DLRG Havixbeck

Lange war nicht klar, ob es überhaupt eine Freibadsaison geben würde, doch seit Ende Mai öffnete ein Freibad nach dem nächsten. Auch das Havixbecker Freibad darf unter Auflagen seit dem 4. Juni wieder Gäste empfangen. Mit dem Bescheid, dass das örtliche Bad doch eine Sommersaison 2020 haben wird, kam auf den Vorstand der DLRG-Ortsgruppe Havixbeck einige Arbeit zu.

„Schnell war klar, dass der Sommer nicht so sein würde wie sonst“, wusste Jan Behr , stellvertretender Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe, zu berichten. Gemeinsam mit dem Leiter Einsatz, Holger Geske , und dem Leiter Fachdienste, Tim Pollmüller, wertete er unter Einhaltung der bekannten Abstands- und Hygieneregeln und in vielen Video- und Telefonkonferenzen die Risikobewertungen und Hygienekonzepte des DLRG-Bundesverbandes sowie des Landes NRW aus und arbeitete sie im Einklang mit dem Hygienekonzept der Gemeinde Havixbeck für das Freibad zu einem Sicherheits- und Gesundheitskonzept für die aktiven Wachgänger aus.

„Zum Schutz aller vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus mussten wir uns auch etwas Neues für die jährlich notwendigen Unterweisungen zur Saison einfallen lassen“, so Behr weiter. So galt es, viele Unterweisungsvideos zu den Hygienekonzepten, der Nutzung des Sprechfunks, der Anwendung von Sanitätsmaterial und persönlicher Schutzausrüstung sowie zur Umsetzung der neuen Regeln im Freibad zu erstellen.

Auch sind in Zukunft besondere Maßnahmen bei der Durchführung der Ersten Hilfe zu beachten, um die ehrenamtlichen Helfer bestmöglich zu schützen. Zusätzlich musste das Repertoire an persönlicher Schutzausrüstung für die Wachgänger deutlich aufgestockt werden.

„Außerdem bitten wir alle Badegäste, bei ihrem Besuch im Freibad den gebotenen Sicherheitsabstand zu unseren Rettungsschwimmern zu wahren“, betonte Holger Ges­ke. Denn neben dem Tragen von Schutzmasken sei die Einhaltung von Abstandsregeln eine Möglichkeit, alle Beteiligten zu schützen, sodass sie im Ernstfall mit voller Tatkraft helfen können. Außerdem werde so auch die Ausbreitung des Coronavirus eingeschränkt.

Doch für die Vorstandsmitglieder galt es nicht nur, sich mit dem aktiven Wachdienst zu beschäftigen. Auch eine Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes musste überlegt und durchgesprochen werden. „Zunächst einmal ist es wichtig, unseren aktiven Wachgängern das Training zu ermöglichen“, so die Leiterin Ausbildung, Nicola Daldrup. Denn auch sie konnten seit Mitte März nicht mehr im Wasser trainieren. Natürlich hätten sich die Schwimmer auf andere Weise privat fit gehalten, dennoch sei ein Training im Wasser anders einzustufen. „Wir warten jetzt ab, wie sich das Gesundheitskonzept der Gemeinde im Freibad bewährt und werden dann in Kleingruppen das Training der aktiven Rettungsschwimmer wieder aufnehmen“, so Daldrup, die bereits einen möglichen Trainingsplan erarbeitet hat.

Das Training der Jugendgruppe wird allerdings noch warten müssen. „In den Sommerferien gibt es traditionell keine Trainingszeiten für die Jüngeren. Wir hätten vorher ohnehin nur noch zwei Trainingsabende zur Verfügung gehabt“, erklärte der Jugendvorsitzende Malte Bertelmann. Außerdem sei man vom Bundesverband angehalten, die Anzahl der Teilnehmer pro Gruppe auf ein Minimum von fünf Personen zu reduzieren. „Wir vom Trainerteam möchten aber keine Kinder bevorzugen oder andere benachteiligen“, stellte Bertelmann das Dilemma dar. So bleibe die Hoffnung, dass das Training nach den Sommerferien wieder normale Formen annehmen kann.

Da auch noch nicht absehbar ist, dass in diesem Sommer eine Abnahme von Schwimmabzeichen und Rettungsschwimmabzeichen angeboten werden kann, steht das Freibad zurzeit anders als sonst üblich an Dienstagen bis 20 Uhr der Öffentlichkeit zu Verfügung. Wenn der Trainings- und Ausbildungsbetrieb wieder beginnen kann, werde dies allerdings nicht mehr möglich sein, heißt es in der Pressemitteilung der DLRG .

Nun gelte es erst, das ortsgruppenbezogene Gesundheitskonzept auf Herz und Nieren zu prüfen. „Wir freuen uns auf eine sonnige und unfallfreie Saison sowie eine erneut gute Zusammenarbeit mit dem Schwimmbadteam.“

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