Regional-Studie
Wo lebt man am besten? - Kommunen im Münsterland siegen

Münsterland -

Ausreichend Arbeitsplätze, Wohnraum und Innovationen machen eine Region attraktiv: In einem NRW-weiten Ranking haben die Kommunen im Münsterland durchschnittlich am besten abgeschnitten.

Dienstag, 23.06.2020, 12:52 Uhr aktualisiert: 23.06.2020, 14:52 Uhr
Regional-Studie: Wo lebt man am besten? - Kommunen im Münsterland siegen
Havixbeck (im Bild ein coronagerechter Freiluftgottesdienst im Ortsteil Hohenholte) ist im landesweiten Ranking der Institut der deutschen Wirtschaft auf Platz 13 gelandet. Foto: Klaus de Carné

Wohnraum, Arbeit, Infrastruktur, Image: Welche Regionen florieren, hängt nicht zuletzt von politischen Entscheidungen ab. Vor den Kommunalwahlen im Herbst senden Unternehmer daher eine klare Botschaft: Auf Ebene der Städte solle viel passieren.

Innovationskraft durch Forschungsstandort Münster

Das Münsterland stach in der Studie des Institut der deutschen Wirtschaft dabei hervor. So waren gute Wohnräume, hohe Industriestärke und eine große Innovationskraft durch den Forschungsstandort Münster entscheidend dafür, dass die Region im Vergleich der fünf Regierungsbezirke des Landes am besten abschnitt, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie hervorgeht, die das Institut der deutschen Wirtschaft im Auftrag des Verbandes Unternehmer NRW durchgeführt hat.

Die Rheinschiene schnitt im Ranking dank guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen - wie etwa vielen Kommunen mit niedrigen Gewerbesteuerhebesätzen - ebenfalls gut ab. Etwas schlechter sah das Ruhrgebiet im Ranking aus, das sich den Studienautoren zufolge in einem „anhaltenden Transformationsprozess“ befindet. So schnitt die Region bei der ebenfalls untersuchten Dynamik besser ab - dieser Wert gibt an, wie stark sich eine Region weiterentwickelt hat.

Amazon-Ansiedlung in Oelde als Vorzeigebeispiel

„Kommunalpolitik kann selbst entscheidende Impulse setzen“, sagte NRW-Unternehmerpräsidenten Arndt Kirchhoff in Düsseldorf bei der Vorstellung des Rankings. An Verantwortliche in Stadträten und Kreistagen appellierte er im Vorfeld der Kommunalwahlen im Herbst, viel Wert auf Wirtschaftspolitik zu legen - etwa durch den Ausbau digitaler Infrastruktur in ländlichen Räumen oder Gewerbegebieten. Außerdem sollte auf kommunaler Ebene stärker zusammengearbeitet werden. „Wir erleben gerade, was geschieht, wenn der Motor nicht nur stottert, sondern gar nicht mehr anspringt“, sagte Kirchhoff mit Blick auf die durch die Corona-Pandemie ausgelöste wirtschaftliche Rezession. Die Wirtschaft sei der Schlüssel zu allem, was Städte und Regionen sich leisten könnten und wollten.

Als Vorzeigebeispiel gilt den Studienautoren etwa ein gemeindeübergreifendes Gewerbegebiet der Kommunen Rheda-Wiedenbrück, Oelde und Herzebrock-Clarholz, an dem sich etwa der Internet-Riese Amazon angesiedelt hat. Insgesamt bescheinigen die Studienautoren dem Land Nordrhein-Westfalen einen „Aufholprozess“ und stellen ihm aktuell ein „noch nicht zufriedenstellendes Zeugnis“ aus: Zwar schafften es einzelne Leuchtturm-Kommunen - wie etwa die Vorzeigestadt Monheim am Rhein - auch im Bundesvergleich auf vordere Ränge, insgesamt seien es aber noch zu wenige. Amtsträgern und möglichen Kandidaten in den Kommunen riet Kirchhoff, „nicht so viel nach Düsseldorf, Berlin oder Brüssel zu schielen - sondern selber die Ärmel hochzukrempeln und loszulegen.“

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