„Mayors for Peace“: Flagge auch in Havixbeck gehisst
„Atomwaffenfreie Welt für unsere Kinder“

Havixbeck -

Fred Eilers, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Havixbeck, hisste am Freitagnachmittag im Beisein der drei Bürgermeisterkandidaten die Flagge von „Mayors for Peace“.

Sonntag, 12.07.2020, 14:38 Uhr
Auch die Bürgermeisterkandidaten (v.r.)
Auch die Bürgermeisterkandidaten (v.r.) Foto: Christa Degemann

Das Wetter war nicht sehr einladend, und doch war die Veranstaltung am Freitagnachmittag neben dem Rathaus zum Hissen der „Mayors-for-Peace“ (zu deutsch: Bürgermeister für den Frieden)-Fahne gut besucht. „Lasst uns für eine atomwaffenfreie Welt kämpfen, für uns und unsere Kinder!“ Die Worte von Fred Eilers , dem stellvertretenden Bürgermeister, waren eindringlich.

Er verwies auf die zahlreichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die weltweit dem Bündnis der „Mayors for Peace“-Bewegung beigetreten sind. Die internationale Ächtung und Abschaffung der Atomwaffen stehe noch aus. Leider sei es so, dass die USA diverse Verträge zur Reduzierung von Atomwaffen gekündigt habe. Er hoffe auf Erfolg bei der Neuaufnahme von Verhandlungen, heißt es in einem Schreiben des Friedenskreises. Dennoch solle man dem Beispiel der „Mayors“ folgen und entsprechend auf die Bundesregierung einwirken. Bis heute hätten Atomwaffen nicht zur Verminderung der Kriege in der Welt beigetragen.

Klaus-Gerd Greiff vom Friedenskreis an der Anne-Frank-Gesamtschule hatte die Vision, an den Landesgrenzen der Bundesrepublik Schilder anzubringen mit dem Text: „Deutschland ist atomwaffenfrei!“ Schließlich habe der Bundestag genau dieses Ziel vor mehr als zehn Jahren beschlossen. Doch die in Büchel verbliebenen Atombomben sollen sogar modernisiert und durch die Bundeswehr an die Einsatzorte geflogen werden. Zudem sollen Milliardensummen in die Aufrüstung nuklearer Arsenale investiert werden, Summen, die angesichts des Elends in der Welt, das besonders in den armen Ländern durch die Corona-Krise noch erheblich vermehrt wird, zur Linderung der Not vieler Menschen eingesetzt werden sollten.

Daher müsse nicht nur die atomare Bedrohung ein Ende haben, die BRD solle auch aufhören, die Welt mit Waffen aller Art zu beliefern. So könne man doch nicht den Frieden stiften, den sich alle wünschen.

Auch die junge Generation war vertreten. Für sie sprach Stefan Mühlenbeck, der gerade sein Abitur an der AFG gemacht hat und als Schülersprecher in vielen Projekten engagiert war, wie etwa der Mitgestaltung der Auschwitz-Veranstaltungen der Gemeinde und des Friedenskreises, Pflege der Stolpersteine im Ort, Preis für Zivilcourage und „Schule gegen Rassismus“. Er sprach dankbar davon, dass seine Generation keinen Krieg erlebt hat und eine freie Entfaltung der Bildung möglich war, eine Chance, die Kindern und Jugendlichen in anderen Ländern verwehrt sei. Abrüstung, vor allem der Atomwaffen, sei notwendig, um allen ein angstfreies, menschliches Leben zu ermöglichen. Zudem sei es wichtig, Erinnerung wachzuhalten, um gegen Gewalt und Krieg, Hass und Hetze, gegen Rassismus und Antisemitismus ein klares Zeichen zu setzen. Gerade auch in der Corona-Pandemie sei die Fahne der „Mayors for Peace“ ein wichtiges Zeichen, an die gemeinsamen Aufgaben auf dieser Welt zu erinnern. Er wünsche sich für dieses Projekt eine gute weitere Zusammenarbeit in der Gemeinde.

Beim Hissen der grün-weißen Fahne mit der Friedenstaube und der englischen sowie japanischen Beschriftung „Mayors for Peace“ packte die Politik einvernehmlich gemeinsam an: Fred Eilers in Vertretung des Bürgermeisters sowie die Bewerber um das Bürgermeisteramt, Ludger Messing, Jörn Möltgen und Thorsten Webering. Die Fahne wird nun bis nach dem 9. August neben dem Rathaus zu sehen sein. Sie soll nicht nur die aktuelle atomare Abrüstung anmahnen, sondern auch an die Atombombenabwürfe durch die US-Armee auf Hiroshima und Nagasaki am 6. bzw. 9. August 1945 und deren fürchterliche Folgen erinnern.

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