Tilbecker Werkstätten
Ein Kollege namens Nachi

Havixbeck -

Er ist klein, aber oho: Nachi, ein japanischer Roboter, arbeitet in den Tilbecker Werkstätten mit. Er unterstützt die Beschäftigten in der Sanitärgruppe.

Sonntag, 19.07.2020, 20:10 Uhr
Christoph Wewer, David Isinger und Frank Röwekämper (v.l.) mit ihrem elektronischen Kollegen Nachi, der
Christoph Wewer, David Isinger und Frank Röwekämper (v.l.) mit ihrem elektronischen Kollegen Nachi, der Foto: Stift Tilbeck GmbH

Nachi ist ein kleiner japanischer Roboter und seit einiger Zeit der fleißige Kollege der Beschäftigten in der Sanitärgruppe der Tilbecker Werkstätten. Diese Gruppe arbeitet der sauerländischen Firma Flühs zu, die nach eigener Auskunft „richtungsweisende technische Lösungen in der Armaturenbranche“ entwickelt. In der Sanitärgruppe der Werkstätten wird eine Vielzahl von unterschiedlichen Ventilen für Flühs zusammengebaut. Eine Arbeit mit Metall, Gummi, Fett und viel Technik. Und Menschen mit Handicap, die diese Arbeiten erledigen.

Und jetzt also hilft ihnen Nachi. Entdeckt wurde er auf einer Technik-Messe in Stuttgart, berichtet die Stift Tilbeck GmbH in einer Pressemitteilung. Allerdings hatte Nachi zu diesem Zeitpunkt noch keine passenden Werkzeuge. Und auch keine weiteren Hilfsmittel, die im Vorrichtungsbau von Christoph Wewer normalerweise für Menschen mit Handicap hergestellt werden.

Diese herausfordernde Aufgabe nahmen er und David Isinger, Gruppenleiter in der Sanitärgruppe, mit sehr viel Begeisterung und technischem Know-How an. „Forschung und Entwicklung werden mit hohem Engagement eben auch in den Tilbecker Werkstätten betrieben“, freuen sich die Verantwortlichen. Die Corona-Krise beschleunigte wegen der Teil-Schließung der Tilbecker Werkstätten die Umsetzung des Nachi-Projektes.

Frank Röwekämper, wie David Isinger Gruppenleiter in der Sanitärgruppe, ist es wichtig zu betonen, dass Nachi den Menschen mit Handicap bei der Arbeit assistiert, sie nicht ersetzt. „Durch Nachis Unterstützung können die Aufträge für die Beschäftigten gehalten werden.“ Außerdem würden die Mitarbeitenden durch den Roboter stärker in den Produktionsprozess eingebunden.

Die Vorbereitung der Magazine (Steckbretter) sei eine Arbeit, die gerade auch von Menschen mit schwereren Beeinträchtigungen sehr gerne und mit Begeisterung erledigt werde, erklärt das Stift Tilbeck. Sie stecken dazu die Bauteile des zukünftigen Ventils in die Magazine. Dort nimmt Nachi, der von einem Beschäftigten gesteuert wird, sie einzeln heraus, fügt sie zusammen und legt das zusammengebaute Ventil ab. Sind die Magazine geleert, schiebt Nachi sie anschließend mit seinem Arm „ganz liebevoll“ wieder nach vorn, damit sie von den Beschäftigten gegen neu bestückte ausgewechselt werden können.

Auch ein Fernsehteam hat sich Nachi und seine Kollegen angeschaut und einen Bericht dazu gedreht. In dem Beitrag geht es um die Situation von Beschäftigten in Werkstätten für behinderte Menschen in Corona-Zeiten. Ausgestrahlt wird die Sendung am Montag (20. Juli) um 19.30 Uhr in der WDR-Lokalzeit Münsterland.

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