Witold Wylezol fotografiert Neowise
Vorbote einer Wende?

Havixbeck/Altenberge -

Der Komet Neowise ist zurzeit Motiv Nummer eins der Fotografen. Witold Wylezol vom Kulturforum Arte sind in den vergangenen Nächten aus der Sternwarte „Horus-Auge“ einige beeindruckende Aufnahmen gelungen.

Mittwoch, 22.07.2020, 06:00 Uhr
Man sieht hier sehr deutlich die Koma, den Kopf des Kometen, und den wunderschönen Schweif inmitten des Sternenhimmels.
Man sieht hier sehr deutlich die Koma, den Kopf des Kometen, und den wunderschönen Schweif inmitten des Sternenhimmels. Foto: Witold Wylezol

Neowise ist zurzeit ein echter Medienstar. Doch nicht mehr lange. Da der Komet sich immer schneller von der Erde entfernt und der Neumond den Himmel aufhellen wird, gibt es nur noch bis etwa Samstag die Gelegenheit, ihn unterhalb des Kastens des Großen Wagens im Sternbild Großer Bär zu beobachten (am besten mit einem Feldstecher). Witold Wylezol sind in den vergangenen Nächten aus der vom Kulturforum Arte errichteten semiprofessionellen Sternwarte „Horus-Auge“ bei Altenberge einige beeindruckende Aufnahmen gelungen.

Auf einem der Bilder vom nächtlichen Himmel ist sehr deutlich die Koma, der Kopf des Kometen, und sein wunderschöner Schweif inmitten des Sternenhimmels zu sehen, erklärt Wylezol. Fotografiert hat er mit einer handelsüblichen Spiegelreflexkamera und einem mittelstarken Teleobjektiv. Belichtet wurde 25 Sekunden lang mit einer speziellen Nachführungsvorrichtung, die die Bewegung der Erde um ihre Achse ausgleicht. Auch mit einem größeren Spiegelteleskop (Hauptspiegel 350 mm Durchmesser), dank dessen nur eine Sekunde lang belichtet werden musste, hat er gute Ergebnisse erzielt und die Schönheit des Kometen dokumentiert.

Ein Vorbote oder Vorzeichen?

Nach den neusten Berechnung, die mittlerweile aus Hunderten von Beobachtungsdaten ermittelt wurden, sah man den sehr hellen Kometen zum letzten Mal um das Jahr 2500 vor Christus, berichtet Witold Wylezol. In dieser Zeit erlebte das Alte Ägypten seinen kulturellen Höhepunkt: das Alte Reich. Charakteristisch für diese Epoche war vor allem die vierte Dynastie (Pyramidenzeit) mit den Herrschern Cheops und Chephren. „Der technologische und wissenschaftliche Stand dieser untergegangenen Zivilisation erreichte zu dieser Zeit seinen Höhepunkt“, so Wylezol. Kurz danach begann diese Kultur unwiderruflich zu zerfallen.

Noch am Beginn des vergangenen Jahrhunderts wusste man sehr wenig von dem astronomischen Phänomen eines Kometen. Laut einer volkstümlichen Interpretation des Phänomens „helle sichtbare Kometen“ handelte es sich immer wieder um einen Vorboten oder ein Vorzeichen, das mit dem Beginn beziehungsweise mit dem Ende einer Ära aufs Engste zusammenhing. „Ein Aberglaube oder doch ein Körnchen Wahrheit in den Zeiten der beginnenden Weltwirtschaftskrise, politischer Instabilität und der Coronapandemie?“, fragt Witold Wylezol. Der Komet könnte der Vorbote einer Erneuerung der an allen Ecken bröckelnden Gesellschaft sein, ein Hoffnungsschimmer für den von vielen lange ersehnten Wendepunkt in Fragen der Klima-, Natur- und Umweltpolitik.

Die Sternwarte „Horus-Auge“ wird nach langer Bauphase (seit 2014) schon bald der Öffentlichkeit mit einem regelmäßigen Programm zugänglich sein, teilt das Kulturforum mit. Dieses plant unter der Regie Wylezols ab Herbst unter anderem auch die Wiederaufnahme der Vortragsreihe „Dem Universum auf der Spur“, in der Kometen auch eine Rolle spielen werden. Geplant sind auch Fotoausstellungen mit spektakulären Aufnahmen von Kometen, Planeten, Sternhaufen, Gasnebeln und Galaxien, die von engagierten Hobbyastronomen in den vergangenen zwei bis drei Jahren gemacht worden sind, heißt es abschließend.

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