AWO-Begegnungsstätte
Mit Vorgehen nicht einverstanden

Havixbeck -

Die AWO hat die Entscheidung der Gemeinde akzeptiert, die Begegnungsstätte „Marie Juchacz“ vorübergehend für die zukünftige Johanniter-Kita zur Verfügung zu stellen. Sie kritisiert aber das Vorgehen.

Samstag, 25.07.2020, 09:50 Uhr
Die AWO-Begegnungsstätte „Marie Juchacz“ wird für einige Wochen die Unterkunft für die Kinder der zukünftigen Johanniter-Kita werden.
Die AWO-Begegnungsstätte „Marie Juchacz“ wird für einige Wochen die Unterkunft für die Kinder der zukünftigen Johanniter-Kita werden. Foto: Frank Vogel

Die AWO-Begegnungsstätte „ Marie Juchacz “ wird übergangsweise den Kindern der zukünftigen Kita der Johanniter-Unfallhilfe zur Verfügung gestellt (wir berichteten). Diese Entscheidung der Gemeinde habe die AWO zwar akzeptiert, sagt ihr Ortsverbandsvorsitzender Klaus Kremer . Allerdings sei man überhaupt nicht einverstanden mit der Art und Weise, wie sie zustande gekommen ist.

Die Altenbegegnungsstätte an der Dirkesallee, die der Ortsverband der AWO unterhält und die mit einem neuen, zehnjährigen Mietvertrag (seit 2017) versehen ist, sei eine Anlaufstelle für alle Bürger in Havixbeck. Da die AWO besonders den älteren Mitbürgern eine Abwechslung in deren einsamen Alltag bringen soll, sei es bedauerlich, dass diesen Menschen für sieben Wochen ein Stück Lebensfreude genommen werde. Dabei heiße es, so die AWO, im Mietvertrag wörtlich: „Das Mietobjekt wird ausschließlich zur Nutzung als Begegnungsstätte für den Ortsverband Havixbeck vermietet.“

Durch den Bericht der Gemeinde vom 18. Juli sei bei vielen Bürgern ein falscher Eindruck entstanden, deshalb wolle der Vorstand einiges klarstellen. Die AWO habe der Gemeinde zu keiner Zeit die Bereitstellung der Räumlichkeiten angeboten. „Die AWO wurde durch unübliche und unfaire Weise überrannt, mit einer Entscheidung, die schon beim ersten Gespräch mit der AWO feststand“, erklärt der Vorstand in seiner Mitteilung.

Da der AWO die Betreuung älterer Bürger am Herzen liegt, habe der Vorstand die Fremdnutzung durch eine Kita einstimmig abgelehnt. Ein Tag nach der schriftlichen Mitteilung an die Gemeinde wurde jedoch eine Ortsbesichtigung von Vertretern der Kita und der Gemeinde bei laufender Veranstaltung durchgeführt.

Für die Nutzung des Hauses durch die Kita seien „umfangreiche Maßnahmen“ zur Umgestaltung notwendig. Das, so die AWO, sei in keiner Weise zu rechtfertigen. „Die Kosten für die Umgestaltung tragen ganz allein die Bürger, auch die älteren.“

Dass Kinder eine Unterkunft brauchen, sei unumstritten. Die Eltern, gerade dann, wenn sie gezwungen sind zu arbeiten, möglicherweise auch, um ihre Stelle nicht zu gefährden, vertrauen auf die Zusage der Gemeinde. Und die AWO habe volles Verständnis für die Not der Eltern. Das Pro­blem soll mit zwei Containern gelöst werden. „Warum aber wurden diese Container nicht eher bestellt?“, fragt der Ortsverband.

Der AWO sollte als Ausweichquartier für ihre Aktivitäten der Sitzungssaal des Rathauses (dritte Etage) zur Verfügung gestellt werden. Da viele Ältere die Nachmittage mit E-Mobilen und Rollatoren besuchen, habe der Vorstand dieses Angebot jedoch abgelehnt. Nach intensiver Suche für eine Unterkunft hat die Grundschule ihr Foyer während der Ferien zur Verfügung gestellt.

Hier findet ab sofort jeden Dienstag ab dem 28. Juli für drei Wochen der Karten- und Spielenachmittag ab 14 Uhr statt. Alle anderen geplanten Veranstaltungen müssen leider ausfallen, bedauert die AWO. „Der Vorstand entschuldigt sich bei allen Besuchern der AWO für die Entscheidung der Gemeinde.“

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