Vorbereitungen auf den Schulbeginn
Herzliche Begegnung auf Distanz

Havixbeck -

Hygienekonzepte entwickeln, Konferenzen mit den Kollegen und Anordnungen vom Ministerium – die Ferien sind für Dr. Torsten Habbel, Leiter der Anne-Frank-Gesamtschule längst schon wieder zu Ende. Ganz besonders freut sich der Rektor auf die Schüler, die ab Mittwoch wieder kommen dürfen und auf die persönliche Begegnung.

Donnerstag, 06.08.2020, 21:15 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 18:42 Uhr
Dr. Torsten Habbel, Leiter der Anne-Frank-Gesamtschule, freut sich auf die persönliche Begegnung mit seinen Schülern
Dr. Torsten Habbel, Leiter der Anne-Frank-Gesamtschule, freut sich auf die persönliche Begegnung mit seinen Schülern Foto: Marion Fenner

„Bis Mittwoch haben wir ja noch Zeit“, antwortet Dr. Torsten Habbel , Leiter der Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ), mit einem Augenzwinkern auf die Frage, wie die Vorbereitungen auf den Schulbeginn in der kommenden Woche laufen. In Wirklichkeit folgt eine Besprechung mit den Kollegen auf die nächste, und zwischendurch kommen neue Anordnungen vom Schulministerium.

„Wir freuen uns darauf, dass es endlich wieder losgeht“, versichert Habbel. Die Fachlehrer müssten sich derzeit gegenseitig darüber informieren, wie weit die Schüler in den einzelnen Fächern gekommen sind, damit die Übergabe der Klassen an die neuen Lehrer möglichst reibungslos verläuft. Auch werde ermittelt, was während des Lockdowns gut geklappt habe, was erreicht wurde und auch, wo gegebenenfalls noch einmal der Wissensstand getestet werden müsse.

Digitalisierung

Insgesamt ist Habbel davon überzeugt, dass Zusammenarbeit zwischen Schülern und Lehrern in Zeiten der geschlossenen Schulen sehr gut funktioniert habe. „Wir waren in Sachen Digitalisierung sehr gut vorbereitet, jeder Schüler verfügt über eine eigene Schul-E-Mail-Adresse.“ Das Kollegium sei entsprechend fortgebildet gewesen, es gab Videokonferenzen, die weitgehend funktioniert hätten. „Wir prüfen jetzt noch Einzelfälle, in denen wir nachjustieren müssen“, erklärt der Schulleiter. Insbesondere sollen Schüler, die nicht über eine ausreichende Ausstattung verfügen, Laptops als Leihgeräte erhalten.

Präsenzunterricht

Im Vordergrund steht für Habbel, dass jetzt wieder Präsenzunterricht stattfinden kann. „Die Schule soll wieder ein Ort werden, an dem sich Kinder sicher und wohl fühlen.“ Und das trotz der geltenden Einschränkungen, an die sich auch die Schüler halten müssen. „Die Schule wird wieder voll, und somit sind alle verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen“, betont Habbel. Eine Vorschrift auf deren Einhaltung streng geachtet werde. „Kein Schüler nimmt ohne die Schutzmaske am Unterricht teil.“ Wenn jemand ohne Maske komme, würden die Eltern angerufen und müssten diese nachbringen.

Wir werden das Schulgelände erweitern, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können.

Dr. Torsten Habbel

Einen zeitlich versetzten Unterrichtsbeginn wird es an der AFG nicht geben. „Viele Schüler kommen mit dem Bus und sind ohnehin alle gleichzeitig vor Ort. Der organisatorische Aufwand wäre zu groß.“ Auch die Pausen finden für alle Schüler zeitgleich statt. „Wir werden das Schulgelände erweitern, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können.“ Habbel denkt an den Bereich „Pastors Wiese“ oder den Willi-Richter-Platz vor dem Rathaus. Die Klassenräume werden regelmäßig gelüftet, zudem werde auf Hygiene durch Desinfektion und Händewaschen geachtet. Der Sportunterricht findet vorläufig nur im Freien statt, und in der Mensa wird mittags in drei Schichten gegessen.

Risikogruppe

Ein weiteres organisatorisches Problem, mit dem sich der Schulleiter derzeit beschäftigen muss, ist, dass zehn Prozent des 100-köpfigen Kollegiums zur Risikogruppe gehören. Sie hätten ein Attest eingereicht, mit dem bestätigt wird, dass im Falle einer Corona-Infektion ein besonders schwerer Verlauf zu erwarten wäre. Doch diese Lehrer unterstützen die Kollegen aus dem Homeoffice und bereiten den Unterricht vor. Aufgrund der guten Digitalisierung an der Schule sei auch eine Video-Zuschaltung möglich. „Bei einigen Klassen werden wir dann wohl zusätzlich eine Aufsicht einsetzen.“ Denn nicht bei allen Schülern könne man sicher sein, dass der Lehrer die uneingeschränkte Aufmerksamkeit erhalte, kennt Habbel seine Pappenheimer. Klassenarbeiten bereiten die Lehrer ebenfalls vor, die sie anschließend auch korrigieren. Habbel ist zuversichtlich, dass das mit ein wenig organisatorischem Geschick gut funktioniert.

Begrüßung

Die Begrüßung der neuen Fünftklässler ist in diesem Jahr etwas anders. Weil diese im Vorfeld nicht die Schule besuchen durften, hatten Schüler der Notbetreuung vor den Ferien ein Video gedreht, in dem sie den Neuen schon einmal die Schule vorstellten. Es ist auf der Homepage der Schule zu sehen. Am Donnerstag erwartet die Fünfer – getrennt nach den Standorten Havixbeck und Billerbeck – ein verkürztes Programm „ohne Band und Zirkus“, mit Abstand und nur einer Begleitperson, dafür aber auch mit kirchlichem Segen. Habbel: „Wir versuchen, die Begrüßung so persönlich und herzlich wie möglich zu gestalten.“ Zu Beginn der Begrüßungsfeiern werden alle fotografiert, um so die Sitzplätze dokumentieren zu können.

Kinder, die Erkältungssymptome zeigen, dürften nicht in die Schule kommen, betont Habbel. Nun hofft er, dass nicht wieder neue Erlasse die Konzepte über den Haufen werden. Wir freuen uns erst einmal, dass wir den Schülern wieder persönlich begegnen dürfen.“

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