Diskussion mit CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak
„Wenn ich so planen würde...“

Havixbeck -

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und Bundestagsabgeordneter Marc Henrichmann haben sich die Ehre gegeben und das Havixbecker Unternehmen Dertenkötter besucht. In einer Diskussionsrunde ging es unter anderem um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Auswirkungen der Senkung der Mehrwertsteuer.

Samstag, 29.08.2020, 15:55 Uhr aktualisiert: 30.08.2020, 19:52 Uhr
Zu einer Gesprächsrunde ist CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (r.) nach Havixbeck gekommen. Gastgeber war Jens Dertenkötter (2.v.l.) vom gleichnamigen Betrieb. Bundestagsabgeordneter Marc Henrichmann (l.) übernahm die Moderation. Bürgermeisterkandidat Thorsten Webering präsentierte Teile seines Programms zur Kommunalwahl.
Zu einer Gesprächsrunde ist CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (r.) nach Havixbeck gekommen. Gastgeber war Jens Dertenkötter (2.v.l.) vom gleichnamigen Betrieb. Bundestagsabgeordneter Marc Henrichmann (l.) übernahm die Moderation. Bürgermeisterkandidat Thorsten Webering präsentierte Teile seines Programms zur Kommunalwahl. Foto: Alex Piccin

„Ein paar mehr Leute“ hätte sich Andreas Lenter als Zuschauer gewünscht – 30 bis 40 waren es, die am Donnerstagnachmittag den Weg zur Firma Dertenkötter gefunden hatten. Der Vorsitzende der CDU Havixbeck eröffnete eine politisch hochrangig besetzte Diskussionsrunde. Auf der Bühne standen der Generalsekretär der Bundes-CDU, Paul Ziemiak, Bundestagsabgeordneter Marc Henrichmann sowie Bürgermeisterkandidat Thorsten Webering . Jens Dertenkötter sprach aus Sicht der lokalen Unternehmer über die Coronakrise.

Nachdem Ziemiak über die Maßnahmen der Bundes-CDU in der Coronakrise gesprochen hatte, merkte Dertenkötter an, dass es seiner Branche verhältnismäßig gut ergangen ist. Dennoch empfand er es als Herausforderung, das Konzept der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu meistern: „Es ist vorgekommen, dass Mitarbeiter sich für zwei, drei Tage abgemeldet haben, da sie ihre Kinder betreuen mussten.“ Das werfe die Planungen und Arbeitsabläufe durcheinander.

Grundstücke und Gebäude

Webering unterstrich dahingehend, dass Havixbeck mehr Kitaplätze brauche, damit verbunden aber eben auch die passenden Grundstücke und Gebäude. Dertenkötter wirkte nicht überzeugt: „Das mit den Kitas kann man doch vorausplanen. Wenn ich in meiner Firma so planen würde...“ Webering pflichtete ihm bei. Zehn-Jahres-Statistiken dürften bei solchen Projekten keine Grundlage der Planungen bilden.

Ein weiteres Thema war die Senkung der Mehrwertsteuer. Anderas Kleefisch merkte aus den Reihen der Zuschauer an, dass diese Maßnahme die Bauwirtschaft vor einigen Problemen gestellt habe. Dertenkötter führte aus, dass sein Betriebswirtschaftsprogramm erst ein 4000 Euro teures Update erfahren musste, um mit den verschiedenen Steuersätzen umgehen zu können. Die Schwierigkeit läge besonders bei langfristigen Projekten. „Wurde das bedacht? Hat die Senkung einen positiven Effekt?“, fragte Kleefisch in Richtung Ziemiak.

„Das wurde nicht bedacht“, gab dieser zu. „Die Senkung war dazu gedacht, den letzten Kaufimpuls zu geben, als Anschub, um über die Runden zu kommen.“ Zumindest in der Baubranche habe dies funktioniert, berichtete Dertenkötter. Zwar gehe es ihm an die Liquidität, doch am Ende entstünde ihm kein finanzieller Schaden.

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