AFG-Schüler befragten die drei Bürgermeisterkandidaten
Gesamtschulstandort verteidigen

Havixbeck -

Bis zum Schluss kurzweilig und spannend blieb die Podiumsdiskussion mit den drei Havixbecker Bürgermeisterkandidaten an der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG). Die Schülervertretung (SV) hatte den Austausch zwischen Schule und Politik vorbereitet.

Samstag, 05.09.2020, 13:00 Uhr
Mitglieder und Verbindungslehrer der Schülervertretung (SV) der Anne-Frank-Gesamtschule hatten die Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten (v.l.) Ludger Messing (SPD), Thorsten Webering (CDU) und Jörn Möltgen (Grüne) vorbereitet.
Mitglieder und Verbindungslehrer der Schülervertretung (SV) der Anne-Frank-Gesamtschule hatten die Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten (v.l.) Ludger Messing (SPD), Thorsten Webering (CDU) und Jörn Möltgen (Grüne) vorbereitet. Foto: AFG

Den Fragen der Zehntklässler und Oberstufenschüler der Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ) stellten sich den Bürgermeisterkandidaten der Gemeinde Havixbeck Havixbeck in einer Podiumsdiskussion. „Politik wird dann spannend, wenn man sich aktiv beteiligen kann“, meint Juliane Kampmann, Verbindungslehrerin der Schülervertretung (SV), die den Austausch zwischen Schule und Politik gemeinsam ihren Kollegen Simon Lütkenhaus, Katrin Blumenthal und Carola Terhürne sowie Schülern von der SV vorbereitet hatte.

Digitalisierung, Freizeitangebote, Umweltpläne und der öffentlichen Nahverkehr bildeten inhaltliche Schwerpunkte, denen sich Thorsten Webering (CDU), Jörn Möltgen (Bündnis 90/ Die Grünen ) und Ludger Messing (SPD) stellten. Moderiert wurde die SV-Veranstaltung von Sebastian Splitthoff, Abiturient der AFG. Sozialwissenschaftslehrer Oliver Wischerhoff stand als Zeitwächter auf der Bühne und sorgte dafür, dass die Redebeiträge der Kandidaten 1.30 Minuten nicht überschritten. Der positive Effekt: Die Diskussion blieb bis zum Ende spannend und zahlreiche Fragen konnten gestellt werden, berichtet die Anne-Frank-Gesamtschule in einer Pressemitteilung.

Inhaltlich stehen sich die drei Politiker in vielen Themenbereichen nah: Die Digitalisierung scheint allen wichtig. „Es muss stabil laufen, damit jeder am Unterricht teilnehmen kann“, so Thorsten Webering. Jörn Möltgen verwies zudem auf notwendige Kompetenzen, die auch Lehrern vermittelt werden müssten. Ludger Messing sieht das Lernen zu Hause grundsätzlich kritisch: „Schule muss hier stattfinden. Wenn Papa mit seinem Computer im Wohnzimmer und Mama in der Küche sitzt, wird das Lernen schwierig.“

Im Forum der AFG folgten die Schüler den Ausführungen der Bürgermeisterkandidaten live. Außerdem wurde die Veranstaltung aufgezeichnet, um sie später im Unterricht zu reflektieren.

Im Forum der AFG folgten die Schüler den Ausführungen der Bürgermeisterkandidaten live. Außerdem wurde die Veranstaltung aufgezeichnet, um sie später im Unterricht zu reflektieren. Foto: AFG

Den Standort Billerbeck betrachten die Politiker parteienübergreifend als Gewinn; Roxel als neuen Gesamtschulort lehnen alle drei ab. Den Schulstandort Havixbeck-Billerbeck zu verteidigen, habe höchste Priorität. In Anbetracht der besseren digitalen Versorgung in Billerbeck setzen Möltgen und Webering auf interkommunale Zusammenarbeit. Messing betrachtet den Standort Billerbeck als „Glücksgriff“ für Havixbeck.

Inhaltliche Nähe ist bei den Kandidaten ebenso im Freizeitbereich auszumachen. Das Freibad solle renoviert werden, von einer Kletterwand ist die Rede und von Sportvereinen, die unterstützt werden sollen. Möltgen möchte die Fördertöpfe ausschöpfen, Messing plant Multifunktionsräume im neuen Baugebiet, Webering möchte ein Jugendparlament wie auch Menschen mit Behinderungen beteiligen, um „deren Meinungen einzuholen“.

Was Windräder angeht, setzen sich alle drei konstruktiv und nachdrücklich dafür ein: Die Grünen setzen auf ein Bürgerbündnis mit finanzieller Bürgerbeteiligung, Ludger Messing sucht nach ausgewiesenen Flächen, die niemanden behindern, und Thorsten Webering verweist auf 1000 Meter Mindestabstand, die einzuhalten seien.

Handlungsbedarf sehen die drei Bürgermeisterkandidaten beim Öffentlichen Personennahverkehr: Ludger Messing plant ein Familienticket, 11,90 Euro für eine Fahrt von Havixbeck nach Münster und zurück seien seien viel zu viel. Jörn Möltgen beklagt, dass viele Busse in Nienberge und Roxel enden, statt weiter nach Havixbeck zu fahren. Wie Messing plädiert er für ein Jahresticket für 365 Euro. Thorsten Webering, dem die Fahrt zwischen Münster und Havixbeck zu lange dauert, ist eine Schnellbusverbindung wichtig.

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