Freiwilligendienst an der alten Schule
Als „Bufdine“ zurück an die AFG

Havixbeck -

Direkt nach dem Abitur kehrte Beyza Nur Çaput zurück an ihre alte Schule. Als Mitarbeiterin im Bundesfreiwilligendienst ist sie an der Anne-Frank-Gesamtschule in Havixbeck nun „Mädchen für alles“.

Montag, 12.10.2020, 17:55 Uhr aktualisiert: 18.10.2020, 16:40 Uhr
In ihrem Bundesfreiwilligendienst an der Anne-Frank-Gesamtschule wird Beyza Nur Çaput flexibel eingesetzt. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Unterstützung von Schülern im Unterricht.
In ihrem Bundesfreiwilligendienst an der Anne-Frank-Gesamtschule wird Beyza Nur Çaput flexibel eingesetzt. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Unterstützung von Schülern im Unterricht. Foto: AFG

Beyza Nur Çaput hat in diesem Jahr an der Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ) Abitur gemacht. Jetzt lernt sie die Schule als Mitarbeiterin im Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) neu kennen.

„Ich erlebe gerade hautnah, was einen Lehrerjob ausmacht”, sagt Beyza Nur Çaput. Gerade hat sie einen Klassensatz Arbeitsblätter kopiert, schon ist sie wieder auf dem Sprung. Für die Q1 muss eine Videokonferenz organisiert werden. Die verantwortliche Lehrerin gehört zur Gruppe der Risikopersonen und unterrichtet mit Çaputs Unterstützung aus häuslicher Distanz.

Rasch geht es weiter zur Unterstufe: In Klasse 7 wartet schon ein Kind, das etwas länger braucht, um neue Unterrichtsinhalte zu verstehen. Wenn die 19-Jährige daneben sitzt, geht alles leichter, berichtet die AFG in einer Pressemitteilung.

Beyza Nur Çaput ist „Mädchen für alles“ und wird in der Schule flexibel eingesetzt. Im persönlichen Kontakt mit Lehrerinnen und Lehrern bekommt sie mit, wie hoch und vielfältig die Anforderungen an eine Lehrer-Persönlichkeit sind: „Man ist nicht nur Lehrperson, sondern auch Ersatz-Elternteil und Organisationstalent. Und nach dem Unterricht ist die Arbeit längst noch nicht vorbei.“

Die Entscheidung dafür, als Bufdi ein Jahr an der Schule zu absolvieren, die sie selbst neun Jahre lang besucht hat, brauchte Zeit. „Als das Angebot vor einem Jahr von der Schule kam, dachte ich zuerst: Ich will doch nicht freiwillig wieder zur Schule“, erzählt Çaput lachend. Damals war sie selbst noch Schülerin in der Q2. Als Abiturientin hätte sie die Zeit zur Orientierung nach der Reifeprüfung gerne im Ausland verbracht. Aber dann kam Corona und das Interesse für Pädagogik bestand noch.

Im Leistungskurs Erziehungswissenschaften hat sie an der AFG viel gelernt. Sozialpädagogik ist eines der Berufsfelder, die sie besonders interessieren. In der Schule hat sie die Gelegenheit, vielfältige pädagogische Erfahrungen zu machen. Bei Bernadette Klaus, Sozialpädagogin an der AFG, findet die junge Frau immer ein offenes Ohr. Da sie in Inklusionsklassen schulbegleitend Flüchtlingskinder und Kinder mit diversen Förderschwerpunkten unterstützt, gibt es viele Bezugspunkte.

Lehrerin – so viel steht jetzt schon fest – ist nicht ihr Traumberuf: „Der Job ist einfach zu hart“, meint Çaput und sagt: „Ich verstehe nicht, warum dem Lehrpersonal häufig so wenig Respekt und Anerkennung entgegengebracht wird.“ Schließlich sei man hier neben Wissensvermittlerin auch eine der wichtigsten Bezugspersonen in der persönlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Ihre Aufgabe als „Bufdine“, wie sie an der Schule häufig genannt wird, mache dennoch Spaß: „Es ist schön, vertraute Gesichter zu sehen, die mir zudem Verantwortung übertragen.“ Die Arbeit an der AFG kann Beyza Nur Çaput daher uneingeschränkt empfehlen: „Es ist eine Herausforderung, die Flexibilität erfordert. Aber man wächst sehr daran.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7629113?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F
Nachrichten-Ticker