Furnierwerk Wehmeyer
Sehr zufrieden trotz Corona

Havixbeck -

Das Furnierwerk Wehmeyer hat trotz der Corona-Zeit ein gutes Geschäft gemacht. Die Konzentration auf hohe Qualität und die Auslagerung der Produktion ins Ausland seien dabei wesentliche Pluspunkte gewesen.

Mittwoch, 18.11.2020, 22:35 Uhr aktualisiert: 18.11.2020, 22:40 Uhr
Die unternehmerische Entscheidung, die Furnierproduktion ins Ausland zu verlagern, habe sich als goldrichtig erwiesen, ist das Furnierwerk Wehmeyer überzeugt. Unser Bild zeigt den Veredlungsbetrieb in Melnik (Tschechien).
Die unternehmerische Entscheidung, die Furnierproduktion ins Ausland zu verlagern, habe sich als goldrichtig erwiesen, ist das Furnierwerk Wehmeyer überzeugt. Unser Bild zeigt den Veredlungsbetrieb in Melnik (Tschechien). Foto: Wehmeyer

„Wir hatten keine Produktionsausfälle durch Corona und sind sehr zufrieden“, so Geschäftsführer Heiner Wehmeyer vom Furnierwerk Wehmeyer. Das Unternehmen hatte seine großen Mengen Rundhölzer von Januar bis August durchgehend beim Furnierwerk Danzer Bohemia in Melnik (Tschechien) zu hochwertigen Furnieren aufarbeiten und veredeln lassen. „Natürlich haben sich die Corona-Auflagen auf das Tagesgeschäft ausgewirkt. Von Mitte März bis Mitte Mai haben die Mitarbeiter des Standorts Havixbeck unter schwierigen und neuen Bedingungen weiter produziert. Erst ab Ende Mai war nach der Ein- und Durchführung von Covid-Tests mit negativen Ergebnissen wieder ein halbwegs normaler Geschäftsablauf mit der ständigen Präsenz von Wehmeyer-Mitarbeitern im Veredelungsbetrieb möglich.“

Die Gründe für das gute Absatzgeschäft von Furnieren im Großhandelslager in Havixbeck auch in Corona-Zeiten liegen laut Heiner Wehmeyer insbesondere im gewählten Fokus auf die ex­trem gefragte Europäische Eiche in allen Stärken und Aufarbeitungstechniken mit Qualitäten bis hin zum internationalen Jachtbau, aber auch auf die in der europäischen holzverarbeitenden Indus­trie sehr gefragte Wildeiche in allen Variationen und Herstellungsstärken.

Weiterhin verzeichnete der Havixbecker Mittelständler einen starken Absatz seiner Furniere aufgrund des veränderten Konsumverhaltens der Verbraucher. Ein Fokus des deutschen beziehungsweise europäischen Konsums lag eindeutig auf dem Bereich der Möbel, auf puristischen Küchen und auf hochwertigen Exklusivausbauten. Es wird und wurde wieder verstärkt in den gesamten Möbelbereich investiert, die Bürger schafften und schaffen sich verstärkt Holzmöbel für das eigene Haus oder die Wohnung an. „Sonst übliche hohe Urlaubs- oder Freizeitausgaben werden – pandemiebedingt – deutlich vernachlässigt oder umgeschichtet.“

Alle eingekauften Hölzer werden, so betont das Unternehmen, streng nach Kunden- bzw. Marktbedürfnissen ausgewählt. Rundholzstämme, die nicht in die strenge Einkaufspolitik des Eichenspezialisten passen, werden nicht beboten beziehungsweise nicht gekauft. Eine klare Unternehmensvorgabe sei das Motto „Qualität hat Priorität“. Dieses konsequente Vorgehen habe erst die Stilllegung der eigenen Produktion in Havixbeck vor sechs Jahren möglich gemacht, die seinerzeit rund 2800 Kubikmeter Rundholz in allen Qualitäten umfasste, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. „Ein Schritt, der sich im Nachhinein als goldrichtig für den weiteren erfolgreichen Weg des Unternehmens erwiesen hat. Diese Umstrukturierung beinhaltet also eine klare strategische Unternehmensausrichtung auf die Furnierproduktion nur noch im Ausland und auf gute bis sehr gute Rundholzqualitäten. Damit ist die Firma Wehmeyer aktuell im Geschäftsjahr 2020 die Nummer eins in Sachen Produktionsmenge (m³) im Rundholzveredelungsbetrieb im Furnierwerk in Melnik.“

Eine besondere Herausforderung, insbesondere mit Blick auf die Zukunft, ist für das Unternehmen auch die Beschaffung von geeignetem FSC-zertifizierten, nachhaltigen Rundholz in den gesuchten Qualitäten. Hier wirken sich derzeit unter anderem die Nadelholzkalamitäten (mit der entsprechenden Bindung von Forstkapazitäten) sowie die Vernachlässigung des Einschlags gezielter Wertholzstämme nachteilig aus, schreibt das Unternehmen. Grundsätzlich kommen dem Havixbecker Eichenspezialisten aber natürlich die langjährigen guten Beziehungen zum Forst zugute ebenso wie die profunden Kenntnisse um die geeigneten Wuchssorten und Beurteilungsgrundlagen bei der Stammauswahl.

Die Corona-Phase selbst bezeichnet Heiner Wehmeyer als „sehr ordentliches Geschäft mit dem Schwerpunkt Europäische Eiche “, um sich im Nachsatz noch einmal auf die gute Unterstützung des tschechischen Teams zu beziehen, das diesen positiven Absatz des Verkaufsteams Großhandelslager in Havixbeck erst gesichert und ermöglicht habe.

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