Polizei warnt und gibt Verhaltenshinweise
80-Jährige lässt möglichen Taschendieb abblitzen

Havixbeck -

Vor einigen Tagen versuchte offensichtlich ein Taschendieb, einer knapp 80 Jahre alten Havixbeckerin beim Einkauf mit einem Trick die Geldbörse zu entwenden. Die Seniorin setzte sich indes zur Wehr und informierte die Polizei.

Montag, 01.02.2021, 08:54 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 09:00 Uhr
Die beiden Bezirksbeamten Edgar Elpers (l.) und Bernd Kösters sind – wie hier im Herbst 2020 – immer wieder unterwegs, um die Bürger vor den Tricks der Taschendiebe zu warnen.
Die beiden Bezirksbeamten Edgar Elpers (l.) und Bernd Kösters sind – wie hier im Herbst 2020 – immer wieder unterwegs, um die Bürger vor den Tricks der Taschendiebe zu warnen. Foto: Klaus de Carné

Die knapp 80-jährige Havixbeckerin war erst überrascht, dann handelte sie richtig. Beim Einkauf in einem der hiesigen Verbrauchermärkte wurde sie von einem Mann angesprochen, der ihr beim Tragen der Taschen behilflich sein wollte. Sie lehnte diese Hilfe entschieden ab und gab auch, als der Mann sein Angebot wiederholte, nicht nach.

Nachdem sie ihre Einkäufe im Auto verstaut hatte, fragte sie im Laden zur Sicherheit noch einmal nach, ob sie möglicherweise einem neuen Servicemitarbeiter auf den Schlips getreten war. Aber nein, einen solchen Service biete man nicht an, bestätigte das Personal der Havixbeckerin. Die Seniorin hatte sich offenbar erfolgreich gegen einen Taschendieb zur Wehr gesetzt.

Das vermutet auch die Polizei. Pressesprecher Sascha Kappel verweist in diesem Zusammenhang auf verschiedene Tricks von Taschendieben, die sich gerne für ihre kriminellen Schäbigkeiten ältere Bürgerinnen und Bürger als Opfer aussuchen.

Der Trick, auf den die Haxibeckerin glücklicherweise nicht hereingefallen ist, ist bekannt als Taschenträger-Trick. Auf der Polizei-Website www.polizei-beratung.de heißt es dazu: „Taschenträger oder -trägerinnen spähen ältere Frauen beim Einkaufen aus und bieten ihnen scheinbar hilfsbereit an, den Einkauf nach Hause zu tragen. Dort eilen sie mit der Tasche die Treppe hinauf, während der ältere Mensch nicht so schnell hinterherkommt. Unterwegs nehmen sie die Geldbörse heraus, stellen die Tasche vor die Tür und kommen dem Opfer grüßend entgegen. Der Verlust wird erst später bemerkt.“

Aufgeführt ist auch der „Supermarkt-Trick“: Bei diesem fragt der Taschendieb das Opfer im Supermarkt nach einer bestimmten Ware. Während es danach sucht, wird die Tasche am Einkaufswagen ausgeräumt. Oder ein zweiter Täter ist dabei und übernimmt diesen Job. „Es ist oft so“, erklärt Sascha Kappel, „dass die Trickdiebe im Duo auftreten.“

Das funktioniert zum Beispiel auch beim Stadtplan-Trick. Bei dem fragen die Täter das Opfer nach dem Weg und halten ihm einen Stadtplan vor oder bitten es – etwa auf Bahnhöfen – an einen ausgehängten Plan. Während sich das Opfer orientiert und abgelenkt ist, plündern andere Täter die Hand- oder Umhängetasche.

Was kann man tun? Die Polizei gibt dazu ein paar Tipps und Hinweise:

  • Taschendiebe lassen sich am typisch suchenden Blick erkennen. Sie meiden den direkten Blickkontakt zum Opfer und schauen eher nach der Beute.
  • „Tragen Sie Geld, Schecks, Kreditkarten und Papiere immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung möglichst dicht am Körper.“
  • Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder klemmen Sie sie sich unter den Arm.
  • Benutzen Sie einen Brustbeutel, eine Gürtelinnentasche, einen Geldgürtel oder eine am Gürtel angekettete Geldbörse.
  • Legen Sie Geldbörsen nicht oben in Einkaufstasche, Einkaufskorb oder Einkaufswagen, sondern tragen Sie sie möglichst körpernah.
  • Hängen Sie Handtaschen im Restaurant, im Kaufhaus oder im Laden (selbst bei der Anprobe von Schuhen oder Kleidung) nicht an Stuhllehnen, und stellen Sie sie nicht unbeaufsichtigt ab.
  • Ist man Opfer eines Taschendiebstahls geworden, sollte man auf jeden Fall die Polizei verständigen. „Auch dann wenn der Schaden nicht groß war“, betont Sascha Kappel. Die Polizei sammelt solche Hinweise und gleicht sie ab. Möglich, dass man ihr das letzte Teil für das Puzzle liefert, mit dem der oder die Täter überführt werden können.
  • In Havixbeck kann man sich bei den Bezirksbeamten Edgar Elpers und Bernd Kösters melden. Der Bezirksdienst der Polizei ist bekanntlich im Rathaus am Willi-Richter-Platz 1 untergebracht und dort unter
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  •  70 10 zu erreichen. Regelmäßige Sprechstunden sind montags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs von 16 bis 17 Uhr.
  • Im Moment sollen Kontakte ja möglichst vermieden werden. Deshalb verweist die Polizei besonders auf die Möglichkeit, eine Anzeige online zu erstatten. Unter der Internetadresse service.polizei.nrw.de/anzeige ist alles zu finden, was dafür erforderlich ist. „Eine Onlineanzeige behandelt die Polizei genauso, als wäre der Bürger vor Ort gewesen“, teilt die Kreispolizeibehörde Coesfeld mit, versichert aber: „Natürlich ist nicht jeder online oder möchte die Möglichkeit zur Online-Anzeige nutzen. Wer also zu einer Wache kommt, erhält Hilfe.“
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