Jahresprogramm des Center for Literature
Lyrikweg wird im Juni eröffnet

Havixbeck -

Wie schafft man die Verbindung von physischem und digitalem Raum? Das Center for Literature auf Burg Hülshoff hat dazu eine ganze Reihe von Ideen.

Donnerstag, 04.02.2021, 18:39 Uhr
Das Center for Literature erkundet mit seinen Projekten vermehrt den Raum zwischen physisch und digital. Im Park der Burg Hülshoff findet zum Beispiel ein Spiel mit Augmented Reality statt.
Das Center for Literature erkundet mit seinen Projekten vermehrt den Raum zwischen physisch und digital. Im Park der Burg Hülshoff findet zum Beispiel ein Spiel mit Augmented Reality statt. Foto: Sabrina Richmann

Das auf Burg Hülshoff ansässige Center for Literature (CfL) präsentiert in diesem Jahr vier große Programm-Highlights zwischen physischem und digitalem Raum: eine Konferenz zum Thema Heimat, zwei Festivals und die Eröffnung des eigenen Outdoor-Museums „Droste-Landschaft : Lyrikweg“.

„Das CfL nutzt die Notsituation der Pandemie, um eine längst überfällige digitale Transformation im Kunst- und Kulturbetrieb umfassend zu denken und sie weiterzuführen“, erläutert der Künstlerische Leiter des CfL, Dr. Jörg Albrecht . „Wollen wir – auch aus ökologischen Gründen – demnächst Beiträge aus dem internationalen Kontext verstärkt digital denken? Kann so ein Publikum hinzustoßen, das nicht nur aus der Region selbst stammt?“

Passend zum Thema der Beheimatung wird im April die seit 2019 stattfindende „Denkfabrik“ fortgesetzt, ein außergewöhnliches Konferenzformat. Der Titel lautet in diesem Jahr „Phantom Homeland“. Im hybriden Raum kommen zahlreiche prominente Intellektuelle zusammen, so das CfL in einer Pressemitteilung. Als Key Note Speaker treten Arjun Appadurai, Vordenker postkolonialer Theorien, sowie die Lyrikerin und Essayistin Trisha Low auf.

Der Juni ist für das CfL dann ein Droste-Monat: Am 20. Juni eröffnet zunächst das Großprojekt „Droste-Landschaft : Lyrikweg“. Das Outdoor-Museum verbindet die Burg Hülshoff und das Rüschhaus, die beiden Lebens- und Arbeitsorte von Annette von Droste-Hülshoff . An festen Stationen in der Landschaft mit Interaktionsmöglichkeiten für das Publikum und virtuellen Haltepunkten in einer App zeichnen Autoren, Künstler, Wissenschaftler und regionale Experten den Wandel von Literatur, Alltagskultur und Natur nach. Beteiligte Künstler sind unter anderem Marcel Beyer, John Burnside, Barbara Köhler (†), Marion Poschmann, Pantha Du Prince, Monika Rinck, Ulrike Almut Sandig und Yoko Tawada.

Vom 23. bis 27. Juni fokussiert das Droste-Festival inmitten der dunklen Pandemie-Zeit auf „Dark Magic“. Zahlreiche transmediale Formate widmen sich den dunklen Magien und den gespenstischen Facetten der Gegenwart. Die Eröffnungsreden halten die Soziologin Natasha A. Kelly und der Schriftsteller Michael Roes. In den „Droste Lectures“ verbindet der Multimediakünstler Dominic Robertson digitale Installation und Livekonzert. Eine Nachtwanderung der Lyrikerin Rike Scheffler auf dem gerade eröffneten Lyrikweg lädt zum Mitmachen ein. Und im Rüschhaus sammeln sich zahlreiche digitale Formate.

Als letzter Höhepunkt in diesem Jahr findet vom 1. bis 5. September mit „The White White West?“ ein Festival statt, das die Vielfalt eines zukünftigen Literaturbetriebs heraufbeschwört. Zusammen mit dem internationalen Autorenkollektiv „foundintranslation“ entwirft das CfL Visionen für eine mehrsprachige, inklusive Literaturszene. Eine digitale Kampagne begleitet das Festival.

Die Projekte werden durch die EU, den Bund und das Land NRW finanziert. Das CfL als Programmbetrieb der Annette-von-Droste-zu-Hülshoff-Stiftung bespielt seit 2018 die Burg Hülshoff in Havixbeck, Geburtsort der Dichterin, und das Rüschhaus in Münster, ihre spätere Wohn- und Arbeitsstätte. Starke transmediale Formate und anschließende Diskussionen mit einem Fokus auf die Beteiligung des Publikums, so beschreibt es das CfL in seiner Pressemitteilung selbst, machen das Profil der neuartigen Literatur-Institution aus.

 

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