Lüdinghausen
Drache und Löwen zum Leben erweckt

Sonntag, 09.09.2007, 22:09 Uhr

-evdd- Lüdinghausen . Aufgeregte Mitwirkende, eine vollbesetzte Aula und die ersten beeindruckenden Trommelschläge hinter dem noch geschlossenen Vorhang. So begann die asiatische Nacht in der Aula des Gymnasiums Canisianum am Freitagabend.

Im Programm standen Namen, die die Fantasie anregten: „Chinesischer Löwentanz“, „Shaolin Hong Choy Association“, „ Drachentanz “, „Taiko – Traditionelles japanisches Trommeln“, „Pungmulnori – koreanische Trommelmusik“ und vieles mehr. Nach 1997 und 2001 war es der dritte asiatische Abend in Lüdinghausen, den Gerhard Milbrat in Kooperation mit dem Kulturforum KAKTuS organisierte.

„Warum in die Ferne schweifen, wenn Asien nach Lüdinghausen kommt“, begrüßte Günther Trunz , Vorsitzender des Kulturforums, die Gäste. Durch das abwechslungsreiche und beeindruckende Programm führte Gerhard Milbrat selbst. Er stellte die Künstler vor und erklärte die Hintergründe und Zusammenhänge – beispielsweise von Taiji und Kung Fu: „Ab einem Alter von etwa sechs Jahren hören wir auf, in den Bauch zu atmen und verlieren unsere Mitte, leben viel zu sehr im Kopf.“ So haben alle Bewegungsmeditationen und Kampfkunstarten aus dem fernen Osten den gemeinsamen Hintergrund, die verlorene Mitte wieder zu finden, den Menschen in Balance zu bringen. Beeindruckend waren auch die Stimmen aus den Nachwuchsteams unter Merlin Rieber: „Ich mache das seit acht Jahren, angefangen habe ich wegen Haltungsschäden“, so ein junger Mann. Oder: „Es gibt mir Halt und eine Lebensphilosophie.“ Zur Selbstverteidigung sagt eine junge Frau: „Ich musste es noch nicht anwenden, aber ich gehe mit mehr Selbstbewusstsein durch die Welt.“

Die Höhepunkte des Programms bestanden neben den verschiedenen Trommelgruppen im Löwentanz, bei dem zwei junge Männer in ein exotisches Löwenkostüm schlüpften und zu Trommel- und Gongmusik einen Tanz aufführten. Schon nach wenigen Sekunden vergaß das Publikum, dass zwei Menschen im Kostüm steckten, und der Löwe, die anmutige, aber auch gefährliche Katze, war zum Leben erwacht. Der Leiter der Gruppe, Frank Greinacher, erläutert: „Dieser Drachentanz wird bei allen wichtigen Veranstaltungen vorgführt und soll dem Veranstalter Glück bringen. Der Tanz basiert auf Kong-Fu-Schritten.“

Der Drachentanz bestach das Publikum ebenfalls durch Geschicklichkeit und Akrobatik. Hier war die Bühne in Schwarzlicht getaucht. Zehn Mitwirkende jonglierten die bunt leuchtenden Stoffbahnen an Holzstangen über die Bühne. Sie ließen den bunten Drachen und die Kugel, die Weisheit und Unsterblichkeit enthält, zum Leben erwecken. Taijivorführungen, die die stille und meditative Seite des Abends und der asiatischen Kultur verdeutlichen, bildeten weitere Programmpunkte. Gerhard Milbrat selbst und das Dan-Gong-Team unter Leitung von Sun Pill Yang-Milbrat führten Bewegungen und Haltung im Taiji vor. Die Langsamkeit der Bewegungen dienen dem ständigen Ausgleich der Bewegungsabläufe. Ziel und Hintergrund von Qi Gong und Taiji Quan ist Gesundheit, Meditation und Selbstverteidigung.

Koreanische Trommelmusik Pungmulnori mit Meister Yun aus Münster und seiner Truppe sorgten für einen traditionsreichen Ohrenschmaus. Die Musiker und Musikerinnen trugen Kleidung in fünf Farben der Naturverwandlungstheorie, weiß, schwarz, gelb, blau und rot. „Es darf kein Instrument fehlen, sonst entsteht ein Ungleichgewicht zwischen den zentralen Kräften Yin und Yang“, erläuterten die Fachleute.

„Arashi Daiko“ heißt das Team unter Bernd Heckmann aus Gelsenkirchen, das nach der Pause traditionelles japanisches Trommeln zum Besten gibt. Beeindruckend nicht nur die Lautstärke, sondern auch die Virtuosität, mit der Trommelstöcke über die Trommeln wirbelten. Gottesanbeterinnen-Gongfu wurde vorgestellt mit kämpferischen Aspekten, die im Programmverlauf immer mehr in den Vordergrund traten. Die Freifechtgruppe zeigte ihr Können, zwei junge Männer aus der Truppe von Ralf Kussler führten Muay Boran und Krabi Krabong (auch als Thai Boxen bekannt) vor. Zum Schluss des dreieinhalbstündigen Programms wartete noch einmal ein Höhepunkt auf das Publikum: Meister Chen und sein Demo Team aus Zhiqiang, der Geburtsstadt des Taiji Quan, ließen am Ende die Säbel rasseln, die Schwerter in atemberaubender Geschwindigkeit wirbeln, Peitschen knallen und bearbeiteten mit einer Art Dreschflegel die Bühne. Wie im Flug verging der Abend und hinterließ beim Publikum den Wunsch und die Neugier, die eine oder andere Technik doch selbst auszuprobieren.

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