Lüdinghausen
Vielschichtige Dimensionen

Dienstag, 18.03.2008, 08:03 Uhr

-frö- Lüdinghausen . Es sind „Bilder, die uns anregen, die zu Freude oder auch Disput reizen, die positive Gefühle wecken, zu neuen Sichtweisen führen – oder einfach nur gefallen“ – mit diesen Worten eröffnete Günter Trunz , Vorsitzender des Lüdinghauser Kulturforums KAKTuS, am vergangenen Sonntagmorgen die Ausstellungssaison in den KAKTuS-Räumen auf der Burg Lüdinghausen.

„Was sind die Dinge, die uns berühren, wenn wir einen Baum oder Wasser betrachten?“ Dieser Frage geht die Künstlerin Annette Zumkley in ihren abstrakten Malereien auf den Grund. Ihre großformatige Werkzusammenfassung mit dem Titel „Zwischen den Bäumen“ verrät, „dass es vielmehr um die nicht ganz zu erfassenden Dinge geht, um die, welche keine klaren Umrisse haben, keine definierbare Stofflichkeit. Es ist eben nicht nur das, was man unmittelbar sieht, fühlt und riecht, sondern es sind vielmehr die assoziativen Gedankenketten, die wir beim Betrachten ebendieser Dinge bilden“, erklärte Kunsthistorikerin Melanie Körkemeier bei der Einführung in die Ausstellung.

Der Titel „Zwischen den Bäumen“ beschreibt das Interesse der Künstlerin, naturelle Elemente darzustellen, doch das in abstrakter Form, sodass es in der Fantasie des Betrachters liegt, seine persönliche Interpretation zu finden. Die sich überlappenden Farben schaffen ein vielschichtiges Bild, das an die verschiedenen Dimensionen natürlichen Lebens denken lässt: „Neue Dimensionen, wie sie auch Annette Zumkley erreicht, die in einer Mischung aus dezidierter Planung und der Lust an zufälligen Entwicklungen so vielschichtige Texturen voll spannender Bewegung entstehen lässt“, betonte auch Günter Trunz seine Eindrücke.

Nachdem die Leinwände grundiert und abgeschliffen sind, lasiert die Künstlerin diese und deckt sie mit verdünnter Acrylfarbe. Als sensible Coloristin trägt sie unterschiedliche Muster auf die zuvor geschaffenen Hintergründe auf. Die Farben reagieren miteinander, treten in einen Dialog und bilden ein Netz, das sich über den Bildträger spannt, erläuterte Melanie Körkemeier die Beschaffenheit der Werke.

„Wer sich ihren Bildern zuwendet, ist begeistert von den fabulierenden Farbkompositionen, von der ästhetischen Ausstrahlung ihrer Kunst, von der Bildwirkung, die die Abstraktheit des Waldes und die Lichtstimmen nachhaltig einfängt“, drückte auch der stellvertretende Bürgermeister Jo Weiand seine Freude über die Ausstellung im Rahmen des Kulturforums aus. „Die Kunst ist nicht nur eine kreative Bereicherung, sondern ein Beitrag zu unserer Identität – zu unserer Selbstfindung. Ihre Bilder sind nicht so sehr Abbilder, sondern Ausdruck eines Eindrucks – Impressionen.“

Den musikalischen Rahmen der Einführung gestaltete das Tango-Quartett der Musikschule Lüdinghausen mit Lea Jakob (Geige), Katharina Stegemann (Geige), Hannah Lütkenhöner (Klavier) und Simon Korte (Akkordeon).

Wer in seine ganz eigene Welt der Natur über das Betrachten der impulsgebenden Malereien eintauchen möchte, für den ist die Ausstellung bis zum 18. Mai samstags, sonntags und feiertags jeweils in der Zeit von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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