Lüdinghausen
Von Bauernhof „besessen“

Lüdinghausen. Johannes Busch und seine Frau Karin stehen vor einer „Herkules-Aufgabe“. Sie wollen ein Baudenkmal schultern, das für Westfalen und darüber hinaus herausragende Bedeutung hat. In Aldenhövel hatten sie über zwei Jahrzehnte dem aus dem...

Samstag, 12.07.2008, 14:07 Uhr

Lüdinghausen . Johannes Busch und seine Frau Karin stehen vor einer „Herkules-Aufgabe“. Sie wollen ein Baudenkmal schultern, das für Westfalen und darüber hinaus herausragende Bedeutung hat. In Aldenhövel hatten sie über zwei Jahrzehnte dem aus dem Jahr 1674 stammenden Hof Große Aldenhövel neues Leben eingehaucht. Die Anlage soll in das Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler für Westfalen aufgenommen werden. Jetzt nehmen Karin und Johannes Busch auf dem Hof Grube in Tetekum 39 ihr Meisterstück in Angriff. Den Segen des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege haben sie bereits. Die einzelnen Schritte der Sanierung des fast 500 Jahre alten Hofs liegen noch im Nebel. Zunächst hat die Sicherung des Baudenkmals Vorrang.

„Es ist wie im Bergbau: Vor der Hacke ist es dunkel“, umschreibt Johannes Busch die zu erwartenden Überraschungen, wenn er und seine Frau das für sie wohl schwerste Lebenswerk in Angriff nehmen. Da sie in Aldenhövel bereits bewiesen haben, „dass es geht“, sehen sie auch der „Herkules-Aufgabe“ in der Senke am Dortmund-Ems-Kanal zuversichtlich entgegen.

Der Hof Grube fasst nach Ansicht des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege fünf Jahrhunderte ländlichen Lebens und Arbeitens zusammen. Die unterschiedlichen Epochen sind an dem Ensemble ablesbar. Ziel ist, mit dem Stallgebäude und den umliegenden Flächen einen Reiterhof aufzubauen mit offenen Stallplätzen und Gruppenhaltung.

Auf engstem Raum haben Karin und Johannes Busch den Neuanfang gewagt. Sie leben zurzeit in einem Wohnhaus aus den 1970er Jahren, in dem ebenfalls großer Sanierungsbedarf besteht. Das ist neben dem langgestreckten Stallgebäude der jüngste Bau auf historischem Grund. In der Rangfolge nach Alter folgt dann eine große Scheune, die mit ihren Ausmaßen an die Kunstdünger bedingte Expansion der Ernteerträge erinnert. Herzstück der Gesamtanlage sind ein alter Speicher, der vermutlich Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurde, und das Bauernhaus. Dessen Ursprung reicht in das Jahr zurück, als Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg nagelte. Mit dem Haupthaus verbunden ist ein etwa 130 Jahre alter Schweinestall, der mit Einverständnis der Denkmalpfleger abgebrochen werden soll. An dessen Stelle ist der Wiederaufbau eines historischen Torhauses geplant.

„Nach dem aktuellen Stand der Forschung ist es das älteste Fachwerk-Bauernhaus dieses Typs nicht nur in Westfalen, sondern in ganz Deutschland“, sind sich Johannes Busch und Dr. Dietrich Maschmeyer sicher. Beide sind seit vielen Jahren in der „Interessengemeinschaft Bauernhaus“ aktiv, Maschmeyer als Bundesvorsitzender und Busch als Kontaktmann in der Region. Wiederholt haben die beiden Fachleute in den vergangenen Jahren historische Bauernhäuser im Raum Lüdinghausen untersucht. Im Herbst vergangenen Jahres referierten sie zu diesem Thema in der Burg Vischering. Damals bezeichnete Johannes Busch den Niedergang des Hofs Grube als „Drama“. Der Bund hatte das Gehöft im Zuge des Ausbaus des Dortmund-Ems-Kanals übernommen und ihm danach keinerlei Aufmerksamkeit mehr geschenkt. „Wir haben die Anlage in Aldenhövel veräußert mit dem Ziel, hier einen Neuanfang zu starten“, fasst Johannes Busch das Ergebnis eines „zweijährigen Ringens um den Hof Grube“ zusammen. Der Umzug nach Tetekum besiegelte die Entscheidung zur Übernahme einer großen Herausforderung: „Das ist das letzte Mal“, schmunzelt Karin Busch im Wissen darum, dass bei den folgenden Sanierungsarbeiten und bis zum Ziel der wohnwirtschaftlichen Nutzung viele Jahre ins Land gehen werden.

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