Lüdinghausen
Bei der Tafel steigt die Spannung

Samstag, 28.02.2009, 13:02 Uhr

Lüdinghausen - Des einen Leid ist des anderen Freud: Die Tatsache, dass das Zen­trallager des Möbelriesen Ikea “ in Werne seine Pforten schloss, war ein Schock für die Belegschaft - aber ein Glücksfall für die Lüdinghauser Tafel. Die Lüdinghauser Organisatoren dieser sozialen Einrichtung „räumten“ kräftig ab. Tische, Stühle, Regale, Büroeinrichtung - selbst das Bild mit einem typisch schwedischen Motiv - sind nunmehr in den Räumen der Tafel zu finden.

Aber nicht nur das „unmögliche Möbelhaus“ zeigte sich bei der Einrichtung der Ausgabe- und Lagerhalle der Lüdinghauser Tafel großzügig. Auch die Firma Stroetmann griff ins Gebrauchtwarenlager und stellte Inventar zur Verfügung, damit die Tafel am kommenden Mittwoch ihren ersten Ausgabetag erfolgreich über die Bühne bringen kann.

Dass es überhaupt losgehen kann, hat die Tafel als Bürgerinitiative nicht zuletzt einer anderen Bürger-Aktion zu verdanken: Die Struckgemeinschaft - vertreten durch die aktiven Rentner - übernahm zahlreiche handwerkliche Arbeiten, um aus der ehemaligen Industriehalle eine Ausgabestelle für Lebensmittel zu entwickeln. Gestern bedankte sich der Vorstand der Tafel bei Michael Oestermann und den aktiven Rentnern für den enormen Einsatz. Immerhin hatten die Struck-Akteure etwa 335 Stunden seit dem 12. November in der Halle an der Alten Valve zugebracht, wie Theo Engelkamp seiner Buchführung entnahm. Vom Streichen des Bodens bis zum Aufbau der Regale reichte die Palette der Arbeiten. „Die Rentner sind das Aushängeschild der Gemeinschaft“, dankte Michael Ostermann dem „aktiven Dutzend“, das sich schon in der Vergangenheit vielfältig engagierte, wenn es um soziale Dinge geht.

Dem kommenden Premieren-Termin blickt die Tafel-Mannschaft natürlich mit Spannung und Nervosität entgegen. Die Tafel startet mit einem Öffnungstag pro Woche am Mittwochnachmittag von 13 bis 17.30 Uhr. Rund 20 Mitglieder sind an diesem Tag im Einsatz. Am Morgen werden mit Kleintransportern die frischen Waren geholt, am Nachmittag erfolgt dann die Verteilung. „Alle Lebensmittelgeschäfte in Lüdinghausen machen mit“, freut sich Margret Pernhorst, stellvertretende Vorsitzende der Tafel. „Die Unterstützung ist wirklich toll“, stattet sie Märkten und Sponsoren den Dank der Tafel ab. Sie hofft, dass diese breite Hilfe von Dauer ist. Zwar ist für das „Startkapital“ in Form von Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs gesorgt, aber gerade Molkereiprodukte oder frisches Gemüse werden regelmäßig benötigt.

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