Lüdinghausen
Zeitreise zurück ins Mitterlalter

Freitag, 17.07.2009, 20:07 Uhr

Lüdinghausen - Johannes Busch sieht sich bestätigt: Untersuchungen haben den Hof Grube in Tetekum als ein Bauernhaus „von europäischer Bedeutung“ eingestuft. Aus dem Jahr 1517 stammt der Vierständerbau. Dr. Barbara Rüschhoff-Thale, Landesrätin für Kultur beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe , hat bei ihren Untersuchungen festgestellt, dass es sich um ein bedeutendes Haus aus dem Mittelalter handelt. Hinsichtlich des Bautyps und des Alters sei es ein Unikat, das es in Europa nur noch in geringer Anzahl gebe.

Als jetzt entsprechend der Darstellung im Urkataster ein Teil der Gräfte wiederhergestellt wurde, belegten mittelalterliche Fundstücke den besonderen Stellenwert der historischen Anlage nahe dem Dortmund-Ems-Kanal. Frechener Steinzeug ließ sich ebenso in die Zeit datieren wie vier Spinnwirtel. Dabei handelt es sich um eine Spindelringscheibe, die als Schwungmasse beim Verspinnen von Fasern diente. Gebrauchsporzellan aus dem 19. Jahrhundert und sogar eine völlig verrostete Pistole aus dem Zweiten Weltkrieg gehörte zu den weiteren Fundsachen. Die Wasserfläche des ehemaligen Gräftenhofes wurde so gestaltet, dass die frühere Garnbleiche als kleine Landzunge ausgebildet wurde.

„Die Bestandserfassung ist weitgehend abgeschlossen. Wir sind jetzt dabei, Ideen für die Nutzung zu sammeln“, beschreibt Johannes Busch die aktuelle Lage. „Wir müssen jetzt sehen, wie sich Konzepte entwickeln lassen. Kostenschätzungen variieren mit der Nutzung. Diese muss erst geklärt werden“, betont Johannes Busch.

Vor einem Jahr ist er zusammen mit seiner Frau Karin und den Kindern von Aldenhövel nach Tetekum gezogen. In der östlichen Lüdinghauser Bauerschaft hatten sie zuvor über zwei Jahrzehnte den aus dem Jahr 1674 stammenden Hof Große Aldenhövel restauriert und zu neuem Leben erweckt. Auf dem Hof Grube soll mit dem Bauernhaus und dem nebenstehenden Speicher das Meisterstück folgen.

„Ein Schritt nach dem anderen“, gibt Karin Busch die Devise für eine behutsame Entwicklung aus. Abschluss der Notsicherung der Gebäude, Austausch der nördlichen Traufe und Dachsanierung sind erste Arbeiten eines Bauprogramms, bei dem Johannes Busch nichts überstürzen will. „Historisches Baumaterial ist immer willkommen“, gibt er einen Hinweis, dass er beispielsweise Hohlpfannen und Backsteine bei der Restaurierungsarbeiten gut verwenden kann. „Wir sind zuversichtlich und auf einem guten Weg“, blickt Johannes Busch optimistisch in die Zukunft.

Erste Etappen wurden innerhalb des vergangenen Jahres erfolgreich gemeistert. Mit dem aus neuerer Zeit stammenden Stallgebäude und den umgebenden Flächen wurde ein Anfang zum Aufbau eines Reiterhofs mit offenen Stallplätzen und Gruppenhaltung gemacht. Die Sanierung des etwa 40 Jahre alten Wohnhauses am Zugang zur Hofstelle ist weitgehend abgeschlossen. Auffallend sind die zwei Säulen am Hauseingang. Sie stammen von dem nicht mehr bestehenden Hof Erdbrügge in Seppenrade. Dort hatten sie den Kamin eingefasst. Ursprünglich gehörten sie zur Fensterrahmung einer Burg aus der Renaissancezeit, erklärt Johannes Busch.

Er gehört seit vielen Jahren der „Interessengemeinschaft Bauernhaus“ an. Mehr noch: Er übernimmt die Aufgaben als Kontakt- und Beratungsstelle für das südliche Münsterland. Seit vielen Jahren verfolgte er den Verfall des Hofs Grube, vor allem dann, als der Bund das Gehöft im Zuge des Kanalausbaus übernommen hatte.

Karin und Johannes Busch wollen, dass neues Leben ins das historische Gemäuer zurückkehrt. Das wird aber noch dauern. Die lange Sicht wird eine Schleiereule freuen. Seit Jahren ist der verfallene Gräftenhof ihr Zuhause.

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