Lüdinghausen
Hallenbad auf den Grund gehen

Freitag, 30.10.2009, 20:10 Uhr

Lüdinghausen - Hinter verschlossenen Türen wird der Stadtrat am Donnerstagabend wohl die ganze Wahrheit über die „Seepark“-Schließung gehört haben. Vorausgegangen war im öffentlichen Sitzungsteil ein Meinungsaustausch, bei dem aus allen Wortmeldungen die Sorge über den Erhalt des Hallenbades deutlich wurde.

Zur Ergänzung ihres Antrags, das Thema auch öffentlich zu behandeln, hatte die SPD-Fraktion einen Fragenkatalog vorgelegt. „Die Stadt ist zurzeit nicht verfügungsberechtigt. Der Weg führt nur über den Insolvenzverwalter“, erklärte Bürgermeister Richard Borgmann zur aktuellen Situation. Diese wird durch die noch zu klärende Frage, welches Amtsgericht für die Behandlung des Insolvenzantrags zuständig ist, zusätzlich erschwert (WN berichteten). Dass der Badbetreiber den Insolvenzantrag gestellt habe, bedeute, „dass die Stadt berechtigt ist, das Heimfallrecht auszuüben“. Das könne sie aber nur gegenüber dem Insolvenzverwalter geltend machen, führte Borgmann aus.

Nicht nur die Stadt wartet sehnsuchtsvoll auf die Benennung eines Insolvenzverwalters. Auch für die Gläubiger, zu denen auch die Inhaber von Abonnements gehören, und die Mitarbeiter des Badbetriebs wird er der erste Ansprechpartner sein, machte der Bürgermeister deutlich. Er vermutet, dass das Insolvenzverfahren „mangels Masse“ gar nicht erst eröffnet werde.

„Die Stadt übt derzeit das Besitzrecht aus“, stellte Borgmann fest. Mitarbeiter hätten eine erste Begehung im Bad durchgeführt. Eine vertiefende Untersuchung bezüglich vorhandener Mängel werde folgen. Durch die Schlüsselübergabe an die Stadt sei sämtliches Inventar sichergestellt, lautete Borgmanns Antwort auf eine weitere Frage im SPD-Katalog. Die Energieversorgung sei durch die bisherigen Partnerfirmen sichergestellt.

Die Hoffnung auf eine schnelle Wiedereröffnung hat zwar auch die Stadt, doch erst bei Nennung des Insolvenzverwalters durch die Justizbehörde könne die Abwicklung in Gang gesetzt werden. „Parallel sind wir mit möglichen Betreibern im Gespräch“, versicherte Borgmann die Suche nach einer Folgelösung.

Der Rat ging auch auf die Anregung von zwei Bürgerinnen ein. Sie schlugen vor, das Bad in Regie der Stadt mit dem bisherigen Personal weiterzuführen. Norbert Breitbach (CDU) verwies auf das Arbeitsrecht, wonach die Stadt als Arbeitgeber dann nicht nur für offene Zahlungen hafte, sondern das Personal auch übernehmen müsse.

Die UWG wollte bereits einen Schritt in die Zukunft vollziehen. Neben der Offenlegung des Vertrags mit den privaten Badbetreibern und der wirtschaftlichen Daten beantragte sie die Bildung eines Beirats mit Vertretern aller Fraktionen für die Planung des Fortbestands der Bad- und Freizeitanlage. Eckart Grundmann (Grüne) und Norbert Breitbach fanden die Initiative zwar sinnvoll, jedoch verfrüht. Schnell, aber auch gründlich müsse die Gesamtproblematik analysiert werden, meinte Dr. Klaus Waldt (CDU). Michael Spiekermann-Blankertz ( SPD ) und Heribert Schwarzenberg (FDP) bekräftigten die Forderung, „zügig zu handeln“, um das Bad möglichst früh wieder für das Vereins- und Schulschwimmen öffnen zu können. Die UWG zog ihren Antrag zurück, verstanden wurde er allseits als Signal für das gemeinsame Anliegen, das Hallenbad in eine neue, bessere Zukunft zu führen.

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