Lüdinghausen
Suche nach optimaler Lösung

Samstag, 14.11.2009, 11:11 Uhr

Lüdinghausen - „Irgendwann wollen wir weitermachen. Es wäre schade, wenn an der Ecke nichts passieren würde.“ Die einleitenden Sätze des Architekten Prof. Oskar Spital-Frenking hätten auch das Schlusswort sein können, als die Stadt am Donnerstagabend zum Meinungsaustausch über den Entwurf der Neubebauung im Bereich Münsterstraße/ Blaufärbergasse eingeladen hatte. Die Teilnahme von etwa 80 Interessierten dokumentierte das starke Interesse an einer optimalen städtebaulichen Lösung an diesem Punkt am Rande der Altstadt.

Optimal - ein Teil der Diskutanten sah diesen Anspruch bei einem mit Giebeln versehenen Neubau gewährleistet. Andere hielten exakt den vorgestellten Entwurf für die beste Lösung. Bemerkenswert, dass auch unter den Giebel-Freunden die Kubus-Architektur als durchaus gelungen bezeichnet wurde - nur nicht an dieser Stelle. Das wiederum sahen andere Versammlungsteilnehmer, darunter auch Berufskollegen des Planers, genau anders. „Das ist ein Hingucker, das bringt was“, lautete eine Wortmeldung. In einer anderen wurden Maßstäblichkeit und Materialwahl als Kriterien genannt, an denen sich Innenstadtgestaltung messen lassen müsse. „Man spürt sofort, dass an dieser Stelle etwas passieren muss“, begründete ein Gesprächsteilnehmer die Notwendigkeit, den Eckpunkt Münsterstraße/Blaufärbergasse hervorheben zu müssen.

Eine Alternativplanung mit Giebeln wurde zwar vorgestellt, aber vom Planer als falsche Antwort auf die inzwischen nicht mehr giebelständige unmittelbare Nachbarschaft verworfen. Dagegen funktioniere die Kubus-Lösung als städtebauliches Gelenk in alle Richtungen, erklärte Spital-Frenking. Die vorhandene städtebauliche Situation, auch bedingt durch die „ Kreisstraße 13“, entspreche nicht mehr den historischen Gegebenheiten. Auch deshalb müsse ein „moderner, zukunftsweisender Punkt“ gesetzt werden. Der Neubau in der favorisierten Kubus-Form könne auch als Signal für städtebauliche Korrekturen von Bausünden in der Nachbarschaft gesehen werden.

Die von Sachlichkeit geprägte Diskussion beendete Bürgermeister Richard Borgmann mit der generellen Feststellung, dass es positiv sei, „dass der Eigentümer Geld in die Hand nimmt“.

Das Versammlungsprotokoll mit Kritik und Anregungen dient dem städtischen Fachausschuss als Entscheidungshilfe, damit Spital-Frenking und der Investor „irgendwann weitermachen“ können.

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