Lüdinghausen
Rock als Wirtschaftsfaktor

Montag, 04.01.2010, 21:01 Uhr

Seppenrade - Die dritte Auflage des „AREA 4“ ist bereits wieder Vergangenheit, die Vorbereitungen für die nächste Auflage in diesem Jahr nehmen langsam, aber sicher Konturen an. Dass ein derartiges Mega-Event für viele Musikfans aus Deutschland und den Nachbarländern eine kulturelle Bereicherung darstellt, ist sicherlich nicht mehr von der Hand zu weisen. Was aber bringt die Veranstaltung für das nahe Umfeld? „Na ja, Stau!“, so werden Zyniker antworten, die am ersten Festivaltag rund um den Flugplatz in den Borkenbergen unterwegs waren. Aus wirtschaftlicher Sicht jedoch gesehen gibt es inzwischen immer mehr Profiteure.

Bei Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Veranstaltung wird großer Wert darauf gelegt, auf ortsansässige Firmen zurückzugreifen. So wurde der Kran, der für den Aufbau der riesigen Bühne notwendig war, bei dem Lüdinghauser Unternehmen Preun geordert. Für die Bestückung des improvisierten Konzertbüros mit Bürogeräten griff man ebenfalls auf eine heimische Firma zurück. Die Firma Schmidt aus Herbern war dafür zuständig, die unentbehrlichen Stromaggregate, die unter anderem zur Beleuchtung des gesamten Geländes benötigt wurden, immer wieder mit dem nötigen Nachschub an Treibstoff zu versorgen.

Aber damit nicht genug. Biertische für das Backstage-Areal und anderes Equipment wurden ebenso aus Lüdinghausen geliefert, wie das Catering im VIP-Bereich. Zudem profitierten hiesige Unternehmen auch dadurch, dass sie Frühstücksstände auf dem Campingplatz, auf dem sich in diesem Jahr mehr als 20 000 Menschen aufhielten, mit Lebensmitteln versorgten.

Um den Flugplatz nach Toresschluss wieder zu dem zu machen, was er vor dem Festival einmal war, wurde die Lüdinghauser Firma Brune engagiert, die über die entsprechenden Maschinen verfügt. Die Aufgabe einer Reinigungsfirma aus Selm bestand darin, angemietete Gebäude nach Festivalende wieder auf Vordermann zu bringen. Während des gesamten Wochenendes war eine Service-Agentur aus Münster damit beschäftigt, im Falle von personellen Engpässen für entsprechende Ersatzmannschaften zu sorgen.

Den wohl größten Gewinn konnte das Hotel- beziehungsweise Pensionsgewerbe verzeichnen. „In der Zeit des „AREA 4“ war es nahezu unmöglich, zwischen Lüdinghausen und Dülmen noch ein freies Bett zu bekommen“, so der Lüdinghauser Wirteverein. Ob nun Bühnenbauarbeiter oder Kamerateams: Viele Mitarbeiter zogen ein gemütliches Bett einer Übernachtung in einem Zelt vor.

Trotz der nicht gerade geringen Entfernung zwischen Veranstaltungsort und Steverstadt merkten auch die Kaufleute in der Region recht deutlich, dass wieder einmal Festivalzeit war. Während in Seppenrade, so Günter Tembaak gegenüber den WN, in erster Linie nach Dingen rund um das Grillen gefragt wurde, verzeichneten Lüdinghauser Getränkemärkte einen regelrechten Boom. „Wir müssen uns inzwischen im Hinblick auf die Lagerhaltung gut auf das „AREA 4“ vorbereiten“, so eine Mitarbeiterin eines Getränkehandels. Bereits im vergangenen Jahr, so ein Tankstellenpächter, konnten seine Mitarbeiter die Kühlgeräte gar nicht so schnell wieder bestücken, wie gekauft wurde.

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