Lüdinghausen
Kein Ersatz für Tropenholz

Freitag, 16.04.2010, 10:04 Uhr

Lüdinghausen - Viel Geld investierte die Stadt in den vergangenen Monaten in mehrere Brücken: Der Übergang zum Parc de Taverny wurde erneuert. An anderen Brücke wurden die Geländer ersetzt. Dass Lüdinghausen die Stadt der Brücken ist, bekam das Stadtsäckel hier negativ zu spüren. Negativ fiel einigen Mitmenschen allerdings auch auf, dass die Stadt Tropenholz verwendete. Und damit, so der Vorwurf, würde das Abholzen der tropischen Regenwälder weiter beschleunigt. Die Diskussion ist nicht neu, bekam aber durch das jüngste Auftragsvolumen neue Nahrung.

„Man sollte sich überlegen, ob man nicht auf Tropenholz ganz verzichten kann. Gibt es nicht andere Materialien? Brücken könnte man auch aus Metall bauen“, ist die Auffassung von Erich Hirsch . Der Umweltschützer, der beispielsweise für den Kreis Coesfeld ehrenamtlich das Naturschutzgebiet Plümerfeld betreut, ist der Meinung, dass auch zertifiziertes Holz den zu schützenden Regenwäldern entnommen wird. In Münster sei man beispielsweise auf Gusseisen als Alternative umgeschwenkt, erläuterte Hirsch gegenüber den Westfälischen Nachrichten .

An der Stadt Lüdinghausen ist die Tropenholz-Problematik nicht vorbeigegangen. Allerdings, so versicherte Bauamtsleiter Markus Gantefort , gebe es keine Alternativen. Aber: Der Bauamtsleiter ist zuversichtlich, dass man mit der Auflage, lediglich zertifiziertes Holz zu verwenden, einen guten Mittelweg gefunden habe. Diesen Beschluss hat der Rat vor vier Jahren gefasst. Bei der Ausschreibung von Bauarbeiten wird die Verwendung von zertifiziertem Holz vorgegeben. Maßgebend ist danach das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council). Es soll die nachhaltige Forstwirtschaft gewährleisten. Gantefort hält den FSC für „einen fundierten Beweis nachhaltiger Forstwirtschaft“.

„Im Wasserbau kann man auf Tropenhölzer wegen seiner Haltbarkeit nicht verzichten“, unterstreicht Markus Gantefort. Die heimischen Harthölzer wie zum Beispiel Eiche hätten eine Haltbarkeit von zehn bis 15 Jahren, wenn sie in feuchter Umgebung stehen. Bongossi-Holz hält dagegen 30 bis 50 Jahre lang.

Ohnehin gehe die Stadt mit den Tropenhölzern sorgsam um: Die Brücke zum Parc de Taverny bestehe zum großen Teil aus einer Stahlkonstruktion, so Gantefort. Mit dem Holz sei die Konstruktion dann verkleidet worden. Der Bauamtsleiter macht auch auf die Ästhetik aufmerksam: „Auch gestalterische Aspekte müssen berücksichtigt werden. Und da ist auf Tropenholz nicht zu verzichten.“

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